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Durch den Zinseszinseffekt werden Zinsen auf Geldanlagen erneut verzinst, wodurch das Kapital für Sparerinnen und Sparer erhöht wird.
Mit einer Formel oder dem Rechner zum Zinseszins und dem Zinseszinseffekt kann schnell und einfach berechnet werden, wie hoch das Kapital zum Ende einer Laufzeit mit einem bestimmten Zinssatz sein wird.
Um vom Zinseszins zu profitieren, können sich Tagesgeld- oder Festgeldkonten eignen. ETF-Portfolios mit thesaurierenden ETFs haben einen ähnlichen Effekt, mit gegebenenfalls höheren Renditen.
Zinseszinsen sind Zinsen, die Sparerinnen und Sparer auf ihre Zinsen erhalten. Der Zinseszinseffekt wird durch das umgehende Reinvestieren oder Thesaurieren der Zinsen erzielt: Das angelegte Kapital wächst somit schneller, da erhaltene Zinsen direkt wieder angelegt und nicht ausgegeben werden.
Beim Zinseszinseffekt werden die gutgeschriebenen Zinsen auf eine Anlage in der nächsten Zinsperiode ebenfalls verzinst. Das heißt, das an sich zu verzinsende Kapital ist bereits höher als zu Beginn der Einzahlung. Gerade bei einer langjährigen Geldanlage können Sparerinnen und Sparer von einem erheblichen Zinseszinseffekt profitieren.
Bei der Erhöhung des Kapitals durch den Zinseszins spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
Je mehr Kapital für den Vermögensaufbau zur Verfügung steht und je höher die Zinsen dafür sind, desto stärker ist der Zinseszinseffekt. Auch der Zeitraum, in dem sich das Geld durch den Zinseszins vermehren kann, bestimmt den letztendlichen Gewinn.
In der Regel werden Zinsen einmal pro Jahr ausgezahlt. Werden die Zinsen und Zinseszinsen in kürzeren Abständen, also jedes halbe Jahr, pro Quartal oder monatlich, ausgezahlt, spricht man von einer unterjährigen Verzinsung. Da bei einer unterjährigen Verzinsung mehrfach im Jahr Zinsen auf das Kapital anfallen, können diese in der folgenden Zinsperiode bereits zusätzlich verzinst werden und der Gewinn wächst schneller an.
Um den Zinseszins zu berechnen, kann eine Formel genutzt werden. Damit können Sparerinnen und Sparer ermitteln, wie hoch der Einfluss des Zinseszinseffektes bei einer Geldanlage ist.
Anfangskapital x (1 + (Zinssatz/100))Laufzeit = Endkapital
Bei der Berechnung der Zinsen beziehungsweise der Zinseszinsen ist zu beachten, dass sich der Betrag des Endkapitals gegebenenfalls durch anfallenden Gebühren und Steuern verringern kann. Auch die Inflation kann dafür sorgen, dass das Geld zum Ende der Laufzeit weniger Kaufkraft hat als der gleiche Betrag zu Beginn der Anlagezeit.
Angenommen, es werden 1.000 € als Festgeld zu einem jährlichen Zinssatz von 5,00 % bei einer Laufzeit von 3 Jahren angelegt:
1.000 € × (1 + (5/100))3 ≈ 1.157,63 €
Es ergibt sich ein ungefährer Zinsertrag von 157,63 €.
Die Dauer zur Verdopplung eines angelegten Betrags hängt unter anderem von der Verzinsung ab. In dem folgenden Beispiel gehen wir von einer jährlichen Zinsausschüttung aus:
1,00 % | 70 Jahre |
2,00 % | 35 Jahre |
3,00 % | 23 Jahre |
4,00 % | 18 Jahre |
5,00 % | 14 Jahre |
Um vom Zinseszinseffekt zu profitieren, können sich beispielsweise Tagesgeld- oder Festgeldkonten anbieten. Wichtig bei Festgeldkonten ist, dass die Zinsen häufig zum Ende der Laufzeit ausgeschüttet werden. Um dennoch vom Zinseszinseffekt zu profitieren, können Sparerinnen und Sparer die sogenannte Treppenstrategie nutzen.
Sowohl Tages- als auch Festgeld sind durch die EU-weit harmonisierten Einlagensicherung bis zu 100.000 € je Anleger und Bank abgesichert.
Wer sein Kapital in Aktien oder andere Anlageprodukte an der Börse investiert, der erhält keine Zinsen, sondern Rendite. Bei Wertpapieren erhalten Anlegerinnen und Anleger somit keinen Zinseszins, sondern sogenannte thesaurierende Erträge. So wird beispielsweise bei thesaurierenden Fonds die Rendite immer wieder reinvestiert und nicht ausgezahlt.
