Welche Faktoren die Inflation beeinflussen und wie hoch die Inflationsrate in Deutschland ist, erfahren Sie hier.
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Zuletzt aktualisiert: 01. Januar 2025
Inflation bedeutet, dass Ihr Geld an Kaufkraft verliert und Sie für die gleiche Menge Geld weniger Waren, Güter und Dienstleistungen kaufen können als vorher. Inflation wird auch als Geldentwertung bezeichnet.
Die Europäische Zentralbank strebt eine jährliche Inflationsrate von rund 2,00 % an. Aktuell liegt die Inflationsrate in Deutschland bei 2,30 % (Stand: 01.2026).
Um der Geldentwertung entgegenzuwirken und Ihr Kapital gewinnbringend anzulegen, sollte die Rendite nach Abzug von Steuern höher sein als die aktuelle Inflationsrate.
Zuletzt aktualisiert: 01.01.2026
Inflationsrate Deutschland: 2,30 % (Stand: 01.2026)
Inflationsrate EU: 2,40 % (Stand: 01.2026)
Bis Anfang 2021 lag die Inflation im Euroraum unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2 %. Um die Preisentwicklung zu stimulieren, beließ die EZB ihre Leitzinsen über viele Jahre auf dem niedrigen Niveau von 0,00 %.
In den Folgejahren führten die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine zu Lieferengpässen, höheren Energiepreisen und steigender Nachfrage nach bestimmten Gütern. Diese Faktoren ließen die Inflationsrate deutlich ansteigen. Im Sommer 2022 war die EZB daher dazu angehalten, die Zinswende einzuleiten, um der überdurchschnittlich hohen Inflation entgegenzuwirken. Nachdem die Inflation in den Jahren 2023 und 2024 allmählich zurückging, senkte die EZB im Juni 2024 erstmals seit fast fünf Jahren ihre Leitzinsen. Bis Mitte 2025 folgten weitere Zinssenkungen. Aktuell liegt der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 % und der Einlagenzins bei 2,00 % (Stand: 01.2026). Damit signalisiert die EZB, dass sich die Inflationsraten in Deutschland und den übrigen Ländern in Europa wieder in Richtung des Zielwerts von 2 % stabilisieren.
Das Wort Inflation stammt vom lateinischen inflare und bedeutet „aufblähen“. Inflation beschreibt die Preissteigerungsrate für Endprodukte (Konsumgüter, Investitionsgüter und Dienstleistungen). Steigt das Preisniveau, sinkt der Wert Ihres Geldes: Sie können sich für 1 € weniger leisten als zu einem früheren Vergleichszeitpunkt. Daher spricht man bei Inflation auch von Geldentwertung (Absinken des Geldwertes). Bezieht sich die Betrachtung nur auf die Preisentwicklung der privaten Haushalte in Deutschland, dient der Verbraucherpreisindex (VPI) als Maßstab für die Inflation.
Die Steigerung des Preisniveaus beziehungsweise die Inflation kann verschiedene Ursachen haben. Grundsätzlich entsteht Inflation, wenn die gesamte Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen das vorhandene Angebot übersteigt oder wenn sich Produktionskosten erhöhen. Zu den typischen Ursachen zählen:
Eine steigende Geldmenge im Wirtschaftskreislauf kann dazu führen, dass langfristig die Preise steigen, wenn mehr Geld im Umlauf ist, ohne dass das Güterangebot wächst.
Höhere Energie- und Rohstoffkosten erhöhen die Produktionskosten, die Unternehmen häufig an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben.
Eine anhaltend hohe Nachfrage nach bestimmten Gütern oder Dienstleistungen kann die Preise steigen lassen.
Politische oder wirtschaftliche Ereignisse können Lieferketten stören oder Märkte verknappen. Hierzu zählen Handelskonflikte, Sanktionen oder Kriege.
Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflusst über Zinsen und Anleihekäufe das Preisniveau.
Je nach wirtschaftlichem Zusammenhang unterscheidet man verschiedene Formen der Inflation. Dazu gehören die Gesamtinflation, die Kerninflation sowie die Inflation, die durch steigende Nachfrage oder Angebotsengpässe entsteht.
Die Gesamtinflation misst die durchschnittliche Veränderung der Preise aller Güter und Dienstleistungen. Dabei werden sämtliche Preisveränderungen berücksichtigt, unabhängig davon, ob sie auf kurzfristige Faktoren wie Energiepreisschwankungen oder auf langfristige strukturelle Veränderungen zurückgehen.
