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Zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2026

EZB-Leitzins: Bedeutung & aktuelle Zinssätze (06/2026)

Die EZB legt drei verschiedene Zinssätze fest, mit denen sie die Geldpolitik in der EU steuert. Sie haben zudem einen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der Kredit- und Sparzinsen. Erfahren Sie alles rund um die Bedeutung und Entwicklung der drei Zinssätze.

Ein älterer Mann sitzt auf einem Sessel und hält ein Tablet in den Händen.

Das Wichtigste in Kürze

  • EZB: Die Europäische Zentralbank (EZB) bestimmt als Notenbank die Leitzinsen. Ziel ihrer Geldpolitik ist es, die Inflation und Preise stabil zu halten sowie die positive Entwicklung der Wirtschaft zu gewährleisten.

     

  • Leitzinsen: Für den Euroraum legt die EZB insgesamt drei verschiedene Zinssätze fest: den Einlagenzins (2,25 %), den Hauptrefinanzierungssatz (2,40 %) und den Spitzenrefinanzierungssatz (2,65 %). (Stand: 06.2026)

  • Sparzinsen: Die Höhe der EZB-Leitzinsen wirkt sich unter anderem auf die Tages- und Festgeldzinsen aus. Je höher der Leitzins ist, desto höher sind in der Regel die Zinsen, die Sie mit einer Spareinlage erzielen können.

Was ist der EZB-Leitzins?

Die Europäische Zentralbank (EZB) legt drei verschiedene Zinssätze fest, um die Geldmenge und Kreditvergabe im Euroraum zu steuern (mehr Details zu den Leitzinsen im Abschnitt Welche Leitzinsen der EZB gibt es?). Sie bestimmen, zu welchen Konditionen sich Geschäftsbanken Geld von der EZB leihen oder bei ihr anlegen können. Dadurch beeinflusst die EZB direkt das allgemeine Zinsniveau. Der EZB-Rat entscheidet regelmäßig über die Höhe der Leitzinsen, um geldpolitische Ziele zu erreichen, wie beispielsweise: 

  • Die Stabilisierung der Preise 
  • Die Förderung des Wirtschaftswachstums 

Ein weiteres Ziel der EZB ist es, die Inflationsrate mittelfristig bei 2,00 % zu halten. Je nach wirtschaftlicher Lage hebt oder senkt die EZB ihre Leitzinsen oder belässt sie auf dem aktuellen Niveau. Die Zinsentscheidungen werden in Zinsmeetings des EZB-Rates getroffen und an vorgegebenen Terminen bekannt gegeben.

Niedrige Leitzinsen können die Wirtschaft ankurbeln: Banken erhalten Geld günstig und bieten die Möglichkeit, es in Form attraktiver Kredite an Unternehmen und Privatpersonen weiterzugeben. Gleichzeitig sind in solchen Phasen die Sparzinsen (beispielsweise Tages- und Festgeldzinsen) niedriger. Denn viele Menschen geben ihr Geld lieber direkt aus, was den Konsum erhöht und mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf bringt.

Hohe Leitzinsen wirken dagegen bremsend: Kredite werden teurer, die Geldmenge im Umlauf sinkt und die Inflation geht zurück. Für Sparerinnen und Sparer sind hohe Leitzinsen jedoch vorteilhaft, da Festgeld und Tagesgeld dann attraktive Zinsen ermöglichen.

Welche Leitzinsen der EZB gibt es?

Die EZB legt als Notenbank drei verschiedene Leitzinsen fest. Diese sind:

  • Einlagenzins: Zinssatz, zu dem Banken Geld über Nacht bei der EZB anlegen können. Er stellt die Untergrenze für Tagesgeldzinsen zwischen Banken dar und ist heute der maßgebliche Leitzins für die Geldpolitik der EZB, da er das allgemeine Zinsniveau für Sparzinsen beeinflusst.
  • Hauptrefinanzierungssatz: Der Hauptrefinanzierungssatz legt fest, zu welchem Zins Banken sich bei der EZB Geld leihen, um Kredite an Unternehmen und Privatpersonen zu vergeben. Über diesen Zinssatz beeinflusst die EZB den Geld- und Kapitalmarkt, da niedrigere Zinsen Kredite günstiger werden lassen und höhere Zinsen Kredite verteuern.
  • Spitzenrefinanzierungssatz: Der Spitzenrefinanzierungssatz ist der Zinssatz, zu dem Banken über Nacht Geld von der EZB leihen können, um kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Er setzt die Obergrenze für Tagesgeldzinsen und beeinflusst den Interbankenmarkt, da der EURIBOR (Euro InterBank Offered Rate = Zinssatz, zu dem Banken sich untereinander Geld leihen) unter diesem Satz bleiben muss, damit sich Kredite zwischen Banken lohnen. Änderungen wirken sich direkt auf die kurzfristige Finanzierung der Banken aus.

