Erfahren Sie, wie Sie die kryptischen Kürzel in ETF-Namen systematisch dechiffrieren, um die passende Anlagestrategie für Ihr Depot zu wählen und Fallstricke bei Währung und Steuern zu vermeiden.
: ETFs sind börsengehandelte Fonds. Sie bilden die Wertentwicklung eines Index, beispielsweise des globalen MSCI World oder des österreichischen ATX, nach und bieten eine kosteneffiziente Möglichkeit zur Diversifikation.
Ein ETF-Name folgt in der Regel der Logik: Anbieter + Indexname + Region/Fokus + Regulatorik + Ertragsverwendung.
Abkürzungen wie ACC (thesaurierend), DIST (ausschüttend) oder UCITS (EU-reguliert) liefern Ihnen auf einen Blick wichtige Informationen über die Struktur, die Steuern und die Regulierung des Fonds.
Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund, was börsengehandelter Fonds bedeutet. Es handelt sich dabei um eine spezielle Form von Investmentfonds, die sich ähnlich wie Aktien an der Börse handeln lassen. Die meisten ETFs bilden die Wertentwicklung eines Index, wie beispielsweise des MSCI World oder des EURO STOXX 50, passiv nach. In Österreich fallen diese Produkte rechtlich unter die Kategorie OGAW (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren), sofern sie den EU-weiten UCITS-Standards entsprechen. Die Kernmerkmale von ETFs zeigt der folgende Überblick:
Börse: Anlegerinnen und Anleger können ETFs jederzeit während der Öffnungszeiten der Börse handeln.
Abbildung eines Index: Da die Fonds vordefinierten Indizes meistens passiv folgen, entfällt ein teures aktives Management. Das macht ETFs im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds besonders kostengünstig.
Diversifikation: Ein ETF ermöglicht es, mit einem einzigen Wertpapier in viele Einzelwerte oder Anlageklassen, wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe, zu investieren. Dies streut das Risiko und verringert die Auswirkungen von Schwankungen einzelner Wertpapiere oder Marktsegmente.
ETF-Abkürzungen und -Bezeichnungen liefern Informationen über den Fonds und dessen Struktur. Die Namen setzen sich in der Regel aus mehreren Bestandteilen zusammen, wobei die genaue Reihenfolge der einzelnen Komponenten variieren kann.
Sie beginnen in der Regel mit dem Namen des ETF-Anbieters (zum Beispiel iShares, Xtrackers oder Vanguard), gefolgt vom Namen des Index-Anbieters (zum Beispiel MSCI oder FTSE) und Angaben zum geografischen Fokus (zum Beispiel World oder All-Worlds). Zusätzlich weisen regulatorische Zusätze wie UCITS ETF auf die EU-Konformität hin, während Währungsangaben wie EUR Hedged oder USD die Fondswährung sowie eine eventuelle Absicherung gegen Wechselkursrisiken angeben.
Weitere Kürzel wie ACC (thesaurierend) oder DIST (ausschüttend) klären die Ertragsverwendung. Die Anteilsklasse (beispielsweise 1C) kann Details zur Gebührenstruktur liefern.
ETF-Namen wirken oft wie eine Aneinanderreihung von Codes. Ein Blick auf die Details macht die Logik schnell deutlich.
Ein konkretes Beispiel verdeutlicht das Zusammenspiel dieser Kürzel: Der Xtrackers ATX UCITS ETF 1C zeigt alle wesentlichen Merkmale. „Xtrackers“ benennt den Anbieter (DWS) und „ATX“ definiert den zugrunde liegenden österreichischen Leitindex. Der Zusatz „UCITS“ bestätigt die Einhaltung europäischer Verbraucherschutzstandards und „1C“ signalisiert, dass die erzielten Erträge automatisch in den Fonds reinvestiert werden.
