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Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2026

Devisen in Österreich: Einfach erklärt

Was sind Devisen und welche Rolle spielen Wechselkurse, Devisenkonto und der Devisenhandel?

Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Einfach erklärt sind Devisen Zahlungsmittel in einer ausländischen Währung. Dazu gehören beispielsweise Guthaben auf ausländischen Bankkonten, Schecks oder Wechsel in eine fremde Währung wie den US-Dollar.

  • Wert: Der Wert einer Devise kann durch Angebot und Nachfrage am internationalen Markt oder durch die politische und wirtschaftliche Lage eines Landes definiert werden. 

  • Devisen in Österreich: Der Devisenverkehr in Österreich ist liberalisiert. Für Anlegerinnen und Anleger unterliegen Gewinne aus Zertifikaten 27,5 % KESt. Unverbriefte Derivate wie CFDs werden mit bis zu 55 % besteuert. Eine OeNB-Meldepflicht greift meist ab 5 Millionen € Auslandsbestand. 

Definition: Was sind Devisen und welche Zahlungsmittel zählen dazu?

Devisen sind unbare Zahlungsmittel in einer Fremdwährung. Sie liegen ausschließlich in unbarer Form als Buchgeld vor. Devisen bilden die Grundlage für den internationalen Handel und globale Investments. Ausländisches Geld in Form von physischen Münzen oder Scheinen fällt unter den Begriff Valuten. 

Typische Formen von Devisen im internationalen Zahlungsverkehr

  • Bankguthaben: Guthaben auf Konten bei ausländischen Banken, die in Fremdwährungen wie US-Dollar, Pfund oder Yen geführt werden.

  • Schecks und Wechsel: Auf Fremdwährung ausgestellte Zahlungsinstrumente, die Inhaberinnen und Inhaber bei einer Bank im jeweiligen Herkunftsland einlösen.

  • Forderungen: Offene Zahlungsansprüche gegenüber ausländischen Vertragspartnerinnen und Vertragspartnern, die auf eine Fremdwährung lauten.

Grundlegendes Wissen im Handel mit Devisen

Um den Handel mit Devisen zu verstehen, sind grundlegende Eigenschaften wie die Konvertierbarkeit und die Verfügbarkeit von Währungen relevant. Diese Faktoren entscheiden über die Flexibilität im Währungshandel und den genauen Zeitpunkt der Guthabennutzung nach einer Transaktion. Sie beeinflussen die praktische Abwicklung von Devisengeschäften und die Attraktivität einzelner Währungen auf den internationalen Märkten.

Konvertierbarkeit von Devisen

Die Konvertierbarkeit beschreibt, in welchem Maße eine Währung in andere Währungen umgetauscht werden kann. Es gibt drei Hauptkategorien:

  • Frei konvertierbare Devisen: 

Diese Währungen lassen sich uneingeschränkt und ohne staatliche Vorgaben in andere Währungen tauschen und sind weltweit akzeptiert. Als Beispiele zählen der US-Dollar (USD), der Japanische Yen (JPY)  und der Schweizer Franken (CHF). Sie gelten als stabil und werden häufig im internationalen Handel verwendet.

  • Beschränkt konvertierbare Devisen: 

Diese Währungen unterliegen Umtauschbeschränkungen, wie etwa für bestimmte Personenkreise oder für Transaktionen in größeren Mengen. Ein Beispiel ist der Chinesische Yuan (CNY), der trotz wachsender Bedeutung auf den globalen Märkten noch Beschränkungen unterliegt. Der Russische Rubel (RUB) fällt ebenfalls in diese Kategorie, da der Handel mit dieser Währung in vielen Fällen reguliert ist.

  • Nicht konvertierbare Devisen: 

Diese Währungen sind vom freien Handel ausgeschlossen, da sie von der jeweiligen Regierung streng kontrolliert werden. Ein Beispiel ist der Nordkoreanische Won (KPW), der außerhalb Nordkoreas in der Regel nicht gehandelt werden darf.