Die Kerninflation blendet besonders volatile (schwankungsanfällige) Preise aus, vor allem für Energie und Nahrungsmittel. Dadurch zeigt sie besser, wie sich das allgemeine Preisniveau ohne vorübergehende Preisspitzen entwickelt.
Bei einer Nachfrageinflation übersteigt die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen das verfügbare Angebot. Unternehmen können in diesem Fall höhere Preise verlangen, weil die Kundschaft bereit ist, mehr zu zahlen. Wenn zum Beispiel der Stromverbrauch für die Produktion von Waren stark ansteigt, weil immer mehr technische Geräte genutzt werden, die Stromanbieter aber nur eine begrenzte Menge erzeugen können, entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Die Folge ist, dass die Strompreise steigen. Da Energiepreise mit vielen anderen Produkten verbunden sind, verteuern sich andere Waren und Dienstleistungen und die Kaufkraft Ihres Geldes sinkt: Sie erhalten für denselben Betrag weniger Güter oder Dienstleistungen.
Eine Angebotsinflation entsteht, wenn Unternehmen aufgrund gestiegener Produktions- oder Beschaffungskosten die Preise erhöhen, zum Beispiel durch teurere Energie oder Rohstoffe. Häufig hängen die Preise verschiedener Produkte unmittelbar miteinander zusammen: Wird beispielsweise Treibstoff teurer, steigen die Transportkosten für viele Waren. Speditionen und Lieferdienste müssen mehr für Benzin oder Diesel bezahlen. Diese höheren Kosten geben Unternehmen meist an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter und die Produkte im Supermarkt verteuern sich. In manchen Fällen ist die Marktstruktur für die Angebotsinflation verantwortlich, zum Beispiel wenn Unternehmen ihre Marktposition ausnutzen und die Preise bestimmen können.
Das wichtigste Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es, Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Dafür strebt sie eine mittelfristige Inflationsrate von rund 2 % an. Dieser Wert gilt als ideal, um sowohl zu starke Preissteigerungen (Inflation) als auch Preisrückgänge (Deflation) zu vermeiden.
Eine moderate Inflation ist volkswirtschaftlich erwünscht und gilt als Zeichen einer stabilen Wirtschaft. Sie sorgt dafür, dass Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen Anschaffungen oder Investitionen nicht dauerhaft aufschieben. Gleichzeitig bleibt die Preisentwicklung vorhersehbar und planbar. Eine zu niedrige Inflation kann auf schwache Nachfrage und geringes Wirtschaftswachstum hinweisen. Eine zu hohe Inflation verringert die Kaufkraft und belastet Haushalte und Unternehmen.
Gut zu wissen: Extreme Formen wie eine Hyperinflation, bei der sich Preise innerhalb kurzer Zeit stark erhöhen, können das Vertrauen in eine Währung erheblich schwächen und im Extremfall zu einer Währungsreform führen.
Im Gegensatz zur Inflation, bei der das allgemeine Preisniveau steigt, beschreibt die Deflation einen anhaltenden Rückgang des Preisniveaus für Güter und Dienstleistungen. Sinken die Preise über einen längeren Zeitraum, kann das die Wirtschaft belasten: Unternehmen investieren weniger, Löhne stagnieren und die Nachfrage geht zurück. Hält diese Entwicklung an, besteht die Gefahr einer wirtschaftlichen Depression. Eine solche Depression beschreibt den Tiefpunkt eines Abschwungs innerhalb eines wirtschaftlichen Konjunkturzyklus.
Ein Konjunkturzyklus kann insgesamt vier Phasen durchlaufen: Aufschwung (Expansion), Hochkonjunktur (Boom), Abschwung (Rezession) und Depression als Tiefpunkt des Zyklus. Danach beginnt meist ein neuer Aufschwung. Die einzelnen Phasen können unterschiedlich lange andauern.
Während einer Rezession verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum oder geht zurück. Sinkt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal, sprechen Ökonominnen und Ökonomen von einer Rezession. Erste Anzeichen einer sich abschwächenden Wirtschaft sind ein Rückgang der Nachfrage, stagnierende Umsätze oder eine sinkende Produktion. Hält diese Entwicklung über mehrere Quartale an, kann sich daraus eine Rezession entwickeln.