Bestandteil | Beispiel im Namen | Funktion |
ETF-Anbieter | iShares | Name der Fondsgesellschaft, die das Produkt verwaltet (weitere Beispiele: Xtrackers, Vanguard) |
Index-Name | ATX | Definiert den zugrunde liegenden Markt (beim ATX: die 20 führenden börsennotierten Unternehmen Österreichs) |
Regulatorik | UCITS / OGAW | Zeigt an, ob das Produkt die EU-weiten Verbraucherschutz- und Diversifikationsregeln erfüllt |
Anteilsklasse | (1C) | Gibt an, ob der Fonds die Erträge automatisch reinvestiert (thesaurierend) oder ausschüttet. |
Neben den ETF-Kürzeln, die in nahezu jedem ETF-Namen stehen, gibt es weitere Abkürzungen, die zusätzliche Informationen über den Fonds liefern. Diese Kürzel können Hinweise auf spezielle ETF-Typen, Nachhaltigkeitsmerkmale, Anlagestrategien oder Replikationsarten geben.
Der vollständige ETF-Name setzt sich aus diesen Bestandteilen zusammen. Anhand der folgenden Beispiele lässt sich die systematische Namensgebung leicht nachvollziehen:
iShares Core MSCI World UCITS ETF: Ein iShares-ETF, der die Wertentwicklung des MSCI World Index abbildet und EU-konform ist (UCITS). Der Zusatz Core bezeichnet eine Produktlinie des Anbieters für besonders kosteneffiziente Basisinvestments.
Amundi MSCI ACWI SRI Climate Paris Aligned UCITS ETF DR - USD: Ein Amundi-ETF, der die Wertentwicklung des MSCI ACWI Index abbildet, welcher entwickelte Länder und Schwellenländer umfasst. Das Kürzel SRI weist darauf hin, dass der zugrundeliegende Index strenge Kriterien für sozial verantwortliche Investitionen anwendet, während Climate Paris Aligned dessen Ausrichtung an den Zielen des Pariser Klimaabkommens anzeigt. Das Kürzel DR steht für ‚Direct Replication‘ und zeigt, dass der Fonds den Index physisch nachbildet und die entsprechenden Aktien direkt hält. Das angehängte USD gibt die Fondswährung an.
Amundi Leveraged S&P 500 UCITS ETF EUR: Ein in Europa zugelassener ETF, der den S&P 500 Index abbildet und gehebelt (Leveraged) ist. Das Produktblatt (Factsheet) weist für den zugrundeliegenden Index die Kennzeichnung „S&P 500 Leveraged x2 USD Index“ aus. Das Merkmal „2x“ zeigt an, dass der Index die tägliche Rendite des S&P 500 mit dem Faktor 2 multipliziert.
ETF-Emittenten nutzen festgelegte Begriffe, um ihre Produkte in verschiedene Typen beziehungsweise Produktlinien zu unterteilen. Diese richten sich nach spezifischen Anlagestrategien oder Zielmärkten. Anbieter von verschiedenen Produktlinien können diese nach ihrer eigenen Auffassung benennen oder die Standards für sich selbst festlegen.
Core-ETFs: Breite Diversifikation mit niedrigen Kosten und als Grundlage für langfristige Portfolios geeignet, wie beispielsweise der iShares Core MSCI World UCITS ETF mit über 1.300 globalen Unternehmen.
Prime-ETFs: Bezeichnen die besonders kostengünstige Kern-Produktlinie des Anbieters Amundi, die als Basisinvestor dient, wie der Amundi Prime Global ESG UCITS ETF.
Value-ETFs: Setzen gezielt auf Substanzwerte. Der Schwerpunkt liegt auf Unternehmen, die im Vergleich zu ihren Fundamentaldaten (wie dem Buchwert oder Gewinn) aktuell als unterbewertet gelten, wie beispielsweise der Vanguard Global Value Factor UCITS ETF mit globalen Value-Aktien.
Growth-ETFs: Investitionen in wachstumsstarke Unternehmen mit hohem Gewinn- und Umsatzpotenzial, wie beispielsweise der iShares MSCI World Growth UCITS ETF.
Der erste Bestandteil des Namens erklärt, wer den ETF aufgelegt hat. Bekannte Anbieter am ETF-Markt sind zum Beispiel:
iShares: Marke des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock.
Xtrackers: ETF-Sparte der DWS (Deutsche Bank Gruppe).
Amundi: Größter europäischer Anbieter, der auch viele länderspezifische ETFs anbietet
Vanguard: Bekannt für besonders niedrige Kostenstrukturen.
