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Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,
die globalen Kapitalmärkte sind im ersten Quartal 2026 in eine anspruchsvollere Phase eingetreten. Besonders erfreulich: Unsere digitale Vermögensverwaltung bewies in diesem Umfeld eine beeindruckende Stabilität. Über alle Risikoklassen hinweg konnten unsere Portfolios das Kapital unserer Anleger schützen und sich im Vergleich zum volatilen Gesamtmarkt als äußerst robust erweisen.
Damit behaupteten sich unsere Produkte erneut deutlich gegen viele aktiv gemanagte Fonds. In Phasen, in denen geopolitische Risiken – wie die jüngsten Entwicklungen rund um die Straße von Hormuz – die Marktlogik bestimmen, zahlt sich unsere konsequente globale Ausrichtung besonders aus. Unsere Strategie einer maximalen Markttiefe bildete dabei ein verlässliches Fundament: Die Zuwächse bei Energie- und Substanzwerten konnten die sektorspezifischen Neubewertungen im Technologiebereich effektiv ausgleichen.
Auch wenn das Umfeld durch den Kurs der Notenbanken herausfordernd bleibt, unterstreicht diese Resilienz den Wert einer disziplinierten Diversifikation. Details zur Marktdynamik, der stabilisierenden Funktion von Nebenwerten sowie tiefergehende Einblicke in unsere Anlagelogik finden Sie in diesem Bericht.
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!
Herzliche Grüße,
Kim Felix Fomm
Chief Investment Officer

In einem volatilen ersten Quartal bewies unsere Vermögensverwaltung beeindruckende Stabilität. Geopolitische Marktturbulenzen fingen wir hervorragend ab: Die Risikoklasse 100 schloss mit nur -0,4 % ab, während sich die Klassen 30, 50 und 70 mit lediglich -0,8 %, -0,7 % bzw. -0,5 % ebenso erstklassig hielten.

Unsere Portfolios schlugen im ersten Quartal erneut ihre Benchmarks. Besonders bei Marktkorrekturen zahlt sich globale Diversifikation aus: Die Risikoklasse 70 übertraf ihren Vergleichsmarkt um 2,0 %, die Risikoklasse 100 um 1,5 %.
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Seit ihrer Auflage im März 2018 stehen alle Portfolios deutlich im Plus. Die Gesamtrendite der Risikoklasse 30 liegt über diesen Zeitraum bei 23,2 %, während die Risikoklasse 50 bei 45,0 % steht. Der Wert der Risikoklasse 70 stieg seit Auflage um 69,7 %, und die Risikoklasse 100 erzielte eine stolze Rendite von 112,9 %.
Im ersten Quartal 2026 zeigt sich eine Entwicklung, die einen bisher wenig beachteten Teil der Finanzmärkte ins Rampenlicht rückt: den Private-Debt-Sektor. Nach zwei Jahrzehnten nahezu ungebremsten Wachstums auf über 3 Billionen US-Dollar verschiebt sich der Fokus nun von der reinen Quantität hin zur zugrunde liegenden Qualität der finanzierten Vermögenswerte. Während die offiziellen Schlagzeilen oft noch von einer stabilen Lage sprechen, offenbaren Analysen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) erste strukturelle Risse, die maßgeblich durch die rasante Adaption der Künstlichen Intelligenz und veränderte Finanzierungsbedingungen ausgelöst wurden.
Ein zentraler Belastungsfaktor ist dabei die wachsende „Bewertungslücke“ im Bereich Software-as-a-Service (SaaS). Historisch wurden diese Unternehmen aufgrund ihrer stabilen Abo-Einnahmen hoch bepreist und entsprechend stark durch Private-Credit-Fonds finanziert – das globale Exposure beläuft sich laut BIZ auf rund 500 Milliarden US-Dollar. Doch der Vormarsch von „Agentic AI“ stellt das bisherige Geschäftsmodell der „per-seat“-Lizenzen infrage. Wenn KI-Agenten Aufgaben übernehmen, für die früher hunderte Nutzerlizenzen nötig waren, erodiert die Kalkulationsbasis für zukünftige Einnahmen. Infolgedessen verzeichneten Software-Titel im letzten Halbjahr einen deutlichen Bewertungsabschlag von durchschnittlich 30 %, was Kreditgeber nun dazu zwingt, die Werthaltigkeit ihrer Sicherheiten in einer „AI-first“-Ökonomie grundlegend neu zu bewerten.
