Notgroschen: Die finanzielle Reserve für den Notfall

Wieso sollten Sie einen Notgroschen aufbauen und wie viel Geld wird benötigt?

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Geldanlagen für Ihren Notgroschen

Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Ein Notgroschen ist eine kurzfristig verfügbare Rücklage für unerwartete Ausgaben oder vorübergehende Einkommenslücken.

  • Höhe: Die Verbraucherzentrale empfiehlt zwei bis drei Monatsgehälter als Höhe für den Notgroschen. Wie hoch die Reserve genau ausfallen sollte, ist abhängig von der individuellen Lebenssituation. Familien mit Kindern brauchen oft höhere Rücklagen als Einzelpersonen.

  • Verfügbarkeit: Der Notgroschen sollte schnell zur Verfügung stehen, um auf finanzielle Engpässe, zum Beispiel die Reparatur einer Waschmaschine, sofort reagieren zu können. Bei Tagesgeld besteht jederzeit ein Zugriff auf den angelegten Betrag.

Was ist ein Notgroschen?

Ein Notgroschen ist eine kurzfristig verfügbare finanzielle Reserve, die hilft, unvorhergesehene Ausgaben oder finanzielle Übergangsphasen zu überbrücken. Ziel ist es, anfallende Kosten zu decken, ohne einen Kredit aufzunehmen oder langfristige Geldanlagen zu verkaufen. Dies können beispielsweise anstehende Steuervorauszahlungen oder unerwartete Ausgaben rund um eine Immobilie sein. Im Mittelpunkt steht nicht die Rendite, sondern die Liquidität: Das Geld soll im Bedarfsfall schnell abrufbar sein.

Der Notgroschen bildet den ersten Schritt auf dem Weg zu finanzieller Unabhängigkeit. Während er kurzfristig für die Absicherung von Risiken genutzt wird, ist er gleichermaßen der Ausgangspunkt für weiterführende Geldanlagen, die auf mittelfristige Ziele und langfristigen Vermögensaufbau ausgerichtet sind, wie etwa die Altersvorsorge.

Warum sollte man einen Notgroschen anlegen?

Ein Notgroschen soll schlaflose Nächte ersparen und Spielraum für Situationen schaffen, in denen Ausgaben oder Einnahmen kurzfristig von der Planung abweichen. Die Vorteile im Überblick:

  • Schutz vor Schulden: Unerwartete Ausgaben lassen sich nicht immer vermeiden und müssen manchmal sofort beglichen werden. Ein Notgroschen hilft, in solchen Situationen unabhängig zu bleiben und teure Kredite zu vermeiden. 

  • Stabilität in Übergangsphasen: Ein finanzielles Polster federt Einkommensausfälle ab, etwa bei Krankheit, Jobwechseln oder Auftragsschwankungen. Mit Rücklagen in passender Höhe lassen sich mehrere Monate überbrücken, ohne das Girokonto zu überziehen.

  • Flexibilität für langfristige Geldanlagen: Wer einen Liquiditätspuffer besitzt, muss in angespannten Situationen keine langfristigen Anlagen wie Aktien oder ETFs zu ungünstigen Zeitpunkten verkaufen. Langfristige Investments zum Aufbau eines Vermögens können dank des Notgroschens unangetastet bleiben. 

  • Psychologische Entlastung: Eine passende finanzielle Reserve kann den Stress in unerwarteten Situationen mindern. Das schafft ein Gefühl von Sicherheit und stärkt das Vertrauen in die eigene Finanzplanung

  • Unabhängigkeit: Mit einem Notgroschen behalten Sparerinnen und Sparer selbst in schwierigen Situationen die Kontrolle und haben den Grundstein für die eigene finanzielle Unabhängigkeit gelegt.

Wie viel Geld sollte man als Notgroschen haben?

Im Allgemeinen gelten zwei bis drei Monatsgehälter als von der Verbraucherzentrale empfohlener Betrag für einen Notgroschen. Wie hoch der Notgroschen im Einzelfall sein sollte, hängt jedoch von den persönlichen Lebensumständen und der Stabilität des Einkommens ab. Entscheidend ist, dass die Reserve die relevantesten laufenden Kosten für einen begrenzten Zeitraum abdecken kann.  

