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Zuletzt aktualisiert: 9. März 2026

Stammaktien: Definition, Vor- & Nachteile

Was sind Stammaktien und welche Rechte haben Anlegerinnen und Anleger?

Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Stammaktien sind Unternehmensanteile, die Eigentumsrechte verbriefen und Anlegerinnen und Anleger zu stimmberechtigten Miteigentümern einer Aktiengesellschaft machen.

  • Rechte: Die Rechte der Inhaberinnen und Inhaber von Stammaktien umfassen unter anderem Stimmrecht, Teilnahme an Kapitalmaßnahmen und Beteiligung am Unternehmenserfolg.

  • Dividenden: Stammaktien bieten die Möglichkeit auf variable Dividendenzahlungen, die von der Geschäftsentwicklung und dem Unternehmensbeschluss abhängen.

Definition: Was sind Stammaktien?

Stammaktien sind Unternehmensanteile, die grundlegende Eigentums- und Mitwirkungsrechte an einer Aktiengesellschaft (AG) verbriefen. Inhaberinnen oder Inhaber einer Stammaktie gelten als stimmberechtigte Aktionärin beziehungsweise stimmberechtigter Aktionär und können an Unternehmensentscheidungen teilhaben. Neben einem möglichen Anspruch auf Dividenden umfasst die Stammaktie das Recht auf Beteiligung am Liquidationserlös, falls das Unternehmen aufgelöst wird. 

Unternehmen können Stammaktien als Inhaber- oder Namensaktien ausgeben. Namensaktien werden im Aktienregister geführt und ermöglichen der Gesellschaft einen direkten Kontakt zu Aktionärinnen und Aktionären. Inhaberaktien hingegen wechseln ohne Registereintrag den Besitz, was insbesondere bei börsennotierten Unternehmen verbreitet ist. 

Was ist der Unterschied zwischen Stammaktien und Vorzugsaktien?

Wenn Sie Aktien erwerben, treffen Sie häufig auf zwei gängige Aktienarten: Stammaktien und Vorzugsaktien. Beide verbriefen Anteile an einer Aktiengesellschaft, unterscheiden sich jedoch in Rechten und wirtschaftlichen Merkmalen. Die größten Unterschiede auf einen Blick:

Merkmal

Stammaktien

Vorzugsaktien

Stimmrecht

Inhaberinnen und Inhaber verfügen in der Regel über ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung

meist ohne Stimmrecht; kann nach § 140 AktG wieder aufleben.

Dividende

mögliche Dividenden abhängig von Gewinn und Hauptversammlungsbeschluss; keine Vorrangstellung

häufig mit bevorzugter oder erhöhter Dividende ausgestattet, sofern die Satzung dies vorsieht

Ausschüttungsrang

nachrangig, wenn Vorzugsaktien existieren und deren Vorrang satzungsmäßig festgelegt ist

vorrangig gegenüber Stammaktien, sofern in der Satzung definiert

Kursverhalten

Schwankungen können stärker ausfallen, abhängig von Handelsvolumen und Marktliquidität

oft geringere Volatilität, weil die Aktie weniger handelbar ist 

Rechte der Inhaberinnen und Inhaber von Stammaktien

Stammaktionärinnen und Stammaktionäre verfügen über grundlegende Rechte, die im Aktiengesetz verankert sind. Dazu gehören das Stimmrecht auf der Hauptversammlung, ein Anspruch auf Dividenden sowie das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen. Diese Rechte umfassen im Detail:

Bezugsrechte bei Stammaktien

Als Stammaktionärin oder Stammaktionär haben Sie bei Kapitalerhöhungen ein gesetzlich verankertes Bezugsrecht, das im Aktiengesetz geregelt ist. Es ermöglicht Ihnen, für jede bereits gehaltene Aktie neue Stammaktien zu einem festgelegten Bezugspreis zu erwerben, bevor diese am freien Markt angeboten werden. So erhalten Sie Ihre Beteiligungsquote und Ihr Stimmrecht im Unternehmen. Zudem schützt es Sie vor einer Verwässerung Ihrer Anteile und stärkt Ihre Position als Teilhaberin oder Teilhaber der Aktiengesellschaft.

Stimmrechte bei Stammaktien

Mit Stammaktien erhalten Sie das Recht, auf der Hauptversammlung eines Unternehmens bei Themen wie Dividendenpolitik, Kapitalmaßnahmen oder der Wahl des Aufsichtsrats mit abzustimmen. In der Regel entspricht jede Stammaktie einer Stimme. Sie können Ihr Stimmrecht persönlich ausüben, eine bevollmächtigte Person einsetzen oder sich einer Aktionärsvereinigung anschließen, um gemeinsam Einfluss zu nehmen. Anders als Vorzugsaktien ermöglichen Stammaktien eine aktive Mitwirkung an der Unternehmensentwicklung.