Verfügbarkeit von Devisen: Kassadevisen und Termindevisen

Die Verfügbarkeit von Devisen beschreibt, wann die Währungen nach einem Handel bereitgestellt werden. Je nach Art des Handels stehen die Devisen sofort zur Verfügung oder werden zu einem späteren, festgelegten Zeitpunkt bereitgestellt.

  • Kassadevisen: Diese Währungen sind sofort oder spätestens zwei Geschäftstage nach dem Abschluss eines Handels verfügbar. Sie werden häufig für kurzfristige Zahlungen und Transaktionen genutzt. Bei solchen Geschäften nutzen Banken häufig den Mittelkurs als Referenz. Er errechnet sich aus dem exakten Mittelwert zwischen dem Ankaufs- (Geld-) und Verkaufskurs (Briefkurs). 
  • Termindevisen: Diese Währungen werden erst zu einem späteren Zeitpunkt bereitgestellt, der in der Regel zuvor in einem Vertrag festgelegt wurde. Diese Art von Devisen wird oft verwendet, um sich gegen zukünftige Wechselkursänderungen (Hedging) abzusichern.

Wichtige Währungspaare am Devisenmarkt

Im Devisenhandel werden Währungen oftmals in Paaren gehandelt, da ihr Wert relativ zueinander bestimmt wird. Einige Währungspaare haben eine besonders hohe Bedeutung, da sie weltweit am häufigsten gehandelt werden und als besonders liquide gelten (Stand: 2026):

Währungspaar

Bezeichnung

EUR/USD

Euro/US-Dollar

USD/JPY

US-Dollar/Japanischer Yen

GBP/USD

(Britische Pfund/US-Dollar)

USD/CHF

US-Dollar/Schweizer Franken

AUD/USD

Australischer Dollar/US-Dollar

USD/CAD

US-Dollar/Kanadischer Dollar

NZD/USD

Neuseeländischer Dollar/US-Dollar

Grundlegende Begriffe im Umgang mit Devisen

Im Bereich der Devisen gibt es eine Vielzahl von Fachbegriffen, unter anderem die Deviseneinnahme und den Devisenkurs. Diese Begriffe können helfen, zu verstehen, was Devisen sind, und ermöglichen eine Auseinandersetzung mit den damit verbundenen Möglichkeiten für Investments.

Devisenmarkt

Der Devisenmarkt, ebenfalls als Forex bekannt, ist der größte und liquideste Finanzmarkt der Welt, der fünf Tage die Woche rund um die Uhr geöffnet ist. Im Unterschied zum Aktienmarkt findet der Handel mit Devisen außerhalb klassischer Börsen über elektronische Netzwerke statt.

Zu den Aufgaben zählen vor allem der Austausch von Fremdwährungen für grenzüberschreitende Zahlungen, die Ermittlung von Wechselkursen der Devisen und die Absicherung gegen Währungsrisiken. Durch Angebot und Nachfrage entsteht dort ebenfalls der Devisenkurs, der für viele internationale Transaktionen ausschlaggebend ist.

Devisenkonto

Ein Devisenkonto, oft bezeichnet als Fremdwährungskonto, wird in einer ausländischen Währung geführt. Es ermöglicht Zahlungen und Geldanlagen in der jeweiligen Fremdwährung, ohne dass es nötig ist, die Beträge ständig umzurechnen. Unternehmen nutzen solche Konten, um im internationalen Zahlungsverkehr Wechselkursrisiken zu verringern. Für Privatpersonen kann ein Devisenkonto interessant sein, wenn regelmäßig Devisen eingehen oder in einer anderen Währung Geld angelegt werden soll.

Deviseneinnahme

Die Deviseneinnahme bezeichnet alle Einnahmen, die in ausländischer Währung erzielt werden. Dies kann durch internationale Zahlungen für Waren oder Dienstleistungen, durch Investitionen in ausländische Märkte oder durch Zinsen und Dividenden aus ausländischen Anlagen geschehen.