Viele Menschen möchten mit ihrem Notgroschen mögliche Einkommensunterbrechungen auffangen oder größere, ungeplante Ausgaben besser bewältigen. Grundlage für die Berechnung sind daher vor allem die eigenen monatlichen Fixkosten und die Frage, welche Situationen überbrückt werden sollen. Diese Faktoren beeinflussen die passende Höhe des Notgroschens:

  • Familienstand: Alleinlebende benötigen meist eine kleinere Reserve als Haushalte mit mehreren Personen. 

  • Einkommenssicherheit: Bei unregelmäßigen oder projektbasierten Einnahmen kann eine größere Liquiditätsreserve sinnvoll sein.

  • Wohneigentum: Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohnungen oder Häusern finanzieren aufkommende Reparaturen selbst. Ein höheres finanzielles Polster lohnt sich daher meist.

  • Fixkosten: Je höher die laufenden Monatsausgaben sind, desto größer sollte der Notgroschen sein, um mehrere Monate abdecken zu können.

  • Berufliche Situation: Selbstständige und Freiberuflerinnen und Freiberufler haben häufig einen höheren Absicherungsbedarf.  In solchen Fällen kann eine höhere Rücklage als die von der Verbraucherzentrale empfohlenen zwei bis drei Monatsgehälter sinnvoll sein.

Hinweis: Generell empfehlen sich als Messgröße für den Notgroschen das Nettomonatsgehalt oder die monatlichen Ausgaben. Beide haben ihre Vor- und Nachteile:

  • Nettomonatsgehälter bieten eine einfache Möglichkeit zur Berechnung, da sie den gewohnten Lebensstandard abdecken. Der Nachteil ist, dass man sich eventuell „überversichert“ und zu viel Geld anlegt, das anderweitig renditestärker investiert werden könnte.

  • Monatsausgaben hingegen sind genauer, da der Notgroschen lediglich das abdeckt, was im Falle einer Notlage wirklich gebraucht wird. Der Nachteil hier ist, dass regelmäßige Sparraten während einer finanziellen Notlage ausgesetzt werden könnten. Zudem muss man jährlich wiederkehrende Ausgaben berücksichtigen.

Wo kann ich einen Notgroschen am besten sparen?

Ein Notgroschen ist idealerweise jederzeit verfügbar und verzinst angelegt. Ein Tagesgeldkonto bietet beides: Zinsen und schnellen Zugriff im Ernstfall. Gleichzeitig bleibt die Rücklage vom alltäglichen Zahlungsverkehr getrennt. Denn liegt das Geld auf dem Girokonto, kann es leicht unbewusst für Alltägliches verwendet werden. Die Vorteile von Tagesgeld im Überblick:

 

  • Sicherheit: Tagesgeld unterliegt der EU-weit harmonisierten Einlagensicherung bis zu 100.000 € pro Person und Bank.
  • Verfügbarkeit: Sparerinnen und Sparer können jederzeit auf den Notgroschen zugreifen, indem sie ihr Geld vom Tagesgeldkonto auf das Referenzkonto (in der Regel das Girokonto) überweisen. Bei ungeplanten Ausgaben, etwa für eine Reparatur, oder während einer Einkommenslücke bietet Tagesgeld die entsprechende Liquidität.
  • Zinsen: Tagesgeldkonten bieten in der Regel höhere Zinsen als Girokonten oder das Sparbuch. Zwar sind die Zinsen bei Tagesgeld variabel, Sparerinnen und Sparer haben jedoch die Möglichkeit, durch regelmäßige Vergleiche attraktive Angebote zu nutzen.

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Wie kann ich meinen Notgroschen ansparen?

Ein Notgroschen baut sich Schritt für Schritt auf. Viele Menschen sparen dafür regelmäßig einen Betrag, beispielsweise monatlich, aus Sonderzahlungen oder durch kleine Anpassungen im Alltag. Ziel ist es, die gewünschte Höhe nach und nach zu erreichen. Hier finden Sie einige Strategien zur Ansparung eines Notgroschens:

  • Sparen automatisieren: Ein Dauerauftrag direkt nach Gehaltseingang sorgt dafür, dass ein fester Betrag regelmäßig auf das Tagesgeldkonto überwiesen wird. Das macht das Ansparen des Notgroschens zur festen Routine.

