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Zuletzt aktualisiert: 1. Mai 2026

Zinsentwicklung & Zinsprognose in Österreich (05/2026)

Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank wirken direkt auf Spar- und Kreditzinsen. Wie entwickeln sich Sparzinsen, Kredite und Bauzinsen in Österreich?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Geldpolitik und Zinsen: Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat einen erheblichen Einfluss auf die Zinsentwicklung in Österreich, insbesondere auf Sparzinsen und Kreditzinsen. Die Bauzinsen orientieren sich hingegen am Anleihenmarkt.

  • Aktuelle Zinsen: Seit Mitte 2022 gab es einen kontinuierlichen Anstieg bei den Zinsen in Österreich, der durch die geldpolitischen Entscheidungen der EZB und die Bekämpfung der Inflation bedingt war. Nachdem die EZB im Juni 2024 die erste Zinssenkung seit fünf Jahren vorgenommen hatte, folgte eine weitere Senkung im Juni 2025.

  • Zinsprognose: Die Zinsentwicklung ist schwer vorherzusagen. Die sinkende Inflation deutet darauf hin, dass die Zinsen weiter sinken könnten. Eine genaue Zinsprognose hängt von der Geldpolitik der EZB sowie den Entwicklungen im Euroraum ab.

     

Die aktuelle Zinsentwicklung in Österreich im Jahr 2026

Zuletzt aktualisiert: 01.05.2026

Durch einen Vergleich der Zinssätze erhalten Sparerinnen und Sparer in Österreich einen Überblick über die aktuelle Zinsentwicklung in Österreich und Europa. Hierbei werden die Entwicklungen bei Sparzinsen, Kreditzinsen und Bauzinsen berücksichtigt.

Mitte 2022 leitete die Europäische Zentralbank aufgrund der hohen Inflation, die als Folge der Coronapandemie und der steigenden Energie- und Rohstoffpreise auftrat, eine Zinswende ein. Die EZB erhöhte die Leitzinsen schrittweise, um der anhaltend hohen Inflation entgegenzuwirken. Im September 2023 erreichte der Hauptrefinanzierungszins mit 4,50 % seinen Höchststand. Im Juni 2024 erfolgte die erste Reaktion der EZB auf die kontinuierlich sinkende Inflation. Die Leitzinsen wurden um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Im September folgte die nächste Zinssenkung um 0,60 Prozentpunkte (Hauptrefinanzierungszins und Spitzenrefinanzierungssatz) beziehungsweise um 0,25 Prozentpunkte (Einlagenzins).  Es folgten weitere Senkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte, bis sich das Zinsniveau ab Juni 2025 stabilisierte.

Um Ihnen einen Überblick über die Zinsentwicklung der EZB-Leitzinsen zu geben, zeigt die folgende Grafik die Entwicklung der Leitzinsen von 2000 bis 2026 und verdeutlicht die langfristigen Veränderungen der Zinspolitik der EZB:

Zinsentwicklung der EZB-Leitzinsen von 2000 bis 2026

Seit der Zinswende Mitte 2022 hat die EZB den Leitzins mehrfach angepasst, um auf die gesunkene Inflation zu reagieren. Diese Änderungen markieren das Ende der Nullzinspolitik, die bis dahin in der Eurozone herrschte. Aktuell liegen die Leitzinsen der EZB auf einem moderaten Niveau. Die Zinssätze sind wie folgt (Stand: 05.2026):

  • Hauptrefinanzierungszins: 2,15 %

  • Spitzenrefinanzierungssatz: 2,40 %

  • Einlagenzins: 2,00 %

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Was ist die Zinsentwicklung?

Die Zinsentwicklung bezieht sich auf die Veränderungen der Zinssätze über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Sie zeigt, wie sich die Zinsen für verschiedene Finanzprodukte wie Spar- und Anlagekonten, Kredite, Baufinanzierungen oder Anleihen entwickeln. Diese Entwicklung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter geldpolitische Entscheidungen der EZB zum Leitzins, wirtschaftliche Bedingungen, Inflation sowie Angebot und Nachfrage auf dem Finanzmarkt.

