StartseiteGeldanlageAktienAktien verkaufen

Zuletzt aktualisiert: 7. Mai 2026

Aktien verkaufen: Zeitpunkt, Steuern und Kosten beim Aktienverkauf

Was es beim Verkauf von Aktien zu beachten gibt

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktienverkauf: Aktien werden in einem Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker verwahrt und verwaltet. Der Handel erfolgt über die Börse während der Handelszeiten oder im außerbörslichen Direktgeschäft.

  • Zeitpunkt: Anlegerinnen und Anleger verkaufen Aktien, um Gewinne zu realisieren, Risiken zu begrenzen, das Portfolio umzuschichten oder Liquidität zu schaffen. Wann sich das Verkaufen von Aktien anbietet, hängt unter anderem vom Aktienkurs, der Marktlage und der persönlichen Anlagestrategie ab.

  • Steuer und Kosten: Gewinne aus Aktienverkäufen unterliegen der Abgeltungsteuer, dem Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls der Kirchensteuer. Zusätzlich können je nach Broker Kosten wie Ordergebühren, Handelsplatzentgelte und Spreads anfallen.

Warum verkauft man Aktien?

Es gibt verschiedene Gründe, Aktien zu verkaufen. Sie hängen häufig von der persönlichen Anlagestrategie, der Entwicklung einzelner Unternehmen und dem allgemeinen Marktumfeld ab. Diese Gründe treten häufig gemeinsam auf und bestimmen, ob ein Verkauf im jeweiligen Kontext sinnvoll erscheint. Dazu zählen unter anderem:

  • Gewinne realisieren: Steigen einzelne Aktien im Kurs, kann ein Verkauf Gewinne sichern. Gleichzeitig wird Liquidität geschaffen und Kapital freigesetzt, das sich in andere Wertpapiere investieren lässt.
  • Portfolio anpassen: Ein Verkauf von Aktien kann dazu dienen, das Portfolio an die Zielgewichtung anzupassen. Dies ist notwendig, wenn bestimmte Aktien eine zu hohe Gewichtung einnehmen. 
  • Verluste begrenzen, wenn sich Rahmenbedingungen ändern: Verschlechtern sich die Rahmenbedingungen eines Unternehmens oder einer Branche, kann ein Verkauf dazu beitragen, das Risiko im Portfolio zu verringern.
  • Unternehmensspezifische Entwicklungen berücksichtigen: Neue Informationen wie Unternehmensnachrichten, veränderte Prognosen oder ein Strategiewechsel im Management können dazu führen, dass eine Position nicht mehr zur eigenen Anlagestrategie passt.
  • Risiken minimieren: Ein veränderter Anlagehorizont oder eine angepasste Risikoneigung, beispielsweise mit Blick auf die Altersvorsorge, kann ebenfalls ein Grund für den Verkauf von Aktien sein.

Wie verkauft man Aktien? Schritt für Schritt erklärt

Ein Aktienverkauf läuft in der Regel unkompliziert ab. Die folgenden Schritte zeigen, wie der Prozess in einem Depot typischer Banken und Online-Broker funktioniert:

Schritt 1: Die Aktie im Depot auswählen

Der Verkauf beginnt im Depot, in dem alle gehaltenen Positionen angezeigt werden. Über die Verkaufsfunktion der jeweiligen Aktie öffnet sich der Orderdialog. Die Schaltflächen sind häufig mit „Verkaufen“, „Sell“ oder „Order aufgeben“ bezeichnet.

Schritt 2: Stückzahl oder Teilverkauf festlegen

Im Orderfenster lässt sich festlegen, wie viele Aktien verkauft werden sollen. Neben einem vollständigen Verkauf ist auch ein Teilverkauf möglich, etwa um Gewinne teilweise zu realisieren oder das Risiko einer Position zu reduzieren.

Schritt 3: Ordertyp wählen

Der Ordertyp bestimmt die Verkaufsbedingungen. Die wichtigsten Varianten im Überblick:

