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Zuletzt aktualisiert: 7. November 2025

Festgeld kündigen: Voraussetzungen und Ablauf

Wann und wie können Sie Ihr Festgeldkonto fristgerecht oder vorzeitig kündigen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Festgeld: Ein Festgeldkonto basiert auf einem Vertrag mit fester Laufzeit und einem vorher vereinbarten Zinssatz. Während der Laufzeit ist das Geld fest gebunden.

  • Fristgerechte Kündigung: Endet die Laufzeit, können Sie Ihr Festgeldkonto kündigen und den Anlagebetrag samt Zinserträgen auszahlen lassen. Wurde eine automatische Wiederanlage vereinbart, verhindert eine rechtzeitige Kündigung die Verlängerung des Vertrags.

  • Vorzeitige Kündigung: Eine Auflösung während der Laufzeit ist lediglich in Ausnahmefällen möglich. Der Gesetzgeber erlaubt dies „aus wichtigem Grund“ (§ 314 BGB), etwa bei einer persönlichen Notlage oder dem Ableben der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers.

Wann ist eine Kündigung von Festgeld möglich?

Ein Festgeldkonto ist in der Regel an eine feste Laufzeit gebunden. Eine Kündigung des Festgeldkontos kommt daher meist erst zum Laufzeitende infrage. In Ausnahmefällen ist jedoch eine vorzeitige Auflösung des Kontos möglich.

Fristgerechte Kündigung von Festgeld zum Laufzeitende

Festgeldkonten gibt es mit und ohne Prolongation. Prolongation beschreibt die automatische Verlängerung der Laufzeit eines Festgeldkontos, wenn eine Kündigung ausbleibt. Bei Festgeldkonten mit Prolongation verlängert sich der Vertrag nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit automatisch um den ursprünglich festgelegten Zeitraum. Um eine solche automatische Verlängerung zu vermeiden, ist eine aktive Kündigung erforderlich. In der Regel sollte die Kündigung etwa drei Werktage vor Ablauf der Laufzeit bei den Banken eingehen. Bleibt eine rechtzeitige Kündigung aus, läuft das Festgeldkonto automatisch weiter.

Mit einer fristgerechten Kündigung sorgen Sie für die Auszahlung des Anlagebetrags inklusive Zinserträgen auf das angegebene Referenzkonto. Anschließend haben Sie die Möglichkeit, Ihr Geld neu anzulegen. Je nach Anlagestrategie können Sie dabei unter anderem:

  • ein neues Festgeldangebot mit neuer Laufzeit oder anderem Zinssatz auswählen,
  • den ausgezahlten Betrag auf ein Tagesgeldkonto übertragen, um kurzfristig und flexibel über das Geld zu verfügen,
  • eine andere Anlageform in Betracht ziehen, beispielsweise ETFs (Exchange Traded Funds), wenn Sie eine breitere Streuung oder höhere Renditechancen bevorzugen,
  • den Betrag vom Referenzkonto abheben, um Ihre persönlichen Sparziele zu realisieren oder sich lang ersehnte Wünsche zu erfüllen.

Entscheiden Sie sich im Anschluss an die Kündigung für eine erneute Festgeldanlage, können Sie vom Zinseszinseffekt profitieren: Die zuvor ausgezahlten Zinsen werden wieder mit angelegt und erneut verzinst. Über Raisin können Sie Ihr Kapital direkt online in attraktive Festgeldangebote anlegen und dabei unterschiedliche Laufzeiten wählen. Aktuell erhalten Sie mit Raisin bis zu 3,60 % Festgeldzinsen p. a.

Vorzeitige Kündigung von Festgeld in Ausnahmefällen

Eine vorzeitige Kündigung von Festgeld ist in den meisten Fällen ausgeschlossen. Laut § 314 BGB können Sie einen Vertrag bei Festgeld lediglich „aus wichtigem Grund” außerordentlich beenden. Ob ein solcher Grund vorliegt, entscheidet die jeweilige Bank im Einzelfall. Anerkannte Beispiele aus der Praxis sind:

  • Erhalt von Arbeitslosengeld II (Bürgergeld): Einige Banken erkennen den Bezug von Arbeitslosengeld II als Grund für ein Sonderkündigungsrecht an. Bei Arbeitslosengeld I ist dies meist ausgeschlossen.

  • Tod der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers: In diesem Fall können die Erben das Festgeldkonto kündigen und die Auszahlung beantragen.

  • Persönliche Notlage: Bei drohender Privatinsolvenz oder anderen schwerwiegenden finanziellen Schwierigkeiten kann ein Antrag auf außerordentliche Kündigung gestellt werden. Dies erfordert in manchen Fällen eine gerichtliche Prüfung.

Ohne gesetzlichen Anspruch kann eine Bank aus Kulanz einer vorzeitigen Auflösung des Festgeldkontos zustimmen. Ob das möglich ist, hängt von der jeweiligen Bank und der individuellen Situation ab.

Wie lässt sich ein Festgeldkonto kündigen?

Ob fristgerecht zum Laufzeitende oder vorzeitig in besonderen Ausnahmefällen – ein Festgeldkonto zu kündigen, erfordert je nach Situation unterschiedliche Schritte. Im Folgenden erfahren Sie, wie der Ablauf bei beiden Varianten aussieht.