Emittenten haben ihre eigenen Produktpaletten und sind häufig auf unterschiedliche Märkte, Sektoren oder Anlagethemen spezialisiert. Anlegerinnen und Anleger können sich am Namen des Anbieters orientieren, wenn sie bei einem bevorzugten Emittenten bleiben oder Vorteile verschiedener Anbieter nutzen möchten.
Der Name des Index-Anbieters ist ebenfalls mit einem Kürzel im ETF-Namen angegeben. Diese Anbieter sind Unternehmen oder Organisationen, die den Index erstellen und verwalten. Sie definieren die Zusammensetzung eines Index und legen die Kriterien für die Aufnahme von Wertpapieren fest. Bekannte Index-Anbieter und Beispiele für von ihnen angebotene Indizes sind:
MSCI (Morgan Stanley Capital International): MSCI World, MSCI Emerging Markets.
S&P (Standard & Poor’s): S&P 500, Dow Jones Industrial Average (DJIA).
FTSE (Financial Times Stock Exchange): FTSE 100 (UK), FTSE All-World.
STOXX AG (Deutsche Börse): EURO STOXX 50, STOXX Europe 600
Deutsche Börse: DAX (Deutscher Aktienindex).
NASDAQ: NASDAQ 100.
Der geografische Fokus eines ETFs gibt an, auf welche Länder oder Regionen der Fonds ausgerichtet ist. Dies wird oft im ETF-Namen durch den Indexnamen oder zusätzliche Hinweise deutlich. Abhängig von der Ausrichtung bilden ETFs Indizes ab, die weltweit diversifizieren oder sich gezielt auf einzelne Länder und Märkte spezialisieren. Einige Beispiele für geografische Schwerpunkte sind:
ATX: Österreichischer Aktienindex, der die 20 führenden börsennotierten Unternehmen in Österreich umfasst.
MSCI World: Dieser Index umfasst Unternehmen aus 23 Industrieländern. Trotz der globalen Ausrichtung liegt der Schwerpunkt mit über 70 % Gewichtung stark auf dem US-Aktienmarkt.
MSCI Europe: Dieser Index konzentriert sich auf europäische Aktienmärkte.
MSCI Japan: ETFs mit diesem Index decken den japanischen Aktienmarkt ab.
S&P 500: Der Fokus liegt auf den 500 größten börsennotierten US-Unternehmen, die die amerikanische Börsenlandschaft repräsentieren.
FTSE Emerging Markets: ETFs mit diesem Fokus investieren in Schwellenländer, die ein hohes Wachstumspotenzial bieten.
ETFs enthalten häufig die Abkürzung UCITS (Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities). Die österreichische Bezeichnung hierfür lautet OGAW (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren). Diese Kennzeichnungen zeigen, dass der ETF die EU-Richtlinien für kollektive Kapitalanlagen erfüllt. Dazu gehören Anforderungen an Transparenz, Anlegerschutz und Risikomanagement. Ein ETF mit der Abkürzung UCITS hält beispielsweise bestimmte Diversifikationsregeln ein, um das Klumpenrisiko für Anlegerinnen und Anleger zu minimieren.
Gut zu wissen: In Europa zugelassene ETFs für Privatanlegende besitzen ausnahmslos den UCITS-Status. Produkte ohne dieses Kürzel sind rechtlich keine Fonds, sondern börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen, sogenannte ETPs (Exchange Traded Products), wie sie häufig bei Kryptowährungen zum Einsatz kommen. Diese unterliegen anderen regulatorischen Vorgaben.
In ETF-Namen finden sich häufig Informationen zu den Handelswährung. Diese Angaben deuten jedoch nicht auf ein mögliches Wechselkursrisiko für Anlegerinnen und Anleger hin. Es gibt dabei zwei wesentliche Aspekte, die beachtet werden können:
Fondswährung (Rechnungswährung): Dies ist die Währung, in der der Fonds intern seine Buchhaltung führt und den Anteilswert berechnet. Häufig finden sich Kürzel wie EUR (Euro), USD (US-Dollar), CHF (Schweizer Franken) oder GBP (Britisches Pfund) im Namen. In welcher Währung der ETF an der lokalen Börse gehandelt wird (Handelswährung), hängt vom jeweiligen Handelsplatz ab.
