Was ist der Cashflow und welche Arten gibt es?
Der Cashflow, auch Kapital- oder Geldfluss genannt, ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, alle zahlungswirksamen Ein- und Auszahlungen eines Zeitraums gegenüberstellt.
Zweck der Kennzahl ist es, die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens zu bestimmen. So handelt es sich beispielsweise um einen positiven Cashflow, wenn ein Unternehmen mehr liquide Mittel einnimmt als auszahlt.
Um den Cashflow eines Unternehmens zu berechnen, wendet man entweder die direkte oder indirekte Methode an. Bei der indirekten Methode werden nicht zahlungswirksame Posten (z. B. Abschreibungen) sowie Veränderungen im Working Capital (z. B. Forderungen, Verbindlichkeiten, Vorräte) zur Überleitung berücksichtigt.

Der Cashflow beschreibt die Differenz zwischen den tatsächlichen Einzahlungen und Auszahlungen eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Er zeigt, wie viel Geld real zu- oder abfließt und wie viele liquide Mittel dem Unternehmen damit zur Verfügung stehen.
Anders als der Gewinn berücksichtigt der Cashflow ausschließlich Einnahmen und Ausgaben, bei denen tatsächlich Geld geflossen ist und lässt nicht-zahlungswirksame Vorgänge wie Abschreibungen oder Rückstellungen außen vor. Je nach Verhältnis von Ein- und Auszahlungen fällt der Cashflow positiv oder negativ aus.
Bleiben Sie stets über Zinsänderungen, neue Angebote und Bonusaktionen informiert
Melden Sie sich für unseren kostenlosen Newsletter an und erhalten Sie regelmäßig exklusive Angebote und wertvolle Finanznews, die Ihnen helfen, Ihr Geld noch erfolgreicher zu sparen und zu investieren.
Das erwartet Sie:
Entdecken Sie attraktive Zinsen aus Europa.
Sie werden stets als Erstes über neue Aktionen informiert.
Seien Sie immer einen Schritt voraus mit den neuesten Markttrends.
Starten Sie jetzt und machen Sie mehr aus Ihrem Geld!
Ein positiver Cashflow liegt vor, wenn die zahlungswirksamen Einnahmen eines Unternehmens höher sind als die Ausgaben im selben Zeitraum. Der daraus entstehende Überschuss an liquiden Mitteln steht beispielsweise für Investitionen, den Ausbau der Geschäftstätigkeit oder die Rückzahlung bestehender Verbindlichkeiten zur Verfügung. Ein solcher Mittelzufluss stärkt die finanzielle Handlungsfähigkeit und unterstützt eine nachhaltige Unternehmensentwicklung.
Ein negativer Cashflow entsteht, wenn die zahlungswirksamen Ausgaben eines Unternehmens die Einzahlungen übersteigen. Das bedeutet, dass mehr Geld abfließt, als eingenommen wird, was kurzfristig zu einem Rückgang der Liquidität führen kann. Mögliche Ursachen sind beispielsweise umfangreiche Investitionen oder die Tilgung von Schulden. Ein negativer Cashflow lässt sich in bestimmten Situationen nachvollziehen, weist bei dauerhaftem Auftreten jedoch häufig auf finanzielle Engpässe oder strukturelle Schwächen in der Geschäftstätigkeit hin.
Der Cashflow hilft dabei, die finanzielle Stabilität eines Unternehmens einzuschätzen. Er gibt Einblick in die Zahlungsfähigkeit, zeigt die finanzielle Substanz und lässt Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Handlungsfreiheit zu. Die Bedeutung des Cashflows zeigt sich in mehreren Bereichen:
Frühwarnsystem: Ein dauerhaft negativer Cashflow weist in der Regel auf strukturelle Schwächen oder ineffiziente Abläufe hin.
Der Cashflow eines Unternehmens lässt sich in drei Hauptbereiche unterteilen: operativer Cashflow, Cashflow aus Investitionstätigkeiten und Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten. Diese drei Bereiche erfassen die Zahlungsströme aus der Geschäftstätigkeit, den Investitionen und der Kapitalaufnahme oder -rückzahlung. Gemeinsam zeigen sie, wie sich die liquiden Mittel im Unternehmen über einen bestimmten Zeitraum verändern.
Zusätzlich gibt es den Free Cashflow, der Aufschluss über die finanziellen Mittel nach Abzug der Investitionen gibt. Die Bündelung aller Arten des Cashflows ergibt die Nettoveränderung der liquiden Mittel eines Unternehmens im betrachteten Zeitraum.