Zur Berechnung der Inflationsrate dient ein fiktiver Warenkorb, der die durchschnittlichen Ausgaben privater Haushalte abbildet. Darin enthalten sind Güter und Dienstleistungen des täglichen Lebens, darunter Lebensmittel, Bekleidung, Energie, Mieten oder Verkehr. Insgesamt sind in diesem sogenannten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) rund 700 Güter und Dienstleistungen enthalten. Der Preis dieses Warenkorbs im aktuellen Monat im Vergleich zu den Verbraucherpreisen im gleichen Monat des Vorjahres ergibt die Inflationsrate.
Die Inflationsrate wird in der Europäischen Union vom Statistikamt Eurostat und in Deutschland vom Statistischen Bundesamt (Destatis) berechnet und veröffentlicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) nutzt diese Werte, um ihre Geldpolitik auszurichten. Die aktuelle Inflationsrate wird jeden Monat zum zum 28. Tag des Monats von der Europäischen Zentralbank (EZB) mitgeteilt. Die Inflationsrate in Deutschland können Sie zudem beim Statistischen Bundesamt (Destatis) einsehen.
Gut zu wissen: Die durchschnittliche Inflationsrate beschreibt den allgemeinen Preisanstieg. Je nach Wohnort, Einkommen und Konsumverhalten gibt es regionale und individuelle Unterschiede in der Inflationsrate. Beispielsweise fällt die Inflationsrate in den deutschen Bundesländern unterschiedlich aus und auch die haushaltsspezifische Inflationsrate kann je nach Anzahl von Kindern oder dem Einkommen variieren.
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Steigen die Preise, verliert Ihr Geld mit der Zeit an Kaufkraft. Bei einer jährlichen Inflationsrate von 2 % sinkt der reale Wert Ihres Geldes schrittweise. Das heißt: Wenn Sie heute 1.500 € besitzen und die Inflationsrate konstant bei 2 % bleibt, können Sie sich in zehn Jahren nur noch Waren im Wert von rund 1.230 € leisten. Nach 20 Jahren entspräche die Kaufkraft Ihrer 1.500 € nur noch etwa 1.000 €.
Dieses Beispiel zeigt, dass selbst eine moderate Inflation langfristig zu einem realen Wertverlust führt. Bleiben Ihre Ersparnisse unverzinst oder liegt die Rendite Ihrer Geldanlage unter der Inflationsrate, sinkt Ihr Vermögen real. Umgekehrt bedeutet das: Wenn Ihre Geldanlage eine Rendite erzielt, die mindestens der Inflationsrate entspricht, bleibt Ihr Vermögen wertstabil. Dabei ist zu beachten, dass auf Kapitalerträge in der Regel Kapitalertragsteuer und gegebenenfalls weitere Steuern anfallen, wodurch die Nettorendite etwas geringer ausfallen kann.
Sie haben verschiedene Möglichkeiten, den durch die Inflation bedingten Wertverlust Ihres Geldes abzumildern. Beispielsweise bieten Tagesgeld- oder Festgeldkonten eine Möglichkeit, Ihr Kapital anzulegen und von festen oder variablen Zinssätzen zu profitieren. Liegen die Zinsen nahe an der Inflationsrate, kann das dem Kaufkraftverlust Ihres Vermögens teilweise entgegenwirken.
Wer bereit ist, mehr Risiko einzugehen, kann zudem in renditestärkere Formen der Geldanlage investieren, beispielsweise Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen. Solche Anlagen bieten die Chance auf höhere Renditen, unterliegen jedoch Marktschwankungen und bergen Risiken, einschließlich des Risikos eines Kapitalverlusts.
Viele Sparerinnen und Sparer legen ihr Geld weiterhin auf Sparbüchern an, da diese als sicher gelten. Sicherheit ist jedoch ein relativer Begriff, vor allem, wenn die Zinsen dauerhaft unter der Inflationsrate liegen. Dadurch entsteht über die Jahre ein schleichender Wertverlust Ihres Geldes.
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Um langfristig Kaufkraftverluste auszugleichen und Vermögen aufzubauen, eignen sich breit gestreute Anlagen wie börsengehandelte Indexfonds (englisch: Exchange Traded Funds, kurz ETFs). Sie bilden die Wertentwicklung eines Index, etwa des Deutschen Aktienindex (DAX) oder des MSCI World, nach und ermöglichen so eine breite Risikostreuung.
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Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Alle ausführlichen Informationen können Sie unter Risikohinweise nachlesen.
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