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Zuletzt aktualisiert: 10. März 2026

Nachhaltige Fonds

Wie ermöglichen nachhaltige Fonds verantwortungsbewusste Geldanlagen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Nachhaltige Geldanlage: Grüne Fonds berücksichtigen bei der Geldanlage neben Rendite, Liquidität und Risiko zusätzlich Kriterien der Nachhaltigkeit. Eine einheitliche, allgemeinverbindliche Definition von Nachhaltigkeit existiert nicht, jedoch regelt die EU-Offenlegungsverordnung Transparenzpflichten für Finanzmarktteilnehmer und Finanzprodukte.

  • Kriterien: Zur Einschätzung der Nachhaltigkeit von Fonds kommen häufig die ESG-Kriterien zum Einsatz. Diese benennen die Aspekte Umweltschutz, Sozialverträglichkeit und gute Unternehmensführung und helfen dabei, einen Fonds als nachhaltig zu identifizieren.

  • Auswahl: Um nachhaltige Fonds zu ermitteln, können Anlegerinnen und Anleger verschiedene Strategien anwenden. Dazu gehören Ausschlusskriterien, Positivkriterien oder der Best-in-Class-Ansatz.

Was sind nachhaltige Fonds?

Nachhaltige Investmentfonds berücksichtigen – neben wirtschaftlichen Zielen – soziale und ökologische Aspekte als Auswahlkriterien. Je nach Fondsstrategie werden ökologische und soziale Kriterien zusätzlich zu finanziellen Zielen berücksichtigt. 

Eine allgemeingültige Definition, die genau festlegt, wann Geldanlagen als nachhaltig gelten, fehlt bislang. In vielen Branchen kommt es daher vor, dass Unternehmen Greenwashing betreiben. Das bedeutet, sie geben vor, nachhaltiger zu sein, als sie tatsächlich sind, indem sie ihre Produkte oder Dienstleistungen fälschlicherweise als umweltfreundlich oder sozial verantwortlich darstellen. Allerdings gelten regulatorische Offenlegungspflichten nach der EU-Offenlegungsverordnung. 

Die EU-Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation, SFDR) verpflichtet Finanzmarktteilnehmende dazu, transparent offenzulegen, wie Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt werden und ob beziehungsweise in welchem Umfang ein Finanzprodukt ökologische oder soziale Merkmale fördert oder nachhaltige Investitionen anstrebt.

Wie unterscheiden sich ökologische Fonds von herkömmlichen Fonds?

Ökologische Fonds unterscheiden sich von herkömmlichen Fonds vor allem durch ein zusätzliches Auswahlkriterium: die Nachhaltigkeit. Bei herkömmlichen Fonds konzentriert sich das Fondsmanagement auf die Erstellung und Ausführung eines Portfolios, das eine ausgewogene Geldanlage mit einem passenden Chancen-Risiko-Verhältnis ermöglicht. Dies geschieht beispielsweise durch eine Kombination aus Aktien und Anleihen wie Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen. Die Auswahl der Wertpapiere erfolgt unter Berücksichtigung der folgenden Kriterien:

  • Rendite: Wie viel Ertrag erzielt die Geldanlage?

  • Sicherheit: Wie risikoreich ist die Geldanlage?

  • Liquidität: Wie schnell kann die Geldanlage verkauft werden?

Nachhaltige Fonds investieren zusätzlich gezielt in Unternehmen, die hohe Standards bei der Umweltverträglichkeit erfüllen, soziale Verantwortung übernehmen und eine ethische Unternehmensführung vorweisen. In Bezug auf Rendite können sie je nach Strategie und Marktphase vergleichbare Ergebnisse erzielen wie herkömmliche Fonds – mit dem zusätzlichen Ziel, einen positiven Beitrag für Umwelt und Gesellschaft zu leisten.

Was bedeutet nachhaltig bei Anlagefonds?

Der Begriff ‚nachhaltig‘ ist nicht einheitlich definiert, unterliegt jedoch regulatorischen Offenlegungspflichten auf EU-Ebene. Diese Kriterien können Anlegerinnen und Anleger als Grundlage für nachhaltige Investitionen heranziehen. Sie bieten Orientierungshilfe für Personen, die Wert auf eine ethische und nachhaltige Geldanlage legen. Beispiele für häufig genutzte Kriterien sind:

  • Umweltschutz durch eine ressourcenschonende Nutzung

  • Reduzierung der Treibhausgasemissionen

  • Regenerierung überlasteter Ressourcen, zum Beispiel durch Aufforstungsprojekte

  • Faire Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten

  • Ausschluss von Kinderarbeit

  • Ausschluss von Zwangsarbeit

  • Wahrung der Menschenrechte

  • Verzicht auf die Herstellung von Waffen

Wie kann man nachhaltige Fonds erkennen?

