Die EZB legt drei verschiedene Zinssätze fest, mit denen sie die Geldpolitik in der EU steuert. Sie haben zudem einen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der Kredit- und Sparzinsen. Erfahren Sie alles rund um die Bedeutung und Entwicklung der drei Zinssätze.

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Zuletzt aktualisiert: 01. Januar 2026
Zuletzt aktualisiert: 01.01.2026
Für die EZB Leitzinsen gelten aktuell folgende Zinssätze:
Die letzte Entscheidung über die Höhe der Leitzinsen fiel im Oktober 2025. Dabei wurde beschlossen, erneut eine Zinspause einzulegen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) bestimmt als Notenbank die Leitzinsen. Ziel ihrer Geldpolitik ist es, die Inflation und Preise stabil zu halten sowie die positive Entwicklung der Wirtschaft zu gewährleisten.
Leitzinsen: Für den Euroraum legt die EZB insgesamt drei verschiedene Zinssätze fest: den Einlagenzins (2,00 %), den Hauptrefinanzierungssatz (2,15 %) und den Spitzenrefinanzierungssatz (2,40 %). (Stand: 01.2026)
Sparzinsen: Die Höhe der EZB-Leitzinsen wirkt sich unter anderem auf die Tages- und Festgeldzinsen aus. Je höher der Leitzins ist, desto höher sind in der Regel die Zinsen, die Sie mit einer Spareinlage erzielen können.
Die Europäische Zentralbank (EZB) legt drei verschiedene Zinssätze fest, um die Geldmenge und Kreditvergabe im Euroraum zu steuern (mehr Details zu den Leitzinsen im Abschnitt Welche Leitzinsen der EZB gibt es?). Sie bestimmen, zu welchen Konditionen sich Geschäftsbanken Geld von der EZB leihen oder bei ihr anlegen können. Dadurch beeinflusst die EZB direkt das allgemeine Zinsniveau. Der EZB-Rat entscheidet regelmäßig über die Höhe der Leitzinsen, um geldpolitische Ziele zu erreichen, wie beispielsweise:
Ein weiteres Ziel der EZB ist es, die Inflationsrate mittelfristig bei 2,00 % zu halten. Je nach wirtschaftlicher Lage hebt oder senkt die EZB ihre Leitzinsen oder belässt sie auf dem aktuellen Niveau. Die Zinsentscheidungen werden in Zinsmeetings des EZB-Rates getroffen und an vorgegebenen Terminen bekannt gegeben.
Niedrige Leitzinsen können die Wirtschaft ankurbeln: Banken erhalten Geld günstig und bieten die Möglichkeit, es in Form attraktiver Kredite an Unternehmen und Privatpersonen weiterzugeben. Gleichzeitig sind in solchen Phasen die Sparzinsen (beispielsweise Tages- und Festgeldzinsen) niedriger. Denn viele Menschen geben ihr Geld lieber direkt aus, was den Konsum erhöht und mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf bringt.
Hohe Leitzinsen wirken dagegen bremsend: Kredite werden teurer, die Geldmenge im Umlauf sinkt und die Inflation geht zurück. Für Sparerinnen und Sparer sind hohe Leitzinsen jedoch vorteilhaft, da Festgeld und Tagesgeld dann attraktive Zinsen ermöglichen.
Die EZB legt als Notenbank drei verschiedene Leitzinsen fest. Diese sind:
Gut zu wissen: In den Medien wird über den sogenannten Leitzins der EZB gesprochen. Hierbei handelte es sich lange Zeit um den Hauptrefinanzierungssatz. Für Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer ist dies weiterhin der relevante Leitzinssatz, da sie als Grundlage für die Refinanzierung der Kreditinstitute dient. Mittlerweile hat sich der Fokus auf den Einlagenzins verschoben. Nach Angaben der EZB ist dieser nun maßgeblich für den geldpolitischen Kurs. Gleichzeitig dient der Einlagezins als Referenzgröße für Sparerinnen und Sparer, ob sich die Sparzinsen nach oben oder unten entwickeln.
Die nächsten Termine zur Bekanntgabe der Zinsentscheide der EZB sind:
Die Termine für die Zinsentscheidungen geben Aufschluss darüber, wann neue geldpolitische Maßnahmen der EZB veröffentlicht werden und welche Entwicklungen bei den EZB-Leitzinsen möglich sind. Nach jedem Zinsentscheid folgt eine Pressekonferenz mit der EZB-Präsidentin, in der die Hintergründe der Entscheidung erläutert und Einschätzungen zur Wirtschaftslage gegeben werden. Die Finanzmärkte reagieren oft unmittelbar auf diese Ankündigungen, etwa durch Schwankungen an den Anleihen- und Aktienmärkten.
Die Leitzinsen der EZB haben sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach verändert, um auf Inflation, Konjunktur (gesamtwirtschaftliche Lage) und wirtschaftliche Krisen im Euroraum zu reagieren. Besonders der Einlagenzins und der Hauptrefinanzierungssatz zeigen dabei, wie sich der geldpolitische Kurs der EZB seit 1999 entwickelt hat.

Die Grafik zeigt deutliche Zinsspitzen in den Jahren 2000 und 2008, gefolgt von starken Leitzinssenkungen während der Finanzkrise und der Eurokrise. Diese führten beim Einlagenzins bis in den negativen Bereich. Ab 2022 wurden die Leitzinsen im Zuge hoher Inflationsraten deutlich angehoben.