Das Wechselkursrisiko: Bildet ein ETF beispielsweise den MSCI World Index ab, liegt das primäre Wechselkursrisiko im US-Dollar, da über 70 % der enthaltenen Aktien in den USA beheimatet sind. Das ist unabhängig davon, ob der ETF selbst in Euro oder US-Dollar bilanziert oder gehandelt wird.
Bei Notierungen in Fremdwährungen gibt es zudem die Option einer Währungsabsicherung. Ein ETF, der gegen Wechselkursschwankungen abgesichert ist, wird als währungsabgesicherter ETF bezeichnet. Diese Absicherung wird in der Regel durch die Bezeichnung Hedged oder die Abkürzung H im ETF-Namen angezeigt.
Währungsabsicherung: Ein währungsabgesicherter ETF schützt Anlegerinnen und Anleger vor Schwankungen des Wechselkurses zwischen den Währungen der im Index enthaltenen Vermögenswerte und der eigenen Heimatwährung (Euro). Ein Beispiel dafür ist der iShares MSCI World EUR Hedged UCITS ETF (Acc). Hier zeigt EUR Hedged, dass das Produkt gegen Wechselkursschwankungen zwischen dem Euro und den im Index vertretenen Fremdwährungen (vordergründig dem US-Dollar) abgesichert ist.
Fehlende Absicherung: Fehlt im Namen des ETFs ein Hinweis wie Hedged, besteht ein Währungsrisiko. In solchen Fällen ist der ETF den Schwankungen des Wechselkurses zwischen der Basiswährung des Index und der Fondswährung ausgesetzt.
Die Ertragsart beeinflusst, wie Anlegerinnen und Anleger von den ETF-Erträgen profitieren können. Dabei geht es vor allem darum, ob ein ETF die Erträge aus Dividenden und Renditen direkt an die Anlegerinnen und Anleger ausschüttet oder reinvestiert. Diese Unterschiede sind bei ETFs durch die Abkürzungen ACC und DIST gekennzeichnet.
Die Abkürzung C oder ACC steht für Accumulating (ansammelnd). ETFs mit dieser Bezeichnung sind thesaurierend. Das bedeutet, dass sie die Erträge reinvestieren, anstatt sie auszuschütten. Dies bewirkt ein automatisches Wachstum des Fondsvermögens und kann langfristig durch den Zinseszinseffekt (Zinsen auf Zinsen) zu höheren Renditen führen.
DIST, DIS oder D steht für Distributing (verteilend). Diese Abkürzung zeigt, dass die Erträge des ETFs regelmäßig ausgeschüttet auf das Konto ausgezahlt werden.
Die Wahl zwischen ACC und DIST hängt von den persönlichen Zielen ab: Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, kann eher auf ACC-ETFs setzen. DIST-ETFs können vorteilhaft für Anlegerinnen und Anleger sein, die regelmäßige Ausschüttungen wünschen, um ein passives Einkommen aufzubauen.
Zusätze wie „1C“ oder „1D“ am Ende eines ETF-Namens beziehen sich auf die jeweilige Anteilsklasse. Sie zeigen an, dass ein Emittent denselben Fonds in verschiedenen Varianten anbietet. Diese Klassen unterscheiden sich meist in ihrer Ertrags- oder Kostenstruktur:
1C: Steht meist für eine thesaurierende Klasse (Accumulating), bei der Renditen automatisch wieder in den ETF reinvestiert werden.
1D: Steht für ausschüttende Klassen (Distributing), bei denen Erträge an die Anlegerin oder den Anleger ausgezahlt werden.
2 oder höher: Höhere Zahlen können auf weitere Unterklassen hinweisen, die oft institutionellen Investoren vorbehalten sind.