Ordertyp

Bedeutung

Typischer Einsatzbereich

Risiken

Market Order

Verkauf zum aktuell verfügbaren Kurs

Schnelle Ausführung

Bei großen Orders sind Abweichung vom inital angezeigten Kurs möglich 

Limit Order

Verkauf erst ab einem festgelegten Mindestpreis

Genaue Steuerung des Verkaufspreises

Keine Ausführung, wenn das Limit nicht erreicht wird

Stop-Loss Order

Verkauf, sobald ein Kurs unterschritten wird

Verlustbegrenzung

Bei starken Bewegungen ist auch eine Ausführung unter dem Stop-Kurs möglich

Stop-Limit Order

Kombination aus Stop und Limit

Steuerbare Preisgrenzen

Keine Ausführung bei Kurslücken

Trailing Stop-Loss Orders

Stop-Marke passt sich automatisch steigenden Kursen an

Gewinnsicherung bei laufenden Trends

Kann bei Rücksetzern zu schnell ausgelöst werden

Schritt 4: Order prüfen und absenden

Vor der Bestätigung werden alle Angaben kontrolliert, darunter Stückzahl, Ausführungsplatz, Ordertyp, eventuelle Gültigkeitsfristen sowie die angezeigten Gebühren. Auch der aktuelle Spread, auch Geld-Brief-Spanne genannt,  kann relevant sein. Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs einer Aktie. Er entsteht durch Angebot und Nachfrage. Bei Werten mit hoher Liquidität fällt er meist geringer aus, während er bei geringem Handelsvolumen oder außerhalb der üblichen Handelszeiten größer sein kann.

Schritt 5: Abrechnung verstehen (inklusive FIFO)

Nach der Ausführung erstellt der Broker eine Abrechnung. Sie enthält den tatsächlichen Verkaufskurs, die angefallenen Gebühren sowie den realisierten Gewinn oder Verlust. Für die steuerliche Berechnung gilt in Deutschland das „First In – First Out“-Prinzip (FIFO): Bei mehreren Kaufzeitpunkten gelten stets die ältesten Anteile als zuerst verkauft. Dadurch ergeben sich je nach Reihenfolge unterschiedliche steuerpflichtige Gewinne oder Verluste.

Gut zu wissen: Wenn der Verkaufserlös nicht unmittelbar reinvestiert werden soll, kann es sinnvoll sein, das Kapital vorübergehend außerhalb des Aktienmarkts zu parken, bis eine neue Anlageentscheidung feststeht. Festgeld- und Tagesgeldangebote bieten dafür eine planbare und verzinste Option. Im Gegensatz zu Aktien unterliegen Spareinlagen zudem keinen Kursschwankungen und Einlagen sind bei europäischen Banken bis zu 100.000 € pro Person und Bank durch die EU-weit harmonisierte Einlagensicherung geschützt.

Können Anlegerinnen und Anleger Aktien jederzeit verkaufen?

Grundsätzlich lassen sich Aktien während der üblichen Handelszeiten verkaufen. In Deutschland sind die meisten Börsen montags bis freitags zwischen 08:00 und 22:00 Uhr geöffnet (ausgenommen Feiertage). Viele Banken und Broker ermöglichen zudem einen außerbörslichen Direkt- oder Späthandel, der Kauf- und Verkaufsaufträge auch außerhalb der Kernzeiten erlaubt. Je nach Marktsituation können verschiedene Faktoren den Verkauf beeinflussen:

  • Handelsaussetzungen: Bei starken Kursbewegungen, ausgelöst durch Marktereignisse oder wichtigen Unternehmensmeldungen, kommt es gelegentlich zu Unterbrechungen des Handels. Während dieser Phasen sind Verkäufe nicht möglich.

  • Geringe Liquidität: Bei Aktien mit niedrigem Handelsvolumen lassen sich Kauf- und Verkaufsaufträge nicht immer sofort ausführen. Dadurch kann der tatsächliche Verkaufskurs stärker vom gewünschten Kurs abweichen.

  • Limit-Orders: Ein gesetztes Verkaufslimit führt nur dann zur Ausführung, wenn der Markt den festgelegten Preis erreicht. Dies kann je nach Marktlage verzögert oder unter Umständen gar nicht erfolgen.

  • Breite Spreads: Wenn der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs groß ist, kann die Ausführung zu einem ungünstigeren Preis erfolgen. Breite Spreads treten häufiger zu bestimmten Zeiten auf, zum Beispiel außerhalb der Haupt-Handelszeiten oder wenn wenig gehandelt wird.

Melden Sie sich kostenlos an und bleiben Sie bestens informiert! Erhalten Sie regelmäßig exklusive Angebote und fundierte Finanznews, um Ihre Geldanlage noch erfolgreicher zu gestalten. 

Das erwartet Sie: 

  • Exklusive Zinsangebote: Attraktive Zinsen aus Europa 
  • Renditeorientierte Kapitalmarktanlage: Expertenwissen mit der auf ETFs basierten Vermögensverwaltung
  • Aktuelle Finanznews: Stets einen Schritt voraus mit den neuesten Markttrends

Starten Sie jetzt und machen Sie mehr aus Ihrem Geld!