Diese internen Spannungen manifestieren sich in einem Phänomen, das als „Schatten-Defaults“ bezeichnet wird. Zwar bleiben die offiziellen Insolvenzraten moderat, doch Schätzungen von Moody’s legen nahe, dass bereits 15 % der Kreditnehmer im Private-Credit-Sektor nicht mehr genug Cashflow generieren, um ihre Zinsen vollständig aus dem operativen Geschäft zu decken. Stattdessen greifen sie vermehrt auf sogenannte PIK-Toggles (Payment-in-Kind) zurück, bei denen Zinsen nicht bar gezahlt, sondern auf den Schuldenberg aufgeschlagen werden. Parallel dazu klafft eine „Monetarisierungslücke“ in der KI-Infrastruktur: Trotz massiver Investitionen von über 600 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren bleibt die kurzfristige Profitabilität dieser Projekte oft noch unbewiesen, was die Risikokonzentration in spezialisierten Kreditportfolios weiter erhöht.
Für Anleger in den Portfolios der Raisin digitalen Vermögensverwaltung ergibt sich aus dieser Dynamik jedoch eine beruhigende Perspektive: Die Strategie der maximalen Marktbreite bietet eine natürliche Resilienz gegen solche sektorspezifischen Kreditrisiken. Durch die Investition in über 12.000 Unternehmen weltweit nutzt das Portfolio das Prinzip der negativen Korrelation. In der Praxis bedeutet dies, dass sich verschiedene Anlageklassen in Krisenzeiten oft entgegengesetzt bewegen: Während spekulatives Tech durch den KI-Umbruch unter Druck gerät, fungieren andere Sektoren – wie physische Infrastruktur, Energie oder Value-Aktien – als Stabilitätsanker. Da diese Branchen völlig anderen wirtschaftlichen Treibern folgen, werden die Turbulenzen einzelner Nischen mathematisch neutralisiert. Diese wissenschaftliche Form der Risikominimierung stellt sicher, dass Ihr Vermögen vor dem systemischen Stress des Private-Debt-Marktes geschützt bleibt und stattdessen von der Produktivität der gesamten Weltwirtschaft profitiert – ein Effekt, den Harry Markowitz als den „einzigen Free Lunch“ der Finanzwelt bezeichnete.
US-Aktien verzeichneten mit einem Minus von 4,3 % im S&P 500 das schwächste Quartal seit 2022. Einem starken Jahresstart mit robustem Arbeitsmarkt und stabilen Konsumausgaben folgte im März der Ölpreisschock durch den Nahost-Konflikt. Sektoral zeigte sich ein klares Bild: Energie- und Grundstoffwerte profitierten massiv von Versorgungsengpässen und höheren Preisen. Im Technologiesektor entstand eine markante Zweiteilung. Während KI-Infrastruktur-Anbieter (Halbleiter, Cloud) weiter gefragt waren, brachen traditionelle Software-Aktien (SaaS) ein. Anleger sorgten sich zunehmend, dass generative KI das bewährte Abonnement-Modell der Branche untergraben könnte. Diese sektorspezifische Rotation und die gestiegenen Inflationsrisiken überschatteten die anfangs positiven Fundamentaldaten und sorgten für anhaltende Volatilität bis zum Quartalsende.
Die Märkte der Eurozone fielen im ersten Quartal, primär durch die Eskalation im Nahen Osten im März. Während Energieaktien florierten, brachen konsumsensible Sektoren ein. Technologisch zeigte sich eine Divergenz zwischen schwachen Software-Titeln und starken Halbleiterwerten. Die Inflation stieg im März auf 2,5 %, woraufhin EZB-Präsidentin Lagarde betonte, die Zinsen bei Bedarf jederzeit anheben zu können. Der PMI-Index sank auf 50,5, was auf ein verlangsamtes Wachstum hindeutet. Ein politischer Anker war die Verabschiedung des französischen Haushalts für 2026, der auf höhere Verteidigungsausgaben und Defizitabbau setzt. Trotz dieser fiskalischen Signale blieb die Stimmung aufgrund der Energierisiken und der drohenden Stagflation bis zum Quartalsende angespannt.
Japanische Aktien lieferten im ersten Quartal positive Renditen, getragen vom Wahlsieg der LDP im Februar. Dieser Sieg weckte Hoffnungen auf politische Stabilität und eine wachstumsfördernde „Hochdruck-Wirtschaftspolitik“. Zwar kam es im März zu Rücksetzern durch globale Stagflationssorgen und Lieferengpässe bei Energie, dennoch blieb Japan ein relativer Outperformer. Die Bank of Japan beließ die Zinsen bei 0,75 %, warnte jedoch, dass steigende Rohstoffpreise die Kerninflation befeuern könnten, was die Marktdynamik zum Quartalsende dämpfte.