Bezeichnungen im Fondsnamen können Hinweise auf Nachhaltigkeit liefern, sind jedoch kein alleiniger Nachweis dafür. Zusätzlich hat die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA Leitlinien veröffentlicht, die regeln, unter welchen Voraussetzungen Fonds ESG- oder Nachhaltigkeitsbegriffe im Namen tragen dürfen. Ziel ist es, Greenwashing zu verhindern. Fondsnamen enthalten beispielsweise Begriffe wie „Sustainable“, „Sustainability“ oder „SRI“ (Socially Responsible Investing), was auf eine gesellschaftlich verantwortungsvolle und ökologische Geldanlage hinweist. Weitere Bezeichnungen wie „Responsible Fonds“, „Fair Value“, „ESG“, „Öko“, „Climate“ oder „Ethik“ signalisieren ebenfalls die nachhaltige Ausrichtung.

Zudem geben viele Fonds im Namen an, welche Branchen ausgeschlossen sind, wie etwa beim MSCI ex Controversial Weapons Index, der gezielt Unternehmen mit Bezug zu kontroversen Waffen – wie etwa Streumunition oder Landminen – ausschließt. Suchen Anlegende nach besonders hohen Nachhaltigkeitsstandards, können sie auf das Siegel des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG) achten. Das FNG-Siegel kennzeichnet Fonds, die definierte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Die Anforderungen variieren je nach Bewertungsstufe.

ESG-Kriterien bei Fonds

Das Fondsmanagement und Anlegerinnen oder Anleger ziehen für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Fonds in der Regel die ESG-Kriterien heran. Sie umfassen:

  • Environmental (Umwelt): Dieser Bereich bezieht sich darauf, wie Unternehmen Umweltverschmutzung vermeiden und Ressourcen schonen, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren.

  • Social (Sozial): Hier geht es um Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Diversität sowie das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen, um das Wohl der Gemeinschaft und ihrer Mitarbeitenden zu fördern.

  • Governance (Unternehmensführung): Dieser Bereich umfasst die nachhaltige Unternehmensführung, die Unternehmenswerte sowie Steuerungs- und Kontrollprozesse, um eine verantwortungsvolle und transparente Unternehmensführung sicherzustellen.

ESG-Kriterien bilden einen Orientierungsrahmen für die Bewertung nachhaltigkeitsbezogener Aspekte. Aus diesem Grund werden nachhaltige Fonds oft als ESG-Fonds bezeichnet. Anlegerinnen und Anleger können sich zur Einschätzung der Nachhaltigkeit von Aktienfonds oder Immobilienfonds mehrere Fragen stellen

  • Geht ein Unternehmen verantwortungsvoll mit Ressourcen um oder verschwendet es diese möglicherweise unnötig?

  • Ist das Unternehmen in Umweltskandale verwickelt oder ergreift es proaktive Maßnahmen, um seinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren?

  • Wie erzielt ein Unternehmen seine Gewinne? Maximiert es diese auf Kosten der Angestellten, etwa durch unfaire Löhne?

Wie funktionieren nachhaltige Fonds?

Nachhaltige Fonds funktionieren im Grunde wie traditionelle Fonds, jedoch mit einem Unterschied: Sie berücksichtigen zusätzlich soziale, ökologische und ethische Kriterien bei der Auswahl der Investitionen. Der Ablauf eines nachhaltigen Fonds lässt sich in vier Schritte unterteilen:

Wie funktionieren nachhaltige Fonds?

 

  1. Investition: Zu Beginn fließt das Geld der Anlegerinnen und Anleger in den Fonds, der das Kapital für Investitionen nutzt.

  2. Auswahl: Das Fondsmanagement berücksichtigt ESG-Kriterien, um gezielt in Unternehmen und Projekte zu investieren, die den Anforderungen an Nachhaltigkeit gerecht werden.
  3. Anlageklassen: Das Fondsmanagement verteilt das investierte Geld auf verschiedene Anlageklassen (beispielsweise Aktien, Anleihen oder Immobilien), wobei die Auswahl nachhaltigen Kriterien folgt.

  4. Erträge und Rendite: Die aus diesen Investitionen erwirtschafteten Erträge werden – je nach Fondstyp – regelmäßig an die Anlegerinnen und Anleger ausgeschüttet oder direkt im Fondsvermögen wiederangelegt (thesauriert), was den Wert der Fondsanteile erhöht.

Welche Fondsarten eignen sich für nachhaltige Geldanlagen?

Das Angebot an nachhaltigen Fonds ist groß und für Anlegerinnen und Anleger gibt es je nach Anlagestrategie viele Optionen für Investitionen. Ein Überblick über die gängigsten Fondsarten, die ein grünes Investment ermöglichen: 

  • Aktienfonds investieren in Unternehmen, die nach definierten ESG-Kriterien ausgewählt werden. Beispiele für nachhaltige Aktienfonds sind der MSCI World ESG Leaders oder den MSCI World SRI.