Der Hauptgrund für verschiedene Anteilsklassen liegt in der Trennung von Großanlegern (Institutionellen) und Privatanlegenden (Retail). Da Fondsgesellschaften für institutionelle Anleger Tarife ohne Vertriebskosten kalkulieren, besitzen diese Klassen deutlich niedrigere laufende Kosten (oft noch als Gesamtkostenquote oder TER bezeichnet). Das stellt sicher, dass Anlegende genau die Kosten tragen, die für die Anteilsklasse ihres jeweiligen Vertriebskanals vertraglich festgelegt.
In ETF-Namen geben Hinweise wie ESG (Environmental, Social, Governance), SRI (Socially Responsible Investing) oder PAB (Paris-Aligned Benchmark) Aufschluss darüber, dass der zugrundeliegende Index strenge Nachhaltigkeitskriterien anwendet.Diese Abkürzungen zeigen, dass der Fonds strengere ESG-Auswahlkriterien (ESG = Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) anwendet oder auf die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens ausgerichtet ist.
Entsprechende Indizes schließen kontroverse Branchen aus und gewichten Unternehmen höher, die im Branchenvergleich hohe ESG-Bewertungen oder besonders geringe CO₂-Emissionen vorweisen. Typische Beispiele für solche Produkte sind der Xtrackers MSCI World ESG UCITS ETF 1C und der Amundi MSCI Europe SRI Climate Paris Aligned UCITS ETF DR.
ETFs können in ihrem Namen widerspiegeln, welche Anlagestrategie sie verfolgen. Hier sind einige Strategien, die in einer ETF-Abkürzung sichtbar werden können:
Der Zusatz Dividend im ETF-Namen weist darauf hin, dass der zugrundeliegende Index eine Dividendenstrategie verfolgt, wie beispielsweise beim iShares MSCI World Quality Dividend Advanced UCITS ETF. Dividenden-ETFs konzentrieren sich auf Aktien von Unternehmen, die eine besonders hohe Dividendenrendite oder als Dividendenaristokraten eine attraktive Dividendenhistorie vorweisen können. Letztere ETFs investieren in Unternehmen, die ihre Dividenden über viele Jahre hinweg kontinuierlich erhöht haben.
Dividenden-ETFs sind in der Regel kosteneffizient, da sie oft eine breite Diversifikation bieten und relativ geringe Verwaltungsgebühren aufweisen. Kursschwankungen sowie potenzielle Dividendenkürzungen können die Wertentwicklung von Dividenden-ETFs schmälern.
ETF-Bezeichnungen wie Short, Inverse oder Bear deuten auf eine Short-Strategie hin, bei der ein ETF von fallenden Kursen profitiert. Solche ETFs werden häufig Invers-ETFs genannt, da sie die umgekehrte Wertentwicklung eines Index abbilden. Um diese spiegelverkehrte Wertentwicklung zu erreichen, nutzen Short-ETFs Finanzderivate (Swaps) anstelle von physischen Aktienkäufen. Sinkt der abgebildete Index, steigt im Gegenzug der Wert des Invers-ETFs, wie beispielsweise beim Xtrackers ShortDAX Daily UCITS ETF. Ein Short-ETF nutzt Derivate, um die Wertentwicklung eines Index spiegelverkehrt nachzubilden. Wenn zum Beispiel der DAX um 2 % fällt, steigt der 1x Short-DAX-ETF um 2 %. Bei gehebelten Short-ETFs, gekennzeichnet durch Zusätze wie 2x oder 3x, wird das Doppelte beziehungsweise Dreifache der täglichen inversen Indexrendite erzielt. Das bedeutet: Ein zweifach gehebelter Short-ETF erzielt bei einem fallenden Markt den doppelten Tagesgewinn. Umgekehrt erzielt er bei steigenden Kursen die doppelten Verluste.
Aufgrund dieser täglichen Neugewichtung (Path Dependency) können Short-ETFs für Anlegerinnen und Anleger interessant sein, die auf kurzfristige Marktrückgänge setzen möchten. Bei längerer Haltedauer weicht die Performance stark vom Indexverlauf ab. Darüber hinaus können Short-ETFs zur Depotabsicherung genutzt werden, indem sie bestehende Aktienpositionen gegen mögliche Verluste in fallenden Märkten schützen.