Die Umrechnung dieser Einnahmen in die heimische Währung beeinflusst den Wert der Deviseneinnahme. Wohingegen die Höhe der Deviseneinnahme von den erhaltenen Zahlungen und vom aktuellen Devisenkurs bestimmt wird. Für diese Umrechnung wird in der Praxis meist der bereits erwähnte Mittelkurs herangezogen.

Devisenkurs

Der Wert einer Devise ergibt sich aus dem offiziellen Wechselkurs, der auch als Devisenkurs bezeichnet wird. Er gibt den Preis an, der für den Umtausch einer Währung in eine andere bezahlt werden muss. Am Finanzmarkt wird dieser Kurs als sogenanntes Währungspaar dargestellt, wie zum Beispiel EUR/USD.

Die Basiswährung steht dabei immer an erster Stelle. Die darauf folgende Kurswährung zeigt an, wie viele Einheiten dieser Fremdwährung nötig sind, um eine einzige Einheit der Basiswährung zu kaufen.

Beispiel für die Berechnung eines Devisenwerts

Wenn der Kurs für das Währungspaar EUR/USD bei 1,10 steht, bedeutet das: Für 1 € erhält man am Devisenmarkt genau 1,10 $. In diesem Szenario ist der Euro die stärkere Währung, da man für eine Einheit der Basiswährung mehr als einen US-Dollar erhält.

Welche Funktion haben Devisen für Unternehmen, Länder und Privatpersonen?

Devisen beeinflussen den internationalen Zahlungsverkehr und ermöglichen wirtschaftliche Aktivitäten über Ländergrenzen hinweg. Sie erleichtern den Handel mit Gütern und Dienstleistungen, den Kapitalfluss sowie Investitionen in ausländischer Währung. Abhängig vom jeweiligen Kontext, ob Unternehmen, Staat oder Privatperson, übernehmen Devisen unterschiedliche Aufgaben: von der Finanzierung globaler Lieferketten über die Steuerung der Wirtschaft bis hin zur Zahlung einer Reise oder bei der Geldanlage.

Devisen für Unternehmen

Für Unternehmen können Devisen relevant sein, wenn sie international handeln. Viele Unternehmen kaufen und verkaufen Waren oder Dienstleistungen über Ländergrenzen hinweg. Dabei benötigen sie die Währung des jeweiligen Landes, um Zahlungen zu leisten.

Beispiel

Ein deutsches Unternehmen kauft Waren aus den USA. Um diese zu bezahlen, sind US-Dollar notwendig. In diesem Fall dienen Devisen als Zahlungsmittel im ausländischen Handel.

Devisen für Länder

Länder halten Währungsreserven in verschiedenen ausländischen Währungen. Diese Devisen können dazu genutzt werden, die eigene Währung zu stabilisieren, insbesondere in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. 

Beispielsweise kann eine Zentralbank bei einem Wertverlust der eigenen Währung auf den Devisenmärkten eingreifen, indem sie ihre Reserven verkauft und gleichzeitig die eigene Währung zurückkauft. Dieser Schritt erhöht die Nachfrage nach der heimischen Währung und stabilisiert deren Kurs. Die Reserven der Zentralbank dienen somit als Sicherheitsnetz, um Schwankungen entgegenzuwirken oder das Vertrauen in die eigene Währung aufrechtzuerhalten.

Beispiel

Japan, dessen offizielle Währung der Yen ist, hält US-Dollar oder Euro. Diese Devisen können den Wechselkurs der eigenen Währung beeinflussen und den internationalen Handel erleichtern. Solche Reserven können Schutz vor finanziellen Krisen bieten, wenn die eigene Währung an Wert verliert.

Devisen für Privatpersonen

Für Privatanlegerinnen und Privatanleger sind Devisen vor allem in zwei Bereichen relevant: Dazu gehören Reisen und Geldanlagen. Wer im Nicht-EU-Ausland bargeldlos mit der Karte bezahlt oder im Online-Banking Geld auf ein Fremdwährungskonto überweist, nutzt Devisen. Der physische Bargeldtausch in einer Wechselstube fällt hingegen unter die Kategorie Valuten.