Gut zu wissen: In den Medien wird über den sogenannten Leitzins der EZB gesprochen. Hierbei handelte es sich lange Zeit um den Hauptrefinanzierungssatz. Für Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer ist dies weiterhin der relevante Leitzinssatz, da sie als Grundlage für die Refinanzierung der Kreditinstitute dient. Mittlerweile hat sich der Fokus auf den Einlagenzins verschoben. Nach Angaben der EZB ist dieser nun maßgeblich für den geldpolitischen Kurs. Gleichzeitig dient der Einlagezins als Referenzgröße für Sparerinnen und Sparer, ob sich die Sparzinsen nach oben oder unten entwickeln.

Wie hoch ist der Leitzins der EZB aktuell?

Zuletzt aktualisiert:11.06.2026

Für die EZB Leitzinsen gelten aktuell folgende Zinssätze:

  • Einlagenzins: 2,25 %

  • Hauptrefinanzierungssatz: 2,40 %

  • Spitzenrefinanzierungssatz: 2,65 %

Die letzte Entscheidung über die Höhe der Leitzinsen fiel im Juni 2026. Dabei wurde beschlossen, nach der vorherigen Zinspause, eine Erhöhung vorzunehmen.

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Wann findet der nächste Zinsentscheid der EZB statt?

Die nächsten Termine zur Bekanntgabe der Zinsentscheide der EZB sind:

  • 23.07.2026
  • 10.09.2026
  • 29.10.2026
  • 17.12.2026
  • 04.02.2027

Die Termine für die Zinsentscheidungen geben Aufschluss darüber, wann neue geldpolitische Maßnahmen der EZB veröffentlicht werden und welche Entwicklungen bei den EZB-Leitzinsen möglich sind. Nach jedem Zinsentscheid folgt eine Pressekonferenz mit der EZB-Präsidentin, in der die Hintergründe der Entscheidung erläutert und Einschätzungen zur Wirtschaftslage gegeben werden. Die Finanzmärkte reagieren oft unmittelbar auf diese Ankündigungen, etwa durch Schwankungen an den Anleihen- und Aktienmärkten.

Historische Entwicklung der EZB-Leitzinsen

Die Leitzinsen der EZB haben sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach verändert, um auf Inflation, Konjunktur (gesamtwirtschaftliche Lage) und wirtschaftliche Krisen im Euroraum zu reagieren. Besonders der Einlagenzins und der Hauptrefinanzierungssatz zeigen dabei, wie sich der geldpolitische Kurs der EZB seit 1999 entwickelt hat. 

Der Verlauf der EZB-Leitzinsen in der Vergangenheit.

Verlauf der EZB-Leitzinsen

Die Grafik zeigt deutliche Zinsspitzen in den Jahren 2000 und 2008, gefolgt von massiven Leitzinssenkungen während der globalen Finanzkrise und der anschließenden Eurokrise. Diese führten beim Einlagenzins ab 2014 sogar bis in den negativen Bereich. Ab Sommer 2022 wurden die Leitzinsen im Zuge historisch hoher Inflationsraten in Rekordgeschwindigkeit angehoben.

Nach dem Erreichen des Zinsgipfels setzte ab Mitte 2024 eine Phase der Lockerung mit mehreren Leitzinssenkungen ein. Diese Entlastungsphase mündete ab Sommer 2025 in einer fast einjährigen Zinspause, bevor die EZB die Leitzinsen am 11. Juni 2026 aufgrund neuer Inflationsrisiken (3,20 % im Euroraum) erstmals wieder leicht nach oben anpasste.

Prognose: Werden die Zinsen 2026 wieder steigen?

Ob die Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) im weiteren Verlauf des Jahres 2026 nochmals steigen werden, ist derzeit schwer vorherzusagen. Fest steht jedoch: Mit ihrem Beschluss vom 11. Juni 2026 hat die EZB die Zinsen erstmals seit knapp drei Jahren wieder angehoben. Grund dafür ist der anhaltende Inflationsdruck – getrieben durch den Konflikt im Nahen Osten und den daraus resultierenden Energiepreisschock. Aktuell liegt die Inflationsrate im Euroraum bei 3,20 % (Stand: Juni 2026) und damit deutlich über dem mittelfristigen Stabilitätsziel der Notenbank von 2,00 %. Marktexpertinnen und -experten halten vor diesem Hintergrund weitere restriktive Zinsschritte im zweiten Halbjahr für denkbar, sofern sich die Teuerungsrate nicht nachhaltig beruhigt. Mit der Erhöhung liegt der Einlagenzins nun bei 2,25 %, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 % und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,65 %.