Bei uns bleiben Sie stets informiert. Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie die neusten Informationen rund um die Geldanlage direkt in Ihr Postfach. Wöchentlich auf dem Laufenden bleiben und eine Abmeldung ist jederzeit möglich.

Welche Kosten und Gebühren entstehen beim Aktienverkauf?

Der Verkauf von Aktien ist mit verschiedenen Kosten verbunden, die je nach Anbieter und Handelsplatz variieren. Diese Gebühren wirken sich unmittelbar auf die Rendite aus und sollten daher bei jeder Verkaufsentscheidung berücksichtigt werden.

  • Ordergebühren: Beim Verkauf fallen in der Regel Kosten an, die der jeweilige Broker erhebt. Üblich sind feste Orderentgelte oder prozentuale Anteil am Handelsvolumens. Einige Anbieter arbeiten zudem mit Staffelpreisen.

  • Handelsplatzgebühren: Je nach ausgewähltem Börsenplatz kann ein zusätzliches Entgelt für die Nutzung der Handelsplattform anfallen. Die Höhe dieser Gebühren variiert zwischen den Handelsplätzen.

  • Spread: Der Spread bezeichnet den Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Ein größerer Spread kann dazu führen, dass der erzielbare Verkaufskurs niedriger ausfällt, besonders bei geringer Liquidität oder außerhalb der üblichen Handelszeiten.

  • Depotgebühren: Manche Banken und Broker erheben jährlich eine Gebühr für die Verwahrung des Depots. Diese Kosten fallen unabhängig vom Aktienverkauf an und sollten in den Gesamtkosten der Anlage berücksichtigt werden.

Welche Steuern fallen beim Aktienverkauf an?

Gewinne aus Aktienverkäufen gelten als Kapitalerträge und unterliegen der Besteuerung. Die folgenden Punkte geben einen Überblick über die zu berücksichtigenden Steuern beim Verkauf von Aktien:

  • Abgeltungssteuer: Auf Gewinne aus dem Aktienverkauf fällt eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25,00 % an (Stand: 2025). Diese wird in der Regel direkt vom Broker einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Die Haltedauer spielt für die Steuerpflicht keine Rolle: auch langfristig gehaltene Aktien unterliegen der Abgeltungsteuer.
  • Solidaritätszuschlag: Zusätzlich zur Abgeltungssteuer wird ein Solidaritätszuschlag von 5,50 % auf die Höhe der Abgeltungssteuer erhoben (Stand: 2025).
  • Kirchensteuer: Für kirchensteuerpflichtige Anlegerinnen und Anleger kommt eine Kirchensteuer hinzu, deren Höhe je nach Bundesland 8,00 % oder 9,00 % der Abgeltungssteuer beträgt (Stand: 2025).
  • Freibeträge: Der Sparerpauschbetrag liegt aktuell bei 1.000 € pro Jahr für einzeln Veranlagte und 2.000 € für zusammen Veranlagte (Stand: 2025). Kapitalerträge, die diesen Freibetrag überschreiten, sind steuerpflichtig. Der Freibetrag wird automatisch angerechnet, sobald ein Freistellungsauftrag beim Broker oder der Bank hinterlegt ist. Ohne Freistellungsauftrag wird die Steuer direkt abgezogen, selbst wenn der Freibetrag noch nicht ausgeschöpft ist.

Beispiel für Steuern beim Verkaufen von Aktien: Wird eine Aktie mit einem Gewinn von 1.000 € verkauft, beträgt die Abgeltungssteuer 250 € (25,00 %). Hinzu kommen 13,75 € Solidaritätszuschlag (5,50 % von 250 €). Bei Kirchensteuerpflicht (9,00 %) werden zusätzlich 22,50 € Kirchensteuer fällig. Die Gesamtsteuerbelastung liegt entsprechend bei 286,25 €. Diese Steuern fallen erst an, wenn der Sparerpauschbetrag bereits ausgeschöpft ist.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Aktien zu verkaufen?

Viele Anlegerinnen und Anleger möchten zu einem möglichst hohen Kurs aussteigen. Ein idealer Verkaufszeitpunkt lässt sich jedoch nicht zuverlässig bestimmen. Kursbewegungen hängen von zahlreichen Faktoren ab, und selbst erfahrene Marktteilnehmer erkennen Höchst- und Tiefpunkte meist erst im Rückblick. Historische Kursverläufe bieten zwar Orientierung, erlauben jedoch keine sicheren Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung. Dennoch gibt es Überlegungen, die bei der Einordnung eines geeigneten Verkaufszeitpunkts helfen können.

