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Ein Überziehungsrahmen ist ein , der es Kontoinhaberinnen und Kontoinhabern erlaubt, das Konto bis zu einem vereinbarten Limit ins Minus zu führen.
Während in Deutschland der Begriff “ (kurz Dispo) üblich ist, nutzt man in Österreich den Fachbegriff .
Die Kontoüberziehung ist eine der Finanzierungsformen, da die Zinsen oft zwischen liegen.
Wenn Sie kurzfristig einen finanziellen Engpass überbrücken müssen, fragen Sie sich vielleicht: Was ist ein Überziehungsrahmen eigentlich genau? Kurz gesagt handelt es sich dabei um einen vertraglich eingeräumten Kontokorrentkredit. Ihre Bank räumt Ihnen das Recht ein, Geldmittel über das vorhandene Guthaben hinaus zu nutzen, bis ein vorher definiertes Limit erreicht ist.
Wenn Sie für Ihr Konto ein Überziehungsrahmenlimit einrichten, gewinnen Sie zwar an kurzfristiger finanzieller Flexibilität (etwa für unerwartete Autoreparaturen), nehmen aber zeitgleich einen hochverzinsten flexiblen Kreditrahmen in Anspruch. Der geliehene Betrag wird nicht in fixen monatlichen Raten abbezahlt, sondern automatisch durch zukünftige Zahlungseingänge (z. B. Ihr Gehalt) getilgt.
Kreditinstitute gewähren einen solchen Rahmen nicht automatisch. Wenn Sie ein neues Konto mit Überziehungsrahmen eröffnen, führt die Bank zunächst eine Bonitätsprüfung durch. Die wichtigste Voraussetzung für einen Überziehungsrahmen ist ein regelmäßiges Einkommen, das monatlich auf Ihrem Girokonto eingeht.
Folgende Kriterien müssen Sie in Österreich für die Bewilligung meist erfüllen:
Volljährigkeit und Hauptwohnsitz: Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein und Ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben.
Regelmäßiges Einkommen: Ein festes Gehalt, Lohn oder eine Pension (meist seit mindestens drei bis sechs Monaten).
Positive Bonität: Keine negativen Einträge beim Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870).
Hinweis: In der Regel bewilligen österreichische Banken ein Limit in Höhe des Zwei- bis Dreifachen Ihres monatlichen Nettoeinkommens. Verdienen Sie beispielsweise 2.000 € netto im Monat, liegt der Rahmen meist zwischen 4.000 € und 6.000 €.
Die Kontoüberziehung zählt zu den teuersten Formen der Kreditaufnahme. Für die hohe Flexibilität verlangen Banken in der Regel spürbar höhere Sollzinsen als bei Ratenkrediten.
Man unterscheidet dabei zwei Kostenpunkte:
Sollzinsen (für den vereinbarten Rahmen): Wenn Sie sich innerhalb des genehmigten Limits bewegen, fallen die regulären Überziehungszinsen an. Diese liegen in Österreich meist zwischen 10 % p. a. und 14 % p. a.
Überschreitungszinsen (bei ungenehmigter Überziehung): Wenn Sie mehr Geld ausgeben, als der vereinbarte Rahmen zulässt, verrechnet die Bank zusätzlich einen Strafzins. Der Gesamtzinssatz kann dann auf bis zu 18 % p. a. klettern.
Banken berechnen die Zinsen taggenau auf den Betrag, mit dem das Konto im Minus steht, und buchen diese zumeist quartalsweise ab.
Wenn Sie Ihren Überziehungsrahmen erhöhen möchten, etwa wegen einer einmaligen großen Anschaffung, müssen Sie dies bei Ihrer Bank aktiv beantragen. Dies ist über das Online-Banking oder Ihre Bankberaterin bzw. Ihren Bankberater möglich. Die Bank prüft daraufhin erneut Ihre Bonität und Ihre Gehaltseingänge. Nutzen Sie eine Erhöhung jedoch mit Bedacht. Ein dauerhaft ausgereizter Kontorahmen birgt ein Überschuldungsrisiko: Werden die quartalsweise fälligen Sollzinsen dem Konto belastet, erhöhen sie den Schuldenstand weiter (Zinsenkapitalisierung). Dadurch greift ein negativer Zinseszinseffekt, bei dem Sie im nächsten Quartal Zinsen auf die bereits angefallenen Zinskosten zahlen. Wird dadurch das vereinbarte Limit überschritten, fallen zusätzlich teure Überschreitungszinsen an.