Abkürzungen wie Leveraged, Ultra, Pro, 2x oder 3x deuten auf einen ETF hin, der einen gehebelten Basisindex abbildet, um die Rendite eines Basisindex zu vervielfachen. Wenn ein Index beispielsweise um 1 % steigt, legt ein 2x-Leveraged-ETF um 2 % zu. Wenn ein Index beispielsweise um 1 % steigt, legt ein 2x-Leveraged-ETF um 2 % zu. Der L&G DAX Daily 2x Leveraged UCITS ETF bietet beispielsweise eine doppelte Hebelwirkung auf den DAX. Dies gilt ebenso in die entgegengesetzte Richtung bei negativen Entwicklungen.
Die Fondsgesellschaft passt die Gewichtung des ETFs jeden Handelstag neu an, um den konstanten Hebel zu garantieren. Diese tägliche Neugewichtung führt über längere Zeiträume hinweg zu einer sogenannten Pfadabhängigkeit: Durch den Zinseszinseffekt weicht die langfristige Wertentwicklung mathematisch bedingt oft stark vom verdoppelten Indexverlauf ab. Leveraged-ETFs sind für risikobereite Anlegerinnen und Anleger mit kurzfristigen Spekulationszielen geeignet, insbesondere in Bullenmärkten (Phase mit steigenden Kursen), in denen der Hebel überproportionale Gewinne ermöglichen kann.
Wichtiger Risikohinweis zu Short- und Leveraged-ETFs: Diese Produkte nutzen komplexe Finanzderivate und sind aufgrund der täglichen Pfadanpassung (Daily Rebalancing) mathematischen Verzerrungen unterworfen. Sie eignen sich ausschließlich für die kurzfristige Spekulation durch erfahrene Anlegerinnen und Anleger. Bei längeren Halteperioden in Seitwärtsmärkten drohen trotz scheinbar gleichbleibender Indexstände erhebliche Verluste bis hin zum Totalverlust.
Die Long-Strategie ist die Standardstrategie bei den meisten ETFs. Hierbei wird der zugrunde liegende Index 1:1 nachgebildet. Steigt der Index um 1 %, steigt der ETF ebenso um 1 %. Da diese Strategie die Basis vieler ETFs bildet, wird die Bezeichnung bei der Benennung des ETFs in der Regel weggelassen.
Die Replikationsart eines ETFs gibt an, wie der Fonds die Wertverläufe seines zugrunde liegenden Index nachbildet. Sie beeinflusst die Kosten, Risiken und Nachbildungstreue eines ETFs. Entsprechende Abkürzungen im ETF-Namen kennzeichnen diese Methode direkt. Die Finanzindustrie unterscheidet grundsätzlich zwischen der physischen (direkten) und der synthetischen (indirekten) Replikation, wobei die physische Variante nochmals in die vollständige und die optimierte Nachbildung (Sampling) unterteilt wird.
Bei der physischen Replikation, oft durch die Abkürzung DR (Direct Replication) gekennzeichnet, beinhaltet der ETF die Wertpapiere des Index direkt in der jeweiligen Gewichtung. Das bedeutet, dass der ETF den Index 1:1 abbildet. Manche Anbieter fügen Abkürzungen wie Physical oder DR hinzu, um dies deutlich abzugrenzen. Ein Beispiel ist der iShares Core MSCI World UCITS ETF (DR), der die physischen Wertpapiere des MSCI World Index hält. Die physische ETF-Replikation schließt das Kontrahentenrisiken aus und ermöglicht eine direkte Partizipation an der Indexentwicklung.
Swap-ETFs nutzen die synthetische Replikation, um die Wertentwicklung eines Index nachzubilden. Der ETF kann ganz andere Titel als der Index enthalten. Anstatt die Wertpapiere selbst zu kaufen, schließt die Fondsgesellschaft ein Tauschgeschäft (Swap) mit einem Partner ab. Dieser garantiert dem ETF im Tausch gegen eine Gebühr die exakte Indexrendite.
Solche ETFs werden durch Begriffe wie Synthetic oder Swap im Namen signalisiert, wie beispielsweise beim Amundi MSCI World Swap UCITS ETF. Die synthetische Replikation ermöglicht vor allem bei weniger zugänglichen Märkten eine präzise Nachbildung von Indizes, während zugleich ein Kontrahentenrisiko durch die Abhängigkeit von der Zahlungsfähigkeit des Partners bestehen kann.