Seit Mitte 2024 sind jedoch mehrere Leitzinssenkungen erkennbar, mit denen die EZB versucht, die gesamtwirtschaftliche Lage im Euroraum zu verbessern und Preisstabilität zu erreichen. Auffällig ist zudem, dass sich der Hauptrefinanzierungs- und Einlagenzinssatz zuletzt stark angenähert haben. Folgen dieser Entwicklung sind laut EZB, dass sich Schwankungen bei kurzfristigen Zinsen verringern und Banken mehr Planungssicherheit gegeben wird.
Ob die EZB-Zinsen 2026 wieder steigen werden, lässt sich derzeit schwer abschätzen. Expertinnen und Experten prognostizieren jedoch für das erste Halbjahr 2026 eine weitere Zinssenkung, sofern sich die Inflationsrate im Euroraum nachhaltig um das Stabilitätsziel von 2,00 % bewegt. Aktuell liegt die Inflationsrate im Euroraum bei 2,10 % (Stand: 01.2026).
Ob die Zinsen hingegen gesenkt werden, hängt davon ab, wo der sogenannte neutrale Zins liegt. Das ist das Zinsniveau, bei dem die wirtschaftliche Entwicklung durch die Geldpolitik unverändert bleibt. Expertinnen und Experten der EZB schätzen den neutralen Zins aktuell auf einen Bereich zwischen 1,75 % und 2,50 %. Das gegenwärtige Niveau des Einlagenzinses von 2,00 % (Stand: 01.2026) wird als der Bereich betrachtet, aus der die Entscheidungsträger nur in besonderen Notfällen den Zinssatz weiter senken.
Die zukünftige Entwicklung der EZB-Leitzinssätze hängt zudem von geldpolitischen Entscheidungen in den USA ab. Die amerikanische Zentralbank Federal Reserve (Fed) steuert ihre Geldpolitik über mehrere Leitzinssätze, wobei der sogenannte Federal Funds Rate der maßgebliche ist. Im Zinsentscheid vom 10. Dezember 2025 hat die Fed bekannt gegeben, den Leitzins auf die neue Spanne von 3,50 % bis 3,75 % zu senken (Stand: 01.2026). Da Entscheidungen der Fed als Notenbank zahlreiche Folgen für den internationalen Kapitalmarkt haben, bleibt abzuwarten, ob 2026 zusätzliche Zinsschritte der EZB beschlossen werden.
„Die Tagesgeldzinsen dürften weiter langsam sinken, um sich unterhalb des Leitzinses einzupendeln. Festgeldkonditionen bleiben dagegen voraussichtlich auf hohem Niveau. Sparerinnen und Sparer können daher derzeit von stabilen Festgeldkonditionen profitieren. Denn selbst kurze Festgeldlaufzeiten bieten attraktive Zinssätze, bei ähnlicher Flexibilität und mit festen Zinssätzen.”
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Ja, und zwar konkret über den Hauptrefinanzierungszinssatz. Er beeinflusst direkt die Kosten, zu denen sich Banken Geld leihen. Steigt dieser EZB Leitzins, verteuert sich die Refinanzierung für Banken. Dadurch erhöhen sich anschließend Immobilienkredite. Sinkt der Leitzins dagegen, können Banken günstiger Geld aufnehmen und geben das meist in Form niedrigerer Kreditzinsen weiter.
Besonders stark wirkt sich dieser Effekt bei variabel verzinsten Immobilienkrediten aus: Sie passen sich schnell an den Hauptrefinanzierungszinssatz an. Langfristige, festverzinsliche Darlehen orientieren sich zudem an den Marktzinsen, die wiederum von den Leitzinsentscheidungen der EZB beeinflusst werden.
Nein, Tages- und Festgeld können auch dann sinnvoll sein, wenn der EZB Leitzins (in diesem Fall der Einlagenzins) stabil bleibt oder wieder sinkt. Tagesgeld bietet eine flexible Verfügbarkeit und bei einem gleichbleibenden Einlagenzins eine attraktive Verzinsung. Es lohnt sich daher, überschüssiges Geld kurzfristig auf einem Tagesgeldkonto zu parken, anstatt es unverzinst auf dem Girokonto liegen zu lassen.
Festgeld ermöglicht es, sich einen bestimmten Zinssatz für die gesamte Laufzeit zu sichern. Das ist besonders attraktiv, wenn man davon ausgeht, dass die Zinsen in Zukunft sinken werden.
Die EZB-Leitzinsen legen fest, zu welchen Bedingungen Geschäftsbanken Geld von der EZB aufnehmen oder dort anlegen können. Der EURIBOR hingegen ist ein Referenzzinssatz, der täglich auf Basis der Zinssätze berechnet wird, zu denen sich europäische Banken gegenseitig Geld leihen. Er wird vom Interbankenmarkt festgelegt und spiegelt die tatsächlichen Marktbedingungen wider.
In Rezessionen oder Abschwüngen senkt die EZB häufig die Leitzinsen. Dadurch können sich Banken günstiger refinanzieren und Kredite billiger anbieten. So versucht die EZB, Investitionen und Konsum anzukurbeln und die Wirtschaft wieder zu beleben.
In Phasen hoher Inflation oder Überhitzung hebt die EZB die Leitzinsen an. Kredite werden dadurch teurer, was die Nachfrage dämpfen und Preissteigerungen bremsen soll. Hingegen steigen die Zinsen für Sparprodukte, wie Tagesgeld und Festgeld.
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