Ein Überziehungsrahmen ist in erster Linie für kurzfristige Engpässe gedacht und eignet sich in der Regel nicht als langfristige Finanzierung. Um hohe Sollzinsen zu vermeiden, setzen viele Sparerinnen und Sparer auf den gezielten Aufbau von Eigenkapital, anstatt Fremdkapital kostenintensiv zu nutzen.
Wenn Sie sich ein finanzielles Polster (den sogenannten Notgroschen) in Höhe von etwa drei bis vier Monatsausgaben anlegen, bleiben Sie liquide, ohne teure Kreditzinsen an die Bank zu zahlen. Anstatt das Geld jedoch un- oder niedrig verzinst auf dem Girokonto liegen zu lassen, bieten sich moderne Sparprodukte an, die Liquidität und Ertrag vereinen.
Merkmal | Tagesgeld | Festgeld |
Hauptzweck | Sofortige Liquidität und Notgroschen | Planbarer Vermögensaufbau |
Verfügbarkeit | Jederzeit täglich verfügbar | Fest angelegt über die vereinbarte Laufzeit |
Zinssatz | Variabel (bis zu 2,42 % bei Raisin) | Fest für die gesamte Laufzeit (bis zu 4,25 % bei Raisin) |
Laufzeit | Flexibel ohne zeitliche Bindung | Feste Laufzeiten (z. B. 3 Monate bis 10 Jahre) |
Einlagensicherung | Abgesichert bis zu 100.000 € pro Bank und Anlegerin bzw. Anleger im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung | Abgesichert bis zu 100.000 € pro Bank und Anlegerin bzw. Anleger im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung |
Geeignet für | Überraschende Kosten und flexible Ausgaben | Geld, das Sie für einen festgelegten Zeitraum absehbar nicht benötigen |
Hinweis: Da Hausbanken oft nur geringe Zinsen zahlen, lohnt sich ein europaweiter Vergleich. Werfen Sie einen Blick auf die aktuellen Sparzinsen, um ein passendes Sparkonto für Ihre Sparziele zu finden. Indem Sie schrittweise Guthaben aufbauen, vermeiden Sie die Nutzung eines teuren Überziehungsrahmens und erzielen stattdessen Zinserträge, statt Kreditzinsen zu zahlen.


Ja, aber mit Einschränkungen. Die Bank kann den Rahmen mit 2 Monaten Frist ordentlich kündigen. Eine sofortige Sperre oder Fälligstellung ist nur bei sachlichem Grund bzw. nach Mahnung mit 2-wöchiger Nachfrist (oder bei Insolvenz) erlaubt.
Während der gesetzlichen Probezeit (meist ein Monat) gewähren die meisten Geldinstitute noch keinen Kreditrahmen, da das Arbeitsverhältnis noch nicht als gesichert gilt. Für Lehrlinge und Auszubildende bieten einige Banken im Rahmen von Jugend- oder Lehrlingskonten stark begrenzte Verfügungsrahmen an (oft gedeckelt auf rund 200 € bis 500 €). Voraussetzung dafür ist der Nachweis der Lehrlingsentschädigung.
Ja, das kann passieren. Wenn Sie in Österreich einen Wohn- oder Immobilienkredit beantragen, prüfen Kreditinstitute Ihre Schuldendiensttragfähigkeit streng (unter anderem nach den Vorgaben der KIM-Verordnung). Viele Banken werten dabei nicht nur den tatsächlich genutzten Saldo, sondern das gesamte bewilligte Kreditlimit als potenzielles finanzielles Risiko. Wenn Sie einen Überziehungsrahmen von beispielsweise 6.000 € besitzen, wird dieser rechnerisch als mögliche Belastung gewertet. Es kann daher sinnvoll sein, ungenutzte Limits vor einer Baufinanzierung auf 0 € setzen zu lassen.
Ja, jede Kontoinhaberin und jeder Kontoinhaber kann das eingeräumte Limit jederzeit ohne Begründung und kostenlos auf 0 € reduzieren oder komplett kündigen. Dies lässt sich meist direkt im Online-Banking per Klick oder formlos über den Bankberater erledigen. Das schützt nicht nur vor ungewollten Verschuldungsfallen, sondern begrenzt auch den finanziellen Schaden im Falle eines Kartenverlusts oder bei Online-Betrug.
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