Beispiel: Wir gehen von einem Grundbetrag von 100.000 € und einer durchschnittlichen Rendite von 7,00 % p. a. aus. Ohne Reinvestition beläuft sich die Summe nach 30 Jahren auf 310.000 €. Wird die Rendite dagegen reinvestiert, ergibt sich im selben Anlagezeitraum ein Betrag von 761.225,50 €.
Global diversifizierte ETF-Portfolios bieten bei Thesaurierung die Chance auf eine deutlich schnellere Vermehrung des Vermögens als es bei Tagesgeld- oder Festgeldkonten möglich ist. Möglich ist dies beispielsweise mit der Vermögensverwaltung von Raisin. Dabei wählen wir für Sie aus fünf global diversifizierten Strategien diejenige aus, die am besten Ihrem persönlichen Risikoprofil entspricht. Die Höhe des gewählten Risikos hat dabei Auswirkungen auf die Renditechancen und somit auf die Aussichten, auf reinvestierte Erträge weitere Renditen zu erhalten.

Die Portfolios der digitalen Vermögensverwaltung investieren Ihr Vermögen breit gestreut. Das heißt für Sie, dass Sie mit nur einem Portfolio von den globalen Aktien- und Anleihenmärkten profitieren.
Dabei folgt unser Anlageteam einer Strategie, in die 50 Jahre führender Finanzforschung eingeflossen sind.
Der Zinseszins wird mit folgender Formel berechnet:
Kₙ = K₀ × (1 + i)ⁿ
Dabei gilt:
K₀ = Anfangskapital
Kₙ = Kapital nach n Perioden
i = Zinssatz pro Periode (als Dezimalzahl, z. B. 0,05 für 5 %)
n = Anzahl der Perioden
Beispiel: Wer 1.000 € zu 5 % für 3 Jahre anlegt, berechnet: 1.000 × (1,05)³ = 1.157,63 €
Bei mehrfacher Verzinsung pro Jahr lautet die Formel: Kₙ = K₀ × (1 + i/m)^(m·n)
m steht für die Anzahl der Verzinsungen pro Jahr.
Beim einfachen Zins werden Zinsen allein auf das Anfangskapital berechnet, während beim Zinseszins zusätzlich bereits gutgeschriebene Zinsen mitverzinst werden. Bei konstantem Zinssatz bleibt der Zinsbetrag beim einfachen Zins in jeder Periode gleich, das Kapital wächst linear. Beim Zinseszins erhöht sich die Berechnungsgrundlage in jeder Periode, sodass das Kapital exponentiell wächst.
Kurzvergleich zwischen einfachen Zins und Zinseszins:
Berechnungsbasis | Lediglich Anfangskapital | Anfangskapital + angesammelte Zinsen |
Wachstum | Linear | Exponentiell |
Effekt über lange Laufzeit | Begrenzter Zuwachs | Deutlich stärkerer Anstieg |
Der Zinseszins wird berechnet, sobald gutgeschriebene Zinsen dem Kapital hinzugefügt und in der nächsten Periode mitverzinst werden. Der Effekt entsteht ab der ersten Wiederanlage von Zinserträgen. Wie häufig der Zinseszins berechnet wird, hängt von der Verzinsungsperiode ab:
jährlich: einmal pro Jahr
quartalsweise: viermal pro Jahr
monatlich: zwölfmal pro Jahr
täglich: entsprechend häufiger
Je kürzer die Verzinsungsintervalle, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt, da die Zinsen schneller erneut Teil des Kapitals werden.
Der Zinseszinseffekt lässt sich nutzen, indem Erträge nicht entnommen werden. Stattdessen werden sie wieder angelegt. Entscheidend sind eine möglichst lange Anlagedauer und die konsequente Wiederanlage von Zinsen oder anderen Erträgen. Der Zinseszinseffekt entfaltet seine Wirkung besonders über viele Jahre hinweg.
Wichtige Faktoren, um den Zinseszinseffekt zu nutzen:
Früh beginnen: Je länger Kapital investiert bleibt, desto stärker wirkt der Effekt.
Erträge reinvestieren: Zinsen oder Dividenden sollten dem Kapital hinzugefügt werden.
Regelmäßig einzahlen: Zusätzliche Einzahlungen erhöhen die Basis für künftige Verzinsung.
Risikohinweis: Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Alle ausführlichen Informationen können Sie unter Risikohinweise nachlesen.
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