Der operative Cashflow bildet die zahlungswirksamen Ein- und Auszahlungen aus dem laufenden Geschäft eines Unternehmens ab. Dazu zählen zum Beispiel Einnahmen aus dem Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen sowie Ausgaben für Material, Personal oder Miete. Diese Kennzahl zeigt, ob das Tagesgeschäft genug liquide Mittel erwirtschaftet, um laufende Kosten zu decken. Die Berechnung des operativen Cashflows erfolgt direkt oder indirekt, etwa über den Jahresüberschuss und Anpassungen um nicht-zahlungswirksame Posten wie Abschreibungen sowie um Veränderungen im Working Capital (z. B. Forderungen, Verbindlichkeiten, Vorräte).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeiten zeigt, welche Mittel für den Erwerb oder Verkauf von langfristigen Vermögenswerten verwendet oder freigesetzt wurden. Dazu gehören etwa Auszahlungen für Maschinen, Anlagen oder Immobilien sowie Einzahlungen durch deren Veräußerung. Ein negativer Cashflow in diesem Bereich kann auf hohe Investitionen hinweisen, während ein positiver Wert häufig mit dem Verkauf von Anlagevermögen zusammenhängt. Diese Art des Cashflows liefert Hinweise darauf, wie intensiv ein Unternehmen in seine Zukunft investiert.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten umfasst alle Zahlungsströme, die mit der Kapitalstruktur des Unternehmens zusammenhängen. Dazu zählen Einzahlungen durch die Aufnahme von Krediten oder die Ausgabe von Aktien sowie Auszahlungen für die Rückzahlung von Verbindlichkeiten oder Dividenden. Diese Kennzahl zeigt, in welchem Umfang ein Unternehmen externe Finanzierungsquellen nutzt oder Kapital an Geldgebende zurückführt. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit unterstützt dabei, finanzielle Entscheidungen besser einzuordnen.
Der Free Cashflow ergibt sich aus dem operativen Cashflow abzüglich der Investitionen in das Anlagevermögen. Er zeigt, welche liquiden Mittel einem Unternehmen nach Abzug der notwendigen Investitionstätigkeit tatsächlich zur freien Verfügung stehen. Diese Mittel können zum Beispiel zur Schuldentilgung, für Ausschüttungen an Anteilseignerinnen und Anteilseigner oder für weitere strategische Maßnahmen genutzt werden.
Gewinn ist der Überschuss, der nach Abzug aller Kosten von den Einnahmen eines Unternehmens übrig bleibt, und zeigt die Rentabilität. Cashflow hingegen misst den tatsächlichen Geldfluss in einem bestimmten Zeitraum. Beim Gewinn werden auch nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge des Rechnungswesens berücksichtigt – etwa Abschreibungen oder Aufwands-/Ertragswirkungen aus der Veränderung von Rückstellungen.
Der Cashflow ist außerdem nicht mit der Liquidität eines Unternehmens gleichzusetzen, denn der Geldfluss zeigt die Veränderung der Ertrags- und Finanzkraft über einen bestimmten Zeitraum auf. Die Liquidität eines Unternehmens bildet die momentane Fähigkeit zur Deckung kurzfristiger Verpflichtungen ab und zielt dadurch lediglich auf einen bestimmten Zeitpunkt ab.
Die Berechnung des Cashflows zeigt, wie viele liquide Mittel einem Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum tatsächlich zur Verfügung stehen. Dafür gibt es zwei anerkannte Methoden: die direkte und die indirekte Berechnung. Beide Varianten haben unterschiedliche Ausgangspunkte, führen jedoch zum gleichen Ziel – dem aussagekräftigen Überblick über die Zahlungsströme eines Unternehmens.
Die direkte Berechnung des Cashflows erfasst sämtliche zahlungswirksamen Einzahlungen und Auszahlungen einer Periode. Sie bildet den realen Geldfluss ab und zeigt damit unmittelbar, wie viel Geld im Unternehmen ein- und ausgegangen ist.
Formel zur direkten Berechnung des Cashflows:
Cashflow = Gesamteinzahlungen – Gesamtauszahlungen
Die indirekte Methode beginnt mit dem Jahresüberschuss aus der Gewinn- und Verlustrechnung und korrigiert diesen um nicht-zahlungswirksame Aufwendungen wie Abschreibungen um nicht zahlungswirksame Erträge. Zusätzlich werden Veränderungen im Working Capital berücksichtigt, um den tatsächlichen Zahlungsmittelzufluss beziehungsweise -abfluss aus der Geschäftstätigkeit abzuleiten. Dadurch wird erkennbar, wie viel Liquidität aus dem erzielten buchhalterischen Ergebnis tatsächlich entstanden ist.
Formel zur indirekten Berechnung des Cashflows:
Cashflow = Jahresüberschuss + nicht-zahlungswirksame Aufwendungen – nicht-zahlungswirksame Erträge ± Veränderung Working Capital
Ein stabiler Cashflow stärkt die finanzielle Handlungsfähigkeit eines Unternehmens und erweitert den finanziellen Handlungsspielraum. Um zahlungswirksame Mittel gezielt zu steuern, können Unternehmen verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung des Cashflows einsetzen – von der Optimierung des Forderungsmanagements bis hin zur Anpassung von Investitionen und Finanzierungslösungen. Dazu gehören ebenfalls:
Der Cashflow kann für Privatpersonen als Messgröße für die finanzielle Situation interessant sein. Denn Privatpersonen haben die Möglichkeit zu überprüfen, ob die Einnahmen die Ausgaben übersteigen, was entscheidend für die finanzielle Stabilität und die Möglichkeit zur Kapitalbildung ist. Um zu vermeiden, dass die Ausgaben größer sind als die Einnahmen, können Privatpersonen ihre Zahlungsströme systematisch erfassen und Ausgaben sowie Sparbeträge planen:
© 2026 Raisin Bank AG, Frankfurt a.M.