Juni 2026 – Jasmin Ehlert, Chefanalystin bei Raisin, erklärt:

“Für diesen Donnerstag ist mit einem Zinsschritt der EZB nach oben zu rechnen. Nachdem die Inflation im Euroraum im Mai auf mittlerweile 3,2 Prozent gestiegen ist, haben die Währungshüter jetzt die Datengrundlage für eine Anhebung der Leitzinsen. Für die Folgezeit rechnen die Märkte im Juli mit einer Zinspause, während für September bereits die nächste Erhöhung eingepreist wird. Der tatsächliche geldpolitische Kurs im weiteren Jahresverlauf hängt allerdings maßgeblich von den geopolitischen Entwicklungen und der damit einhergehenden Inflation ab.

Porträt Jasmin Ehlert.

Verbraucherinnen und Verbraucher können damit derzeit eher von steigenden Zinsen profitieren, auch wenn es vorerst keine großen Sprünge geben dürfte. Warten lohnt sich in jedem Fall nicht. Wer steigende Zinsen nutzen möchte, setzt am besten auf die Zinstreppe. Bei dieser Strategie wird das Anlagekapital in mehrere Teile aufgeteilt und auf gestaffelte Laufzeiten – beispielsweise auf ein, zwei und drei Jahre – verteilt.

Der Vorteil: Durch die Staffelung wird in regelmäßigen Abständen immer wieder ein Teil des Geldes fällig. Sollten die Zinsen in der Zwischenzeit weiter steigen, kann dieses Kapital zu den dann höheren Konditionen reinvestiert werden. So können sich Anlegerinnen und Anleger stets die besten Angebote sichern.”

 (Stand: 06.2026)

Bei Raisin erhalten Sie exklusiven Zugang zu verschiedenen Tages- und Festgeldangeboten europaweit. Mit lediglich einer Anmeldung haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Angebote zu vergleichen und von hohen Zinsen zu profitieren. Die Zinsen liegen im EU-Ausland oft über denen von österreichischen Hausbanken. Ihre Einlagen sind dabei bis zu 100.000 € pro Kundin beziehungsweise Kunde und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung des jeweiligen Landes der Partnerbank abgesichert.

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Der EZB-Leitzins – Ihre Fragen, unsere Antworten

Ja, und zwar konkret über den Hauptrefinanzierungszinssatz. Er beeinflusst direkt die Kosten, zu denen sich Banken Geld leihen. Steigt dieser EZB Leitzins, verteuert sich die Refinanzierung für Banken. Dadurch erhöhen sich anschließend Immobilienkredite. Sinkt der Leitzins dagegen, können Banken günstiger Geld aufnehmen und geben das meist in Form niedrigerer Kreditzinsen weiter.

Besonders stark wirkt sich dieser Effekt bei variabel verzinsten Immobilienkrediten aus: Sie passen sich schnell an den Hauptrefinanzierungszinssatz an. Langfristige, festverzinsliche Darlehen orientieren sich zudem an den Marktzinsen, die wiederum von den Leitzinsentscheidungen der EZB beeinflusst werden.

Nein, Tages- und Festgeld können auch dann sinnvoll sein, wenn der EZB Leitzins (in diesem Fall der Einlagenzins) stabil bleibt oder wieder sinkt. Tagesgeld bietet eine flexible Verfügbarkeit und bei einem gleichbleibenden Einlagenzins eine attraktive Verzinsung. Es lohnt sich daher, überschüssiges Geld kurzfristig auf einem Tagesgeldkonto zu parken, anstatt es unverzinst auf dem Girokonto liegen zu lassen.

Festgeld ermöglicht es, sich einen bestimmten Zinssatz für die gesamte Laufzeit zu sichern. Das ist besonders attraktiv, wenn man davon ausgeht, dass die Zinsen in Zukunft sinken werden.

Die EZB-Leitzinsen legen fest, zu welchen Bedingungen Geschäftsbanken Geld von der EZB aufnehmen oder dort anlegen können. Der EURIBOR hingegen ist ein Referenzzinssatz, der täglich auf Basis der Zinssätze berechnet wird, zu denen sich europäische Banken gegenseitig Geld leihen. Er wird vom Interbankenmarkt festgelegt und spiegelt die tatsächlichen Marktbedingungen wider.

In Rezessionen oder Abschwüngen senkt die EZB häufig die Leitzinsen. Dadurch können sich Banken günstiger refinanzieren und Kredite billiger anbieten. So versucht die EZB, Investitionen und Konsum anzukurbeln und die Wirtschaft wieder zu beleben.

In Phasen hoher Inflation oder Überhitzung hebt die EZB die Leitzinsen an. Kredite werden dadurch teurer, was die Nachfrage dämpfen und Preissteigerungen bremsen soll. Hingegen steigen die Zinsen für Sparprodukte, wie Tagesgeld und Festgeld.

Die Entwicklung des EZB Leitzins - kompakt und aktuell.
  • Raisin Maria Bruetting Content Manager
    Autorin: Maria Brüttuing

    Content Manager, Marketing

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Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Alle ausführlichen Informationen können Sie unter Risikohinweise nachlesen.

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