Bei Sampling-ETFs kauft der Fonds eine bestimmte Auswahl an den im Index enthaltenen Wertpapieren, um den Index möglichst genau widerzuspiegeln. Mit dieser optimierten Replikation spart der ETF Transaktionskosten bei der Indexnachbildung.
Ein Beispiel ist der SPDR MSCI Emerging Markets UCITS ETF, der eine Teilmenge des Index hält. Den genauen Hinweis auf das Sampling finden Anlegende statt im Namen meist im Factsheet oder der Fondsbeschreibung. Das Verfahren ist besonders bei großen oder illiquiden Indizes sinnvoll, führt im Vergleich zur Vollreplikation jedoch zu einem leicht höheren Tracking Error (Abweichung vom Index).
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ETP (Exchange Traded Product) ist der Oberbegriff für alle börsengehandelten Finanzprodukte, die die Wertentwicklung eines Basiswertes wie eines Index oder Rohstoffs nachbilden. Zu den bekanntesten Arten von ETPs gehören neben ETFs ETCs (Exchange Traded Commodities) und ETNs (Exchange Traded Notes). Der Hauptunterschied zwischen diesen Produkten liegt in ihrer rechtlichen Struktur und den damit verbundenen Risiken.
ETC (Exchange Traded Commodity): Börsengehandelte Produkte, die die Wertentwicklung von Rohstoffen wie Gold, Öl oder Agrarprodukten abbilden. Während Edelmetalle wie Gold meist physisch im Tresor hinterlegt sind, bilden ETCs auf Öl oder Agrarprodukte die Preise über Terminkontrakte ab. Da es sich rechtlich um Schuldverschreibungen handelt, bleibt ein Emittentenrisiko bestehen.
ETN (Exchange Traded Note): Inhaberschuldverschreibungen, die die Wertentwicklung von Indizes, Währungen oder anderen komplexen Basiswerten nachbilden. Da sie rechtlich reine Schuldverschreibungen des Emittenten sind und häufig ohne physische Besicherung auskommen, unterliegen sie im Vergleich zu ETFs (Sondervermögen) einem deutlich höheren Emittentenrisiko.
ETFs bieten Anlegerinnen und Anlegern die Möglichkeit, von der Wertentwicklung der Kapitalmärkte zu profitieren. Durch den Kauf eines ETFs investieren sie bereits mit einer einzigen Anlage breit gestreut in die Titel einer gesamten Anlageklasse wie Aktien oder Anleihen. Langfristige Anlagestrategien mit ETFs bieten die Chance, Kursschwankungen auszugleichen und attraktive Renditen zu erzielen.
Neben ETFs gibt es für sicherheitsorientierte Anlegerinnen und Anleger alternative Möglichkeiten zur Geldanlage. Die über Raisin vermittelten Tagesgeld- und Festgeldkonten sind attraktive Alternativen, die keinen Kursschwankungen unterliegen und attraktive Zinsen erzielen können. Bei Raisin bleiben Kontoführungsgebühren und laufende Kosten aus. Das Eröffnen eines Tagesgeld- oder Festgeldkontos ist ebenfalls kostenfrei. Alle über Raisin vermittelten Einlagen sind durch die gesetzliche Einlagensicherung des jeweiligen Herkunftslandes der Partnerbank bis zu 100.000 € pro Person und Bank geschützt.
Tagesgeldkonten sind eine flexible Option, da Sparende jederzeit auf das Guthaben zugreifen können. Aktuell sind bei Raisin Zinsen von bis zu 2,05 % p. a. möglich.
Festgeldkonten hingegen können sich für Sparerinnen und Sparer eignen, die ihr Kapital für einen bestimmten Zeitraum fest anlegen möchten. Die Laufzeit kann von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren reichen. Raisin bietet attraktive Festgeldzinsen von bis zu 3,17 % p. a.
DR steht für Direct Replication. Ein ETF mit diesem Kürzel kauft die Aktien des Index direkt, statt sie über Derivate nachzubilden. Ein DR-ETF kann den Index entweder komplett kaufen (Vollreplikation) oder, was besonders bei großen Indizes wie Schwellenländern verbreitet ist, nur eine optimierte Auswahl der Aktien erwerben (Sampling).