Stop-Loss-Orders einrichten

Eine Möglichkeit, rational statt emotional zu entscheiden, sind automatisierte Verkaufsaufträge. Mit sogenannten Stop-Loss-Orders lässt sich ein Kurslimit festlegen, bei dem eine Aktie automatisch verkauft wird. Fällt der Kurs unter diesen Wert, wird der Verkauf ausgelöst und Verluste lassen sich begrenzen. Wie groß der Abstand zum aktuellen Kurs sein sollte, hängt von der jeweiligen Aktie und ihrer Volatilität ab. Besonders bei stark schwankenden Titeln kann ein größerer Puffer sinnvoll sein. Die Stop-Loss-Marke lässt sich flexibel anpassen, etwa wenn sich der Kurs positiv entwickelt.

Branchen- und unternehmensbezogene Entwicklungen

Ein weiterer Anhaltspunkt für den Verkaufszeitpunkt sind Veränderungen im Unternehmen selbst. Verschlechtert sich die Ertragslage, ändern sich Prognosen oder verschiebt sich das Marktumfeld, kann eine Neubewertung erforderlich sein. Auch neue Branchentrends und Wettbewerber oder regulatorische Veränderungen beeinflussen die Attraktivität einer Aktie.

Die Entscheidung für einen Verkauf richtet sich auch nach der eigenen Einschätzung: Trauen Sie dem Unternehmen weiteres Wachstum zu? Oder erwarten Sie künftig eine schwächere Entwicklung? Wer einem Unternehmen langfristig weiterhin Potenzial zutraut, kann auch vorübergehende Verluste bewusst in Kauf nehmen.

Emotionale Impulse erkennen und vermeiden

Kursverluste, starke Schwankungen oder überraschende Marktbewegungen führen häufig zu spontanen Entscheidungen. Emotionale Reaktionen können jedoch zu unüberlegten Verkaufsentscheidungen oder zum Festhalten an Verlustpositionen führen. Eine festgelegte Vorgehensweise, etwa durch gesetzte Limits oder ein definiertes Risikoniveau, hilft, Entscheidungen unabhängig von kurzfristigen Impulsen zu treffen.

Gebührenstruktur berücksichtigen

Kosten wirken unmittelbar auf das Ergebnis eines Verkaufs. Je nach Broker unterscheiden sich Orderentgelte, Handelsplatzgebühren und Spreads zum Teil deutlich. Eine transparente Kostenübersicht erleichtert es, die Nettorendite realistisch einzuschätzen.

Freibeträge und steuerliche Auswirkungen prüfen

Die steuerliche Behandlung eines Verkaufs hängt davon ab, ob Gewinne oder Verluste entstehen und ob ein Freistellungsauftrag vorliegt. Dieser Freibetrag gilt pro Jahr und könnte zum Zeitpunkt des Verkaufs bereits ausgeschöpft sein. Für die steuerliche Ermittlung gilt zudem die FIFO-Regel, nach der die ältesten Anteile zuerst berücksichtigt werden. Die steuerlichen Auswirkungen eines Verkaufs können die tatsächlich verbleibenden Erträge beeinflussen. 

Reinvestition planen

Ein Aktienverkauf kann der Ausgangspunkt für eine neue Ausrichtung des Portfolios sein. Steht nach dem Verkauf Kapital zur Verfügung, stellt sich häufig die Frage, wie dieses fortan angelegt wird. Anlegerinnen und Anleger können abwägen, ob sie künftig eher in eine andere Aktie oder ETFs investieren möchten. 

ETFs sind börsengehandelte Fonds, die mehrere Aktien oder andere Wertpapiere in einem einzigen Produkt bündeln. Dadurch wirken sich Kursbewegungen einzelner Unternehmen weniger stark auf die Wertentwicklung aus als bei einer einzelnen Aktie. Jedoch unterliegen auch ETFs Kursschwankungen. Anlegerinnen und Anleger können sich zudem für einen ETF-Sparplan entscheiden, bei dem regelmäßig in ausgewählte Titel investiert wird. 

Globale und diversifizierte Portfolios

Globale und diversifizierte Portfolios

Die Portfolios der digitalen Vermögensverwaltung investieren Ihr Vermögen breit gestreut. Das heißt für Sie, dass Sie mit nur einem Portfolio von den globalen Aktien- und Anleihenmärkten profitieren.

Dabei folgt unser Anlageteam einer Strategie, in die 50 Jahre führender Finanzforschung eingeflossen sind.

Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und stellen keine steuerliche Beratung dar. Für detaillierte Informationen oder zur individuellen Klärung steuerrechtlicher Fragen empfehlen wir die Hinzuziehung eines Steuerberaters oder einer anderen gemäß § 2 StBerG befähigten Person.