Die EZB legt drei verschiedene Zinssätze fest, mit denen sie die Geldpolitik in der EU steuert. Sie haben zudem einen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der Kredit- und Sparzinsen. Erfahren Sie alles rund um die Bedeutung und Entwicklung der drei Zinssätze.

Die Europäische Zentralbank (EZB) bestimmt als Notenbank die Leitzinsen. Ziel ihrer Geldpolitik ist es, die Inflation und Preise stabil zu halten sowie die positive Entwicklung der Wirtschaft zu gewährleisten.
Leitzinsen: Für den Euroraum legt die EZB insgesamt drei verschiedene Zinssätze fest: den Einlagenzins (2,25 %), den Hauptrefinanzierungssatz (2,40 %) und den Spitzenrefinanzierungssatz (2,65 %). (Stand: 06.2026)
Sparzinsen: Die Höhe der EZB-Leitzinsen wirkt sich unter anderem auf die Tages- und Festgeldzinsen aus. Je höher der Leitzins ist, desto höher sind in der Regel die Zinsen, die Sie mit einer Spareinlage erzielen können.
Die Europäische Zentralbank (EZB) legt drei verschiedene Zinssätze fest, um die Geldmenge und Kreditvergabe im Euroraum zu steuern (mehr Details zu den Leitzinsen im Abschnitt Welche Leitzinsen der EZB gibt es?). Sie bestimmen, zu welchen Konditionen sich Geschäftsbanken Geld von der EZB leihen oder bei ihr anlegen können. Dadurch beeinflusst die EZB direkt das allgemeine Zinsniveau. Der EZB-Rat entscheidet regelmäßig über die Höhe der Leitzinsen, um geldpolitische Ziele zu erreichen, wie beispielsweise:
Ein weiteres Ziel der EZB ist es, die Inflationsrate mittelfristig bei 2,00 % zu halten. Je nach wirtschaftlicher Lage hebt oder senkt die EZB ihre Leitzinsen oder belässt sie auf dem aktuellen Niveau. Die Zinsentscheidungen werden in Zinsmeetings des EZB-Rates getroffen und an vorgegebenen Terminen bekannt gegeben.
Niedrige Leitzinsen können die Wirtschaft ankurbeln: Banken erhalten Geld günstig und bieten die Möglichkeit, es in Form attraktiver Kredite an Unternehmen und Privatpersonen weiterzugeben. Gleichzeitig sind in solchen Phasen die Sparzinsen (beispielsweise Tages- und Festgeldzinsen) niedriger. Denn viele Menschen geben ihr Geld lieber direkt aus, was den Konsum erhöht und mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf bringt.
Hohe Leitzinsen wirken dagegen bremsend: Kredite werden teurer, die Geldmenge im Umlauf sinkt und die Inflation geht zurück. Für Sparerinnen und Sparer sind hohe Leitzinsen jedoch vorteilhaft, da Festgeld und Tagesgeld dann attraktive Zinsen ermöglichen.
Die EZB legt als Notenbank drei verschiedene Leitzinsen fest. Diese sind:
Gut zu wissen: In den Medien wird über den sogenannten Leitzins der EZB gesprochen. Hierbei handelte es sich lange Zeit um den Hauptrefinanzierungssatz. Für Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer ist dies weiterhin der relevante Leitzinssatz, da sie als Grundlage für die Refinanzierung der Kreditinstitute dient. Mittlerweile hat sich der Fokus auf den Einlagenzins verschoben. Nach Angaben der EZB ist dieser nun maßgeblich für den geldpolitischen Kurs. Gleichzeitig dient der Einlagezins als Referenzgröße für Sparerinnen und Sparer, ob sich die Sparzinsen nach oben oder unten entwickeln.
Zuletzt aktualisiert:11.06.2026
Für die EZB Leitzinsen gelten aktuell folgende Zinssätze:
Einlagenzins: 2,25 %
Hauptrefinanzierungssatz: 2,40 %
Spitzenrefinanzierungssatz: 2,65 %
Die letzte Entscheidung über die Höhe der Leitzinsen fiel im Juni 2026. Dabei wurde beschlossen, nach der vorherigen Zinspause, eine Erhöhung vorzunehmen.
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Die nächsten Termine zur Bekanntgabe der Zinsentscheide der EZB sind:
Die Termine für die Zinsentscheidungen geben Aufschluss darüber, wann neue geldpolitische Maßnahmen der EZB veröffentlicht werden und welche Entwicklungen bei den EZB-Leitzinsen möglich sind. Nach jedem Zinsentscheid folgt eine Pressekonferenz mit der EZB-Präsidentin, in der die Hintergründe der Entscheidung erläutert und Einschätzungen zur Wirtschaftslage gegeben werden. Die Finanzmärkte reagieren oft unmittelbar auf diese Ankündigungen, etwa durch Schwankungen an den Anleihen- und Aktienmärkten.
Die Leitzinsen der EZB haben sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach verändert, um auf Inflation, Konjunktur (gesamtwirtschaftliche Lage) und wirtschaftliche Krisen im Euroraum zu reagieren. Besonders der Einlagenzins und der Hauptrefinanzierungssatz zeigen dabei, wie sich der geldpolitische Kurs der EZB seit 1999 entwickelt hat.