ETFs gelten in Österreich als Meldefonds, sofern sie ihre Daten an die ÖKB (Österreichische Kontrollbank) melden. Dies tun die meisten großen Anbieter. Ein inländischer, steuereinfacher Broker führt die KESt (Kapitalertragsteuer) automatisch dann für Anlegerinnen und Anleger ab, was den Aufwand minimiert.
Die Abkürzung ESG steht für Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Diese Kriterien bewerten, wie nachhaltig und verantwortungsvoll Unternehmen agieren. Das Regelwerk eines ESG-Index filtert Konzerne nach folgenden Schwerpunkten:
E (Environmental): Bezieht sich auf Umweltfaktoren wie Klimaschutz, Ressourcenschonung, CO₂-Emissionen und Abfallmanagement.
S (Social): Umfasst soziale Aspekte wie Menschenrechte, Arbeitssicherheit, Diversität, faire Löhne und gesellschaftliches Engagement.
G (Governance): Betrifft die Unternehmensführung und deckt Aspekte wie Transparenz, Korruptionsprävention oder die Einhaltung von Gesetzen und Aktionärsrechte ab.
Das Kürzel ex steht für exklusive. Es wird bei ETFs damit verdeutlicht, dass bestimmte Regionen, Länder, Branchen oder Sektoren aus dem zugrunde liegenden Index ausgeschlossen sind. Anlegerinnen und Anleger können auf ETFs mit dem Kürzel ex zurückgreifen, wenn sie sich vorzugsweise auf andere Märkte fokussieren möchten. Das kann beispielsweise aus politischen, wirtschaftlichen oder strategischen Gründen erfolgen. Nachfolgend lassen sich zwei Beispiele zeigen:
MSCI Emerging Markets ex China Index: Der ETF schließt chinesische Unternehmen aus, selbst wenn diese Teil des MSCI Emerging Markets Index sind.
S&P 500 ex Energy: Der ETF exkludiert den Energiesektor aus dem S&P 500 Index.
Die ETF-Abkürzung ISIN steht für International Securities Identification Number. Diese zwölfstellige, weltweit einheitliche Kennnummer identifiziert Finanzinstrumente wie ETFs eindeutig. Sie setzt sich aus einem Ländercode, einer Wertpapiernummer und einer Prüfziffer zusammen.
Die ISIN schützt Anlegende vor dem Kauf vor Verwechslungen. Wichtig für den Handel: Die ISIN bleibt an jedem Börsenplatz für den jeweiligen ETF exakt gleich. Wer den ETF an einem ganz bestimmten Handelsplatz heraussuchen möchte, nutzt dafür zusätzlich die nationale WKN oder das spezifische Ticker-Symbol.
Das ETF-Kürzel TER (Total Expense Ratio) bezeichnet die Gesamtkostenquote eines ETFs. Mittlerweile wird sie oft als OGC (Ongoing Charges / laufende Kosten) ausgewiesen. Sie gibt an, wie hoch die jährlichen Verwaltungskosten des ETFs in Prozent bezogen auf sein durchschnittliches Fondsvolumen sind. Diese Kennzahl beeinflusst die Rentabilität einer Investition: Je niedriger die TER, desto geringer sind die laufenden Kosten, die von der Rendite abgezogen werden.
Die TER umfasst interne Kostenpositionen, darunter Managementgebühren, Marketing- und Verwaltungskosten sowie Depotgebühren. Die privaten Depotgebühren bei der Bank sind nicht darin enthalten. Weitere Kosten, die über die TER hinausgehen, sind beispielsweise Transaktionskosten beim Broker, die beim Kauf oder Verkauf von ETF-Anteilen entstehen, sowie etwaige Steuern. In der Regel ist die TER bei ETFs deutlich niedriger als bei aktiv verwalteten Fonds, da ETFs einen Index meist passiv nachbilden und somit weniger Verwaltungsaufwand benötigen.
Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Alle ausführlichen Informationen können Sie unter Risikohinweise nachlesen.
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