  • Sonderzahlungen nutzen: Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Bonuszahlungen und Steuererstattungen eignen sich, um den Notgroschen aufzustocken. So wächst die Reserve außerhalb des Monatsbudgets.

  • Kleine Beiträge zurücklegen: Bereits 5, 10 oder 20 € im Monat können dabei helfen, den Notgroschen nach und nach aufzubauen. Zum Beispiel lässt sich gesammeltes Kleingeld am Monatsende auf ein separates Konto einzahlen. 

  • Mit der 50-30-20-Regel arbeiten: Diese Methode teilt das Einkommen in feste Anteile auf: 50 % für Fixkosten, 30 % für Wünsche, 20 % zum Sparen. So entsteht automatisch ein monatlicher Betrag für den Notgroschen.

  • Ausgaben reduzieren: Wer regelmäßig seine Ausgaben überprüft, kann Einsparpotenzial im Alltag erkennen. Weniger spontane Käufe oder günstigere Verträge schaffen finanziellen Spielraum, um den Notgroschen schneller anzusparen.

  • Zielbetrag festlegen: Sparerinnen und Sparer, die ihre monatlichen Ausgaben kennen, können gezielt einen Betrag für die finanzielle Reserve einplanen. Die genaue Summe richtet sich nach verschiedenen Faktoren wie der Lebenssituation, der Einkommenssicherheit und den individuellen finanziellen Verpflichtungen.

  • Risikoarm anlegen: Tagesgeldkonten unterliegen der EU-weit harmonisierten Einlagensicherung bis zu 100.000 € pro Person und Bank. Risikoreichere Geldanlagen wie ETFs oder Aktien sind weniger geeignet für kurzfristige Rücklagen, da sie kurzfristigen Kursschwankungen unterliegen.

Über Raisin können Sie Ihren Notgroschen gezielt mit attraktiven Tagesgeldzinsen ansparen. Raisin bietet Ihnen eine einfache Möglichkeit, mit einem einzigen Konto von einer breiten Auswahl an Sparangeboten europäischer Banken zu profitieren.

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Häufige Fragen zum Thema Notgroschen

Wie baue ich einen Notgroschen auf, wenn ich wenig sparen kann?

Schon mit kleinen Beträgen lässt sich ein Notgroschen aufbauen. Bei einem kleinen  Budget können Sparerinnen und Sparer mit regelmäßigen kleinen Sparraten beginnen, wie zum Beispiel 10 oder 20 € im Monat. Ein Dauerauftrag direkt nach Gehaltseingang oder ein Tagesgeld-Sparplan unterstützt dabei, das Sparen zu automatisieren und zur Routine zu machen.

 

Kann ich den Notgroschen auf einem Festgeldkonto anlegen?

Für einen Notgroschen ist eine Anlage in Festgeld weniger geeignet, da das Geld über einen festen Zeitraum gebunden ist und kurzfristig nicht zur Verfügung steht. Somit fehlt im Vergleich zu Tagesgeld die flexible Verfügbarkeit.

Als Ergänzung zu einem Tagesgeldkonto kann Festgeld dennoch sinnvoll sein, zum Beispiel für Beträge, die nicht Teil des eigentlichen Notgroschens sind.  Aktuell erhalten Sie mit Raisin bis zu 3,17 % Festgeldzinsen p. a.

 

Eignen sich Wertpapiere zum Parken eines Notgroschens?

Ein Notgroschen sollte risikoarm angelegt und schnell verfügbar sein. Wertpapiere wie Fonds, ETFs und Aktien unterliegen jedoch Kursschwankungen. Das kann bei kurzfristigem Liquiditätsbedarf dazu führen, dass der Verkaufswert unter dem ursprünglich investierten Betrag liegt. Aus diesem Grund sind Wertpapiere für den Notgroschen ungeeignet. 

Für den langfristigen Vermögensaufbau können sich diese Anlageformen jedoch lohnen, da sie auf Dauer Chancen auf attraktive Renditen ermöglichen. Mit der digitalen Vermögensverwaltung von Raisin können Sie aus fünf vorgefertigten ETF-Portfolios wählen.