Wie funktioniert die Zinsentwicklung?

Die Zinsentwicklung bei Sparkonten wird in Europa maßgeblich von den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank beeinflusst. Diese beschreiben, zu welchen Konditionen Banken kurzfristig Geld bei der EZB anlegen oder längerfristig leihen können. Davon hängen direkt die sogenannten Habenzinsen ab – jene Zinsen, die Sparerinnen und Sparer auf ihre Einlagen erhalten. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, passen Banken ihre Zinsen regelmäßig an dieses Niveau an. Dabei reagieren die Anlageformen unterschiedlich: Während die Zinsen beim Festgeld über die gesamte Laufzeit stabil bleiben, orientiert sich das Tagesgeld variabel am aktuellen Markt. Steigen oder fallen die Marktzinsen, passt die Bank die Verzinsung für Tagesgeldkonten oft kurzfristig an.

Entwicklung der Kreditzinsen in Österreich

Kreditzinsen in Österreich sind die Zinssätze, die Banken für die Vergabe von Krediten erheben. Sie beeinflussen die Höhe der monatlichen Rückzahlungsraten und hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören:

  • Leitzins der EZB: Der Leitzins der EZB ist ein geldpolitischer Einflussfaktor. Ein höherer Leitzins führt meist zu höheren Kreditzinsen, während ein niedriger Leitzins diese senken kann.

  • Art der Verzinsung: Kredite werden fix oder variabel verzinst. Fixe Kreditzinsen bieten Planungssicherheit, da der Zinssatz während der gesamten Laufzeit unverändert bleibt. Variable Kreditzinsen hingegen passen sich regelmäßig an die Marktbedingungen an, was zu Schwankungen in den monatlichen Raten führt.

  • Kreditlaufzeit und -summe: Längere Laufzeiten und größere Kreditsummen führen häufig zu höheren Kreditzinsen, da Banken mehr Risiko tragen.

  • EURIBOR: Der EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate) ist ein Referenzzinssatz für Kreditzinsen in Österreich. Er beeinflusst insbesondere Kredite mit variabler Verzinsung, wie zum Beispiel Konsumkredite und Immobilienkredite.

  • Kreditart: Die Art des Kredits hat ebenfalls Einfluss auf die Zinssätze. Immobilienkredite sind in der Regel günstiger als Konsumkredite, da Immobilien als Sicherheit dienen. Dies reduziert das Risiko für die Bank, was sich in niedrigeren Zinssätzen widerspiegelt. Da Immobilienkredite langfristig vergeben werden und größere Kreditsummen umfassen, haben sie in der Regel bessere Konditionen als Konsumkredite.

Aktuell liegen die Kreditzinsen für Immobilienkredite in Österreich bei etwa 3,40 % (Stand: 05.2026) für eine Zinsbindung von 10 Jahren und einer Kreditsumme von 80,00 % des Immobilienwerts. Konsumkredite beginnen bei etwa 5,60 % (Stand: 05.2026), wobei die Zinssätze je nach Bank und Bonität variieren. Die Kreditzinsen in Österreich könnten im weiteren Jahr 2026 anhaltend moderat bleiben. Sinkende Leitzinsen können daher mittelfristig auch zu günstigeren Konditionen für Kredite führen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die Inflation und die wirtschaftliche Lage entwickeln.

Was bedeutet die aktuelle Zinsentwicklung für Bauzinsen in Österreich?

Bauzinsen haben direkten Einfluss auf die Kosten einer Baufinanzierung in Österreich. Mehrere wirtschaftliche und finanzielle Faktoren bestimmen, wie sich diese Zinsen entwickeln. Bauzinsen in Österreich werden durch folgende Faktoren beeinflusst:

  • Leitzins der EZB: Änderungen des Leitzinses der EZB wirken sich unmittelbar auf die Bauzinsen aus. Eine Erhöhung des Leitzinses führt in der Regel zu höheren Bauzinsen, während eine Senkung die Zinssätze tendenziell verringert.