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Die Grafik zeigt deutliche Zinsspitzen in den Jahren 2000 und 2008, gefolgt von massiven Leitzinssenkungen während der globalen Finanzkrise und der anschließenden Eurokrise. Diese führten beim Einlagenzins ab 2014 sogar bis in den negativen Bereich. Ab Sommer 2022 wurden die Leitzinsen im Zuge historisch hoher Inflationsraten in Rekordgeschwindigkeit angehoben.
Nach dem Erreichen des Zinsgipfels setzte ab Mitte 2024 eine Phase der Lockerung mit mehreren Leitzinssenkungen ein. Diese Entlastungsphase mündete ab Sommer 2025 in einer fast einjährigen Zinspause, bevor die EZB die Leitzinsen am 11. Juni 2026 aufgrund neuer Inflationsrisiken (3,20 % im Euroraum) erstmals wieder leicht nach oben anpasste.
“Für diesen Donnerstag ist mit einem Zinsschritt der EZB nach oben zu rechnen. Nachdem die Inflation im Euroraum im Mai auf mittlerweile 3,2 Prozent gestiegen ist, haben die Währungshüter jetzt die Datengrundlage für eine Anhebung der Leitzinsen. Für die Folgezeit rechnen die Märkte im Juli mit einer Zinspause, während für September bereits die nächste Erhöhung eingepreist wird. Der tatsächliche geldpolitische Kurs im weiteren Jahresverlauf hängt allerdings maßgeblich von den geopolitischen Entwicklungen und der damit einhergehenden Inflation ab.
Verbraucherinnen und Verbraucher können damit derzeit eher von steigenden Zinsen profitieren, auch wenn es vorerst keine großen Sprünge geben dürfte. Warten lohnt sich in jedem Fall nicht. Wer steigende Zinsen nutzen möchte, setzt am besten auf die Zinstreppe. Bei dieser Strategie wird das Anlagekapital in mehrere Teile aufgeteilt und auf gestaffelte Laufzeiten – beispielsweise auf ein, zwei und drei Jahre – verteilt.
Der Vorteil: Durch die Staffelung wird in regelmäßigen Abständen immer wieder ein Teil des Geldes fällig. Sollten die Zinsen in der Zwischenzeit weiter steigen, kann dieses Kapital zu den dann höheren Konditionen reinvestiert werden. So können sich Anlegerinnen und Anleger stets die besten Angebote sichern.”
(Stand: 06.2026)
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Ja, und zwar konkret über den Hauptrefinanzierungszinssatz. Er beeinflusst direkt die Kosten, zu denen sich Banken Geld leihen. Steigt dieser EZB Leitzins, verteuert sich die Refinanzierung für Banken. Dadurch erhöhen sich anschließend Immobilienkredite. Sinkt der Leitzins dagegen, können Banken günstiger Geld aufnehmen und geben das meist in Form niedrigerer Kreditzinsen weiter.
Besonders stark wirkt sich dieser Effekt bei variabel verzinsten Immobilienkrediten aus: Sie passen sich schnell an den Hauptrefinanzierungszinssatz an. Langfristige, festverzinsliche Darlehen orientieren sich zudem an den Marktzinsen, die wiederum von den Leitzinsentscheidungen der EZB beeinflusst werden.
Nein, Tages- und Festgeld können auch dann sinnvoll sein, wenn der EZB Leitzins (in diesem Fall der Einlagenzins) stabil bleibt oder wieder sinkt. Tagesgeld bietet eine flexible Verfügbarkeit und bei einem gleichbleibenden Einlagenzins eine attraktive Verzinsung. Es lohnt sich daher, überschüssiges Geld kurzfristig auf einem Tagesgeldkonto zu parken, anstatt es unverzinst auf dem Girokonto liegen zu lassen.
Festgeld ermöglicht es, sich einen bestimmten Zinssatz für die gesamte Laufzeit zu sichern. Das ist besonders attraktiv, wenn man davon ausgeht, dass die Zinsen in Zukunft sinken werden.
Die EZB-Leitzinsen legen fest, zu welchen Bedingungen Geschäftsbanken Geld von der EZB aufnehmen oder dort anlegen können. Der EURIBOR hingegen ist ein Referenzzinssatz, der täglich auf Basis der Zinssätze berechnet wird, zu denen sich europäische Banken gegenseitig Geld leihen. Er wird vom Interbankenmarkt festgelegt und spiegelt die tatsächlichen Marktbedingungen wider.
In Rezessionen oder Abschwüngen senkt die EZB häufig die Leitzinsen. Dadurch können sich Banken günstiger refinanzieren und Kredite billiger anbieten. So versucht die EZB, Investitionen und Konsum anzukurbeln und die Wirtschaft wieder zu beleben.
In Phasen hoher Inflation oder Überhitzung hebt die EZB die Leitzinsen an. Kredite werden dadurch teurer, was die Nachfrage dämpfen und Preissteigerungen bremsen soll. Hingegen steigen die Zinsen für Sparprodukte, wie Tagesgeld und Festgeld.
Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Alle ausführlichen Informationen können Sie unter Risikohinweise nachlesen.
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