Ablauf einer fristgerechten Kündigung bei Festgeld

Möchten Sie Ihr Festgeldkonto fristgerecht kündigen, geschieht das in der Regel zum Ende der vereinbarten Laufzeit. Viele Banken akzeptieren mittlerweile Kündigungen direkt im Onlinebanking, alternativ reichen Sie ein schriftliches Kündigungsschreiben ein. Für eine fristgerechte Kündigung sind in der Regel folgende Angaben erforderlich:

  • Name der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers

  • Name der Bank

  • Kontonummer des Festgeldkontos

  • Datum der Kündigung

  • Datum des Vertragsendes

  • Unterschrift

Senden Sie die Kündigung rechtzeitig ab, da in der Regel eine Frist von circa drei Werktagen vor Ablauf der Laufzeit eingehalten werden sollte. Wird die Kündigung per Post verschickt, sollten Sie zusätzliche Bearbeitungszeit einplanen. Bitten Sie die Bank um eine schriftliche Bestätigung der Kündigung, damit die automatische Verlängerung Ihres Festgeldes zuverlässig ausgeschlossen ist.

Nach Ablauf der Laufzeit wird Ihnen der Anlagebetrag inklusive Zinserträgen ausgezahlt. Besteht bei der Bank oder dem Anbieter ausschließlich dieses Festgeld, können Sie zusätzlich den erteilten Freistellungsauftrag löschen. Ein Freistellungsauftrag sorgt dafür, dass Ihre Zinserträge bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei bleiben. Aktuell liegt dieser bei 1.000 € pro Person beziehungsweise 2.000 € bei gemeinsam Veranlagten. Wird das Festgeldkonto gekündigt und künftig bei einer anderen Bank angelegt, bietet es sich an, den Freistellungsauftrag dort zu löschen und für das neue Konto oder eine andere Geldanlage zu nutzen.

Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und stellen keine steuerliche Beratung dar. Für detaillierte Informationen oder zur individuellen Klärung steuerrechtlicher Fragen empfehlen wir die Hinzuziehung eines Steuerberaters oder einer anderen gemäß § 2 StBerG befähigten Person.

Kündigung von Festgeld bei Raisin

Die Kündigung von Festgeldanlagen bei Raisin ist über das Onlinebanking möglich. Sobald Sie sich eingeloggt haben, können Sie Ihre Festgeldanlagen mit wenigen Klicks kündigen. Darüber hinaus haben Sie direkt die Möglichkeit, neue Geldanlagen auszuwählen und abzuschließen.

Vorgehen bei einer vorzeitigen Kündigung bei Festgeld

Eine vorzeitige Kündigung von Festgeld ist lediglich in Ausnahmefällen möglich, etwa beim Tod der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers. Wenn Sie Ihr Festgeldkonto in einer solchen Situation auflösen möchten, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Bank kontaktieren: Suchen Sie frühzeitig das Gespräch mit Ihrer Bank und schildern Sie Ihre Situation. Dort erfahren Sie, ob eine außerordentliche Kündigung möglich ist und welche Unterlagen dafür erforderlich sind.

  2. Antrag schriftlich einreichen: Formulieren Sie den Kündigungswunsch schriftlich und legen Sie entsprechende Nachweise bei, beispielsweise einen Leistungsbescheid, eine Sterbeurkunde oder Unterlagen zu einer finanziellen Notlage.

  3. Bestätigung abwarten: Die Bank prüft den Antrag und entscheidet, ob sie einer vorzeitigen Auflösung zustimmt. In manchen Fällen können zusätzliche Fristen gelten, bis das Geld ausgezahlt wird.

Was passiert mit dem Zinsertrag bei einer Kündigung?

Bei einer fristgerechten Kündigung zum Laufzeitende erhalten Sie den Anlagebetrag sowie alle vereinbarten Zinsen in voller Höhe ausgezahlt. Die Zinsen werden dabei mit dem zuvor festgelegten Zinssatz berechnet – unabhängig davon, wie sich das allgemeine Zinsniveau während der Laufzeit entwickelt hat.

Anders sieht es bei einer vorzeitigen Kündigung aus. In diesem Fall können Banken zusätzliche Kosten berechnen oder bereits entstandene Zinserträge einbehalten. Häufig verlangen sie sogenannte Straf- oder Stornogebühren, da das Geld der Bank nicht wie geplant zur Verfügung steht. Damit gilt: Nur wer bis zum Ende der Laufzeit investiert bleibt, profitiert von den vollen Zinserträgen eines Festgeldkontos.

Wenn Sie gleichzeitig von Zinsen beziehungsweise Renditen profitieren und eine größere Freiheit bei der Verfügung über Ihr Geld haben möchten, bieten sich Alternativen an, bei denen Sie Ihr Geld flexibel anlegen können. Dazu gehören:

  • Tagesgeld: Bei einem Tagesgeldkonto haben Sie die Möglichkeit, flexibel auf Ihr Geld zuzugreifen, da Ihr Guthaben jederzeit verfügbar ist.

  • Flexgeld: Hier vereinbaren Sie eine Laufzeit und einen festen Zinssatz. Wird die Anlage vorzeitig aufgelöst, zahlen viele Banken einen Basiszins, sodass Sie Ihr Kapital samt einer Grundverzinsung zurückerhalten. 

  • Anleihen: Eine Anleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier, mit dem sich Staaten, Unternehmen oder andere Institutionen Kapital am Finanzmarkt beschaffen. Sie bieten eine Mischung aus Sicherheit und Rendite.

Über Raisin können Sie Tagesgeld- und Flexgeldangebote verschiedener Banken vergleichen und so die passende Kombination aus Flexibilität und Verzinsung finden. Darüber hinaus bietet Ihnen die Vermögensverwaltung Zugang zu professionell gemanagten Portfolios, die neben ETFs auch Anleihen enthalten können. Auf diese Weise kombinieren Sie die Vorteile einer flexiblen Geldanlage mit den Renditechancen einer breit gestreuten Vermögensverwaltung – und behalten gleichzeitig die volle Kontrolle, Ihre Geldanlage an Ihre persönlichen Bedürfnisse anzupassen.

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