Die Schwellenländer entwickelten sich leicht negativ, schnitten aber besser ab als der MSCI World. Getrieben wurde die Performance zunächst von KI-Titeln in Korea und Taiwan, bevor der Ölpreisschock im März zu einer Flucht aus energieimportierenden Märkten führte. Top-Performer waren rohstoffreiche Länder wie Kolumbien, Brasilien und Peru. Saudi-Arabien profitierte von stabilen Ölexporten über Yanbu. China blieb aufgrund des KI-Drucks auf Internet-Titel zurück, während Indien durch teure Bewertungen und Importabhängigkeit belastet wurde. Südafrika litt unter Währungsschwäche, teilweise abgefedert durch höhere Edelmetallpreise.
Asien-Pazifik ex Japan verzeichnete Verluste, nachdem starke Gewinne im Januar und Februar durch den März-Absturz zunichtegemacht wurden. Brent-Öl über 100 USD belastete energieabhängige Nationen schwer. Südkorea rettete sich dank der immensen Nachfrage nach KI-Halbleitern knapp ins Plus. Thailand profitierte anfangs von Exportoptimismus und dem Wahlsieg der Bhumjaithai-Partei. Im Gegensatz dazu fielen indonesische Aktien, nachdem der MSCI aufgrund mangelnder Transparenz und undurchsichtiger Eigentumsstrukturen einen Aufnahmestopp für Unternehmen signalisierte. Indien und China litten unter steigenden Energiekosten, einer schwächeren Binnennachfrage und dem Druck auf lokale Währungen.
US-Staatsanleihen zeigten sich resilient, während Renditen in Europa kräftig stiegen. Die USA signalisierten nach einem Gerichtsurteil zu den ERRPABefugnissen neue 10-prozentige Globalzölle. Die Nominierung des marktnahen Kevin Warsh zum neuen Fed-Chef beruhigte die Anleger kurzzeitig. Doch der Nahost-Konflikt löste im März einen weltweiten Abverkauf aus. Inflationssorgen führten dazu, dass Märkte nun Zinserhöhungen statt Senkungen einpreisen. Im Kreditsektor konnten US-Unternehmensanleihen ihre europäischen Pendants sowohl im Investment-Grade- als auch im High-Yield-Segment übertreffen, da Europa stärker unter der Abhängigkeit von Energieimporten litt.
Im ersten Quartal 2026 zeigten sich Small Caps widerstandsfähig: Während Standardwerte unter Druck gerieten, legte das Segment um 1,5 % zu. Im Vergleich dazu verlor der S&P 500 im gleichen Zeitraum 4,2 %. Small Caps profitierten dabei von ihrem Fokus auf Binnenmärkte und der geringeren Abhängigkeit von Tech-Giganten, die unter dem „AI Reality Check“ litten.
Während Wachstumsaktien (Growth) wegen veränderter Zinserwartungen um 8,4 % einbrachen, fungierten kleinere Unternehmen als stabilisierender Diversifikator. Trotz grundsätzlicher Zinssensibilität überzeugte das Segment durch attraktive Bewertungen und eine niedrige Korrelation zu Large Caps. Damit bleiben Small- und Mid-Caps ein unverzichtbarer strategischer Baustein für jedes global gestreute Portfolio.

Das erste Quartal 2026 war von einer klaren Zweiteilung der Märkte geprägt: Während die geopolitisch bedingten Ölpreise über 100 US-Dollar vor allem Energie- und Substanzwerte beflügelten, korrigierte der Technologiesektor, da viele Software-Unternehmen einen ernüchternden „AI Reality Check“ durchliefen. Für das zweite Quartal bleibt das Umfeld herausfordernd. Aufgrund des neuen Inflationsdrucks sind Zinssenkungen vorerst vom Tisch; stattdessen halten die Notenbanken an ihrem restriktiven „High-for-longer“-Kurs fest. Dennoch bleiben wir konstruktiv, da die Resilienz von Small Caps und die Stärke Japans die Vorteile eines breit diversifizierten Portfolios eindrucksvoll unterstreichen. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir weiterhin eine langfristige, global ausgerichtete Anlagestrategie, um sektorale Klumpenrisiken zu vermeiden und Renditechancen verlässlich zu nutzen. Mit diesem disziplinierten Ansatz navigiert unsere digitale Vermögensverwaltung Ihr Portfolio sicher durch dieses volatile Marktumfeld.
Die Geldanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden. Bitte beachten Sie unsere Risikohinweise.
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