Dividendenrecht bei Stammaktien

Aktionärinnen oder Aktionäre von Stammaktien können über Dividenden am Unternehmensgewinn beteiligt werden, sofern die Hauptversammlung eine Ausschüttung beschließt. Ob und in welcher Höhe eine Dividende ausgezahlt wird, hängt von der wirtschaftlichen Lage und der Dividendenpolitik der Aktiengesellschaft ab. Im Vergleich zu Vorzugsaktien, bei denen meist eine bevorzugte oder höhere Ausschüttung erfolgt, variiert die Dividende bei Stammaktien in der Regel stärker. Existieren Vorzugsaktien, erfolgt die Ausschüttung an Stammaktionärinnen und Stammaktionäre in der Regel nachrangig.

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Vorteile und Nachteile von Stammaktien

Stammaktien sind mit verschiedenen Merkmalen verbunden, die sowohl Chancen als auch Risiken für Anlegerinnen und Anleger mit sich bringen. Die Vorteile und Nachteile von Stammaktien sind:

Vorteile von Stammaktien

  • Stimmrecht: Sie nehmen an der Hauptversammlung teil und können über wichtige Unternehmensentscheidungen abstimmen.
  • Gewinnbeteiligung: Sie haben Anspruch auf Dividenden, sofern die Aktiengesellschaft Gewinne erwirtschaftet und eine Ausschüttung beschließt.
  • Bezugsrecht: Bei Kapitalerhöhungen haben Sie die Möglichkeit, neue Aktien zu festgelegten Bedingungen zu erwerben und Ihre Beteiligungsquote zu erhalten.
  • Anteil am Liquidationserlös: Im Fall einer Unternehmensliquidation steht Ihnen ein Anteil am verbleibenden Vermögen zu, nachrangig gegenüber Gläubigerinnen, Gläubigern und Vorzugsaktionärinnen sowie Vorzugsaktionären.
  • Recht auf Information: Sie haben Anspruch auf Auskunft über Unternehmensangelegenheiten und Einblick in wichtige Unterlagen.
  • Hohe Handelbarkeit: Stammaktien großer börsennotierter Unternehmen werden in der Regel fortlaufend gehandelt, was einen schnellen Kauf oder Verkauf erleichtern kann.

Nachteile von Stammaktien

  • Kursschwankungen: Der Wert von Stammaktien kann stark variieren und reagiert auf Unternehmensmeldungen, wirtschaftliche Entwicklungen und die allgemeine Marktstimmung.
  • Leistungsabhängige Dividenden: Ob Sie eine Dividende erhalten, hängt vom Unternehmenserfolg und den Beschlüssen auf der Hauptversammlung ab.
  • Nachrangige Stellung bei Insolvenz: Bei einer Liquidation werden zuerst Gläubigerforderungen und Vorzugsaktien bedient, bevor Auszahlungen auf Stammaktien erfolgen
  • Geringere Dividendenrendite: Im Vergleich zu Vorzugsaktien fällt die Dividendenrendite von Stammaktien oft niedriger aus, da Vorzugsaktien typischerweise mit einer bevorzugten Ausschüttung ausgestattet sind.
  • Keine Vorzugsstellung bei Ausschüttungen: Stammaktien verfügen über keine Vorrangstellung bei Dividendenzahlungen, wenn Vorzugsaktien existieren.
  • Abhängigkeit von der Unternehmensentwicklung: Die Kursentwicklung basiert auf der Bewertung und den Erwartungen des Marktes hinsichtlich des wirtschaftlichen Erfolgs eines Unternehmens. Positive oder negative Geschäftszahlen können daher erheblichen Einfluss auf den Kurs haben.

Stammaktien als Teil moderner Anlagestrategien

Viele börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz: ETFs) investieren in breite Aktienkörbe, die mehrere Stammaktien oder andere Aktienarten enthalten können. Dadurch erhalten Anlegerinnen und Anleger Zugang zu zahlreichen Unternehmen aus verschiedenen Regionen und Branchen, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen. Je nach Index und Fondsstrategie können ETFs neben Stammaktien auch Vorzugsaktien oder weitere Wertpapiere wie beispielsweise Anleihen umfassen.

Die breite Streuung über mehrere Titel reduziert das Risiko einzelner Aktien und kann das Verhältnis von Renditechancen zu Risiko verbessern. Stammaktien spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, da sie Beteiligungsrechte mit potenziellen Erträgen wie Dividenden und Kursgewinnen verbinden. 

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Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Alle ausführlichen Informationen können Sie unter Risikohinweise nachlesen.