  • Renditen von Bundesanleihen: Steigende Renditen von Bundesanleihen führen meist zu höheren Bauzinsen, da Banken ihre Kreditkosten entsprechend anpassen.

  • Marktbedingungen: Die Nachfrage nach Immobilien und Baufinanzierungen beeinflusst die Bauzinsen. Bei hoher Nachfrage und steigenden Immobilienpreisen erhöhen Banken oft die Zinssätze, um das Risiko auszugleichen.

  • Wirtschaftliche Lage: Die allgemeine wirtschaftliche Stabilität sowie die Inflation wirken sich auf die Entscheidungen der EZB aus, den Leitzins zu verändern, was wiederum Einfluss auf die Bauzinsen hat.

Im Jahr 2026 könnten die Bauzinsen in Österreich im historisch günstigen Bereich bleiben. Der Effektivzinssatz für eine Baufinanzierung liegt derzeit bei etwa 3,20% (Stand: 05.2026). Diese Zahl bezieht sich auf eine Kreditsumme von 80,00% des Immobilienwerts und eine Zinsbindung von 10 Jahren, basierend auf dem aktuellen Leitzins der EZB. Die Zinsentwicklung in den kommenden Monaten und Jahren hängt von der wirtschaftlichen Lage und den geldpolitischen Entscheidungen der EZB ab. Bleibt der Leitzins der EZB unverändert oder sinkt weiter, könnten die Bauzinsen stabil bleiben. Eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage oder eine Erhöhung des Leitzinses würde jedoch einen Anstieg der Bauzinsen nach sich ziehen.

Was bedeuten steigende Zinsen?

Steigende Zinsen wirken sich direkt auf die Konditionen der Banken aus, wodurch Tagesgeld und Festgeld im Vergleich zu anderen kurzfristigen Anlageformen an Attraktivität gewinnen können. Dies war vor allem im Jahr 2023 erkennbar, als sich der Zinsverlauf positiv auf die Attraktivität von Spareinlagen bei österreichischen Banken ausgewirkt hatte. Girokonten und Sparbücher hingegen blieben von der Zinswende weitgehend unberührt und das Zinsniveau dieser klassischen Sparkonten bleibt nach wie vor niedrig.

Das Guthaben auf einem Tagesgeldkonto steht täglich in vollem Umfang zur Verfügung. Im Gegensatz dazu wird das Geld auf einem Festgeldkonto für eine bestimmte Laufzeit fest angelegt und ist erst am Ende dieser Laufzeit wieder zugänglich. Dabei wählen Sie eine Laufzeit zwischen wenigen Monaten und mehreren Jahren, wobei eine vorzeitige Kündigung in der Regel ausgeschlossen ist. Die eingeschränkte Flexibilität wird durch höhere Zinsen kompensiert, weshalb Festgeldzinsen in der Regel höher als Tagesgeldzinsen sind.

Die bei Festgeld konstant bleibenden Zinsen erweisen sich in Phasen fallender Leitzinsen als vorteilhaft. Bei steigendem Zinsniveau hingegen könnte ein Tagesgeldkonto eher geeignet sein, um von höheren Zinsen zu profitieren. Die Entscheidung darüber, welche Geldanlage in der aktuellen Zinsentwicklung die richtige für Sie ist, bleibt eine individuelle Wahl. Es ist sinnvoll, drei Monatsgehälter als finanziellen Puffer, den sogenannten Notgroschen, auf einem Tagesgeldkonto zu halten. Geld, das Sie für längere Zeit entbehren können, lässt sich auf einem Festgeldkonto zu attraktiveren Zinsen anlegen.