  • Immobilienfonds konzentrieren sich auf Investitionen in nachhaltige Immobilienprojekte, die ökologische und soziale Kriterien berücksichtigen. Sie bieten eine Möglichkeit, in umweltfreundliche Gebäude und ressourcenschonende Bauprojekte zu investieren.

  • Rentenfonds investieren in grüne oder nachhaltige Anleihen, die Projekte unterstützen, die dem Umweltschutz oder sozialen Zielen dienen. Diese Fonds sind eine Möglichkeit, nachhaltig in den Anleihemarkt zu investieren.

  • Mischfonds kombinieren unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien und Anleihen. Sie bieten eine ausgewogene nachhaltige Geldanlage und ermöglichen es Anlegerinnen und Anlegern, in eine breite Palette nachhaltiger Investitionen zu investieren.

  • Branchenfonds konzentrieren sich auf bestimmte Branchen, die sich auf nachhaltige oder umweltfreundliche Projekte spezialisiert haben, wie beispielsweise auf erneuerbare Energien, nachhaltige Landwirtschaft oder grüne Technologie.

Darüber hinaus gibt es Fonds, die sich auf Impact Investing konzentrieren. Hierbei handelt es sich um Investitionen, die eine positive soziale oder ökologische Wirkung in den Vordergrund stellen. Impact-Fonds, wie der klimaVest-Fonds, verfolgen neben finanziellen Zielen eine messbare ökologische oder soziale Wirkung.

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Welche Ansätze gibt es bei der Wahl nachhaltiger Fonds?

Ob Ökofonds, Ethik-Fonds oder ESG-Fonds – im Fokus steht, dass Anlegende ihr Geld verantwortungsbewusst investieren. Bei der Auswahl von Nachhaltigkeitsfonds greift man auf drei verschiedene Ansätze zurück:

  • Ausschlusskriterien: Bei diesem Ansatz schließen Anlegende Unternehmen aus bestimmten Branchen, wie der Waffenindustrie oder der Atomkraft, aus.
  • Positivkriterien: Anlegerinnen und Anleger wählen gezielt Emittenten aus, in die sie investieren möchten. Ein Beispiel hierfür ist die Investition in Unternehmen oder Branchen, die einen messbaren Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten, etwa im Bereich der erneuerbaren Energien.
  • Best-in-Class-Ansatz: Ohne sich auf bestimmte Branchen festzulegen, investiert man in Unternehmen, die durch besonders umweltfreundliche oder soziale Maßnahmen herausragen und als Vorreiter gelten.

Ein Großteil nachhaltiger Fonds kombiniert mehrere dieser Ansätze. ESG-Kriterien stellen dabei eine Grundlage dar, um Nachhaltigkeitsaspekte systematisch zu berücksichtigen, sodass die gewählten Fonds den gewünschten ethischen und ökologischen Standards entsprechen.

Vermögensaufbau mit nachhaltigen Fonds

Nachhaltige Fonds sind eine Möglichkeit, Nachhaltigkeitsaspekte mit einer Kapitalanlage zu verbinden. Sie bieten die Chance, von positiven Wertentwicklungen zu profitieren und zum Vermögensaufbau beizutragen. Wie alle Investmentfonds unterliegen nachhaltige Fonds allerdings Wertschwankungen. Ihre Wertentwicklung hängt von Markt- und Nachhaltigkeitsfaktoren ab. Es gilt: Höhere Renditechancen können mit höheren Risiken verbunden sein.

Wie bei allen Fonds ist Diversifikation sinnvoll: Eine breite Streuung über Regionen, Branchen und Einzeltitel kann Risiken reduzieren. Wer stark auf einzelne Unternehmen oder Branchen setzt, geht Klumpenrisiken ein. Das heißt: Kommt es zu einer negativen Wertentwicklung innerhalb der Branche, ist es möglich, dass alle Unternehmen davon betroffen sind und der Wert der Geldanlage sinkt.

Nachhaltige ETFs als Alternative zu aktiven Investmentfonds

Im Vergleich zu aktiven grünen Investmentfonds sind die Kosten bei nachhaltigen ETFs in der Regel geringer. ETFs sind börsengehandelte Wertpapiere, die die Wertentwicklung eines bestehenden Index abbilden. Sie sind häufig passiv, was bedeutet, dass sie ohne aktives Fondsmanagement funktionieren. Niedrigere laufende Kosten können sich langfristig auf die Nettorendite auswirken. Durch die Abbildung von nachhaltigen Indizes investieren Anlegerinnen und Anleger mit ETFs in Unternehmen, die die ESG-Kriterien berücksichtigen. Beispiele für bekannte Indizes, auf denen nachhaltige ETFs basieren, umfassen den MSCI World SRI, den MSCI World ESG Leaders sowie den Dow Jones Sustainability Index (DJSI).

Globale und diversifizierte Portfolios

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Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Alle ausführlichen Informationen können Sie unter Risikohinweise nachlesen.