Wichtig sind Devisenkurse zudem bei Investitionen in ausländische Märkte. Kaufen Anlegerinnen und Anleger beispielsweise Aktien von US-Unternehmen oder einen globalen ETF, investieren sie indirekt in den US-Dollar-Raum. Selbst wenn sie diese Wertpapiere in Euro an der Wiener Börse erwerben, beeinflusst das Verhältnis von Euro zu Dollar die Rendite: 

  • Der Dollar wird stärker (Euro verliert an Wert): das US-Investment gewinnt umgerechnet an Wert (zusätzlich zur Kursentwicklung der Aktie).

  • Der Dollar wird schwächer (Euro gewinnt an Wert): Es entsteht ein Währungsverlust, der die Aktiengewinne schmälern kann.

Dieses sogenannte Wechselkursrisiko (oder Währungsrisiko) betrifft fast jede weltweite Geldanlage.

Wieso verändert sich der Wert von Devisen?

Der Wert einer Devise wird maßgeblich durch Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt bestimmt. Schwankungen entstehen durch wirtschaftliche, politische und spekulative Einflüsse, die den Devisenkurs mitunter kurzfristig verändern können. Dabei wirken sich globale Entwicklungen und nationale Entscheidungen auf die Wechselkurse der Devisen aus. Die größten Einflussfaktoren lassen sich in drei Gruppen einteilen:

  • Wirtschaftliche Faktoren: Dazu gehören Zinssätze, Inflationsraten und Handelsbilanzen. Steigen beispielsweise die Zinsen in einem Land, kann das mehr Kapital anziehen, was die Nachfrage nach der dortigen Währung erhöht.

  • Politische Faktoren: Politische Stabilität schafft Vertrauen, während Krisen und Unsicherheiten den Wert einer Devise mindern können. Zentralbanken beeinflussen ebenfalls durch gezielte Marktinterventionen den Kurs von Währungen.

  • Spekulation und Marktstimmung: Erwartungen über zukünftige Kursverläufe führen zu spekulativen Käufen oder Verkäufen. Diese Aktivitäten wirken sich besonders kurzfristig auf die Devisenkurse aus.

Welche Chancen und Risiken bieten Devisen?

Devisen bieten Anlegerinnen und Anlegern die Möglichkeit, von den Entwicklungen einer Währung auf einem Devisenmarkt zu profitieren. Der Devisenmarkt ist aufgrund politischer und wirtschaftlicher Einflüsse sehr volatil. Diese hohen Wechselkursschwankungen machen den Devisenhandel zu einer risikoreichen Anlageform. 

Für sicherheitsorientierte Anlegerinnen und Anleger kann sich ein Festgeld- oder Tagesgeldkonto von Raisin anbieten. Diese unterliegen der gesetzlichen, EU-weit harmonisierten Einlagensicherung. Beträge bis zu 100.000 € pro Person und Bank sind abgesichert. Die Konten werden ausschließlich in Euro geführt, wodurch das Risiko von Wechselkursschwankungen entfällt, was für zusätzliche Stabilität und Planungssicherheit sorgt.

Festgeld bietet fixe Zinsen über eine vorher vereinbarte Laufzeit, die von wenigen Monaten bis hin zu mehreren Jahren reichen kann. Diese Anlageform kann sich für Sparerinnen und Sparer eignen, die ihr Geld zu planbaren Zinsen anlegen möchten. Raisin bietet attraktive Festgeldzinsen von bis zu 3,60 % p. a.

Beim Tagesgeld ist das Kapital jederzeit verfügbar, was maximale Flexibilität bietet. Tagesgeld kann vor allem für kurzfristige oder liquide Geldreserven eine geeignete Anlageform sein. Aktuell sind bei Raisin Zinsen von bis zu 2,25 % p. a. auf Tagesgeld möglich. Das Eröffnen eines Tagesgeld- oder Festgeldkontos ist kostenfrei. Des Weiteren fallen bei Raisin keine Kontoführungsgebühren oder laufende Kosten an.

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Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Alle ausführlichen Informationen können Sie unter Risikohinweise nachlesen.

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