Tagesgeldkonten bieten die Möglichkeit, Geld kurzfristig anzulegen und dabei von flexiblen Zinssätzen zu profitieren, die sich je nach Marktsituation und Leitzinsen ändern. Durch die hohe Liquidität ist der Zugriff auf Einlagen jederzeit möglich, ohne lange Laufzeiten oder Kündigungsfristen beachten zu müssen. Bei Raisin erhalten Sie derzeit Tagesgeldzinsen von bis zu 2,05 % p. a.

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Festgeldkonten bieten stabile Zinsen, die für die gesamte Laufzeit des Kontos gültig sind. Sie sind unabhängig von etwaigen Änderungen des allgemeinen Zinsniveaus. Raisin bietet Ihnen aktuell Festgeldzinsen von bis zu 3,17 % p. a.

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Zinsprognose: Wie werden sich die Zinsen 2026 entwickeln?

Die zukünftige Entwicklung der Zinsen hängt stark von der Inflation und dem Wirtschaftswachstum der EU-Mitglieder ab. Ein schleppender Anstieg der Konjunktur in der Eurozone könnte für weitere Zinssenkungen sorgen. Eine präzise Prognose zur weiteren Entwicklung in 2026 ist kaum möglich, da die Entwicklung der Inflationsrate und der Verbraucherpreise von vielen Faktoren abhängt. Expertinnen und Experten halten es für möglich, dass die EZB ihre Leitzinsen zunächst unverändert lässt.

Die derzeitigen Festgeldangebote bieten eine Möglichkeit, von stabilen Zinssätzen zu profitieren, bevor die Leitzinsen weiter gesenkt werden. Insbesondere im EU-Ausland sind derzeit attraktive Zinssätze auf Festgeld möglich.

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Häufig gestellte Fragen zur Zinsentwicklung

Zinsen sind im Kontext von Sparangeboten eine Form der finanziellen Entschädigung. Diese werden für das Bereitstellen von Geld über einen bestimmten Zeitraum angeboten. Die Höhe der Zinsen wird in der Regel in Prozent ausgedrückt und hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des Zinssatzes, den die Bank anbietet, und der Dauer, für die das Geld auf dem Konto bleibt. Es gibt verschiedene Arten von Zinsen, wie beispielsweise Festzinsen oder variable Zinsen, je nach den Bedingungen des Sparangebots.

Zinsen tragen dazu bei, das Guthaben auf Sparkonten über die Zeit zu erhöhen, wobei die reale Wertentwicklung von der Inflationsrate abhängt. Da Zentralbanken auf wirtschaftliche Veränderungen reagieren, passt sich das Zinsniveau regelmäßig an die aktuellen Marktbedingungen an.

Seit Mitte 2022 sind die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank deutlich gestiegen – ein Kurswechsel nach Jahren der Nullzinspolitik. Ziel dieser geldpolitischen Straffung war es, die hohe Inflation zu bremsen, indem Kredite teurer und Ersparnisse wieder attraktiver wurden. In der Folge erhöhten sich die Zinsen auf Sparprodukte wie Tages- und Festgeld. Seit Ende 2024 hat sich diese Entwicklung jedoch wieder abgeschwächt. Die EZB hat die Leitzinsen gesenkt und viele Banken haben ihre Sparzinsen dementsprechend angepasst.

Im Juni 2024 wurde von der EZB die erste Zinssenkung seit fünf Jahren beschlossen. Weitere Senkungen der Zinsen folgten. Banken haben ihre Zinssätze bereits an die aktuellen Marktentwicklungen angepasst. Ob und wann die Zinsen für Sparprodukte wieder steigen, ist derzeit schwer vorherzusagen und abhängig von der Entwicklung der Inflation und der wirtschaftlichen Lage. Es sind jedoch nach wie vor attraktive Zinsen auf Spareinlagen erhältlich – insbesondere im EU-Ausland. Mit einem Festgeldkonto profitieren Sparerinnen und Sparer von den aktuellen Zinssätzen und behalten diese für eine feste Laufzeit bei.

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