Nachhaltige Geldanlage mit Blick auf Umwelt, Gesellschaft und den langfristigen Vermögensaufbau.
Nachhaltige ETFs bilden einen Index ab, der Unternehmen nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien auswählt, etwa Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG).
Die Auswahlregeln unterscheiden sich je nach Indexanbieter. Üblich sind Ausschlusskriterien, Best-in-Class-Ansätze oder spezialisierte Klima-Indizes.
Nachhaltige ETFs bieten die Vorteile von herkömmlichen ETFs. Sie sind in der Regel passiv verwaltet und damit oft kostengünstiger als aktiv gemanagte Nachhaltigkeitsfonds.
Nachhaltige ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die Unternehmen nach ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien auswählen. Diese Kriterien werden unter dem Begriff ESG zusammengefasst: Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Kontext mehr als Umweltschutz: Auch Arbeitsbedingungen, Menschenrechte oder der Ausschluss von Rüstung und kontroversen Waffen können die Unternehmensauswahl beeinflussen.
Die ESG-Kriterien umfassen dabei Ausschlüsse, Bewertungsmodelle oder spezielle Klimaansätze. Unternehmen, die den definierten Anforderungen nicht entsprechen, werden nicht in den Index aufgenommen oder erhalten ein geringeres Gewicht. Nachhaltige ETFs sind damit eine Form der nachhaltigen Geldanlage.
Ein ETF ist nicht automatisch nachhaltig, nur weil ESG oder SRI im Namen steht. Die Kriterien unterscheiden sich stark. Manche Indizes filtern nur wenige Unternehmen heraus, andere schließen ganze Branchen aus. Deshalb lohnt es sich, die jeweiligen Kriterien zu vergleichen, um besser zu verstehen, wie ein nachhaltiger ETF konstruiert ist.
Basiswissen ETF: Ein Exchange Traded Fund (ETF) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet. Er bündelt viele einzelne Wertpapiere in einem einzigen Produkt und ermöglicht so eine breite Streuung. Der Preis des ETFs entwickelt sich entsprechend dem Index, den er abbildet.
Es gibt keine einheitliche Definition von nachhaltigen ETFs. Die wichtigsten Konzepte werden von Indexanbietern festgelegt und können je nach Methodik voneinander abweichen. Die folgenden drei Ansätze geben eine Orientierung:
ESG steht für Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance). Bei diesem Ansatz bewertet der Indexanbieter Unternehmen anhand dieser drei Dimensionen. Je nach Konzept können Unternehmen mit sehr niedrigen ESG-Bewertungen ausgeschlossen oder geringer gewichtet werden.
SRI („Socially Responsible Investing“) kombiniert ESG-Analysen häufig mit klaren Ausschlussregeln. Branchen wie Tabak, Waffen oder Kohle können vollständig ausgeschlossen sein. Gleichzeitig werden oft nur Unternehmen berücksichtigt, die im Vergleich zu ihrer Branche besonders gut abschneiden.
Manche nachhaltige ETFs nutzen spezielle Klimakonzepte. Dazu zählen zum Beispiel Indizes, die Unternehmen bevorzugen, die ihren CO₂-Ausstoß reduzieren oder im Einklang mit langfristigen Klimaszenarien stehen sollen. Die genaue Ausgestaltung unterscheidet sich je nach Anbieter und Modell.
Unabhängig vom jeweiligen Konzept folgt die Unternehmensauswahl typischerweise einem mehrstufigen Prozess:
Ausschlüsse: Unternehmen mit bestimmten Tätigkeiten, zum Beispiel kontroverse Waffen oder hohem Kohleanteil, werden ausgeschlossen. Die Schwellenwerte legt der Indexanbieter fest.
ESG-basierte Bewertung: Die verbleibenden Unternehmen werden anhand von ESG-Daten beurteilt, beispielsweise zu Klimastrategien, Energieverbrauch oder Unternehmensführung.
Best-in-Class-Verfahren: Viele Indizes verwenden einen sogenannten Best-in-Class-Ansatz. Darin sind nur die Unternehmen berücksichtigt, die im Vergleich zu ihrer Branche besonders gut abschneiden.
Gewichtung im Index: Die Gewichtung orientiert sich oft an der Marktkapitalisierung, kann jedoch zugunsten höher bewerteter Unternehmen angepasst werden.
Gut zu wissen: Der Best-in-Class-Ansatz berücksichtigt nur Unternehmen, die innerhalb ihrer Branche im Bereich Nachhaltigkeit besser abschneiden als andere. Das bedeutet, dass nicht automatisch ganze Branchen ausgeschlossen werden. Stattdessen wählt der Indexanbieter aus einem bestehenden Index, zum Beispiel dem Deutschen Aktienindex (DAX), nur die Unternehmen aus, die zu den nachhaltigeren gehören. Die konkrete Filtertiefe hängt vom jeweiligen Indexanbieter und seiner Methodik ab. Dieses Verfahren nennt man Best-in-Class: die Auswahl der jeweils besten Unternehmen im Vergleich zur direkten Konkurrenz. Je stärker ein Index gefiltert wird, desto weniger Unternehmen bleiben übrig und desto geringer kann die Diversifikation des ETFs ausfallen.
Nachhaltige ETFs lassen sich meist schon am Namen und an der veröffentlichten Methodik erkennen. Die Bezeichnungen folgen keinen einheitlichen Regeln, geben aber Hinweise auf das Nachhaltigkeitskonzept des zugrunde liegenden Index.
Viele nachhaltige Indizes tragen Zusätze wie „ESG“, „SRI“ oder „Low Carbon“. Auch der Zusatz „sustainable” (zu Deutsch: nachhaltig) ist ein Indikator dafür, dass es sich um einen nachhaltigen ETF handeln könnte. Diese Begriffe zeigen an, dass bestimmte Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt wurden.
Die meisten Anbieter veröffentlichen detaillierte Beschreibungen ihrer Auswahlregeln. Diese Dokumente geben einen guten Eindruck davon, wie „nachhaltig“ ein Index nach den Maßstäben des jeweiligen Anbieters zusammengesetzt ist.
Fonds beziehungsweise ETFs werden nach der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) in Kategorien eingeteilt, zum Beispiel Artikel 8 oder Artikel 9 (siehe „Was bedeuten die SFDR-Artikel 6, 8 und 9?"). Diese Einstufung beschreibt, welche Nachhaltigkeitsmerkmale im Fonds berücksichtigt sind. Sie ist kein Qualitätssiegel, kann aber helfen, unterschiedliche Konzepte einzuordnen.
Nachhaltige und herkömmliche ETFs funktionieren auf derselben Grundlage: Beide bilden einen Index ab und ermöglichen eine breite Streuung mit transparenten Kosten. Der Unterschied liegt in der Art und Weise, wie der zugrunde liegende Index zusammengesetzt und gefiltert wird.
Merkmal | Nachhaltige ETFs | Herkömmliche ETFs |
Indexaufbau | Unternehmen sind nach definierten Nachhaltigkeitskriterien ausgewählt oder gewichtet. | Der Index bildet die Marktkapitalisierung der Unternehmen ab, ohne Nachhaltigkeitsfilter. |
Branchen- und Sektorstruktur | Geringere Gewichtung energieintensiver Branchen, dafür teils höhere Anteile in Technologie oder Gesundheitswesen. | Spiegelt die marktübliche Branchenstruktur des jeweiligen Ausgangsindex wieder, ohne Nachhaltigkeitsfilter. |
Methodik | Nachhaltige Ansätze, darunter ESG, SRI, klimaorientiert | Die Zusammensetzung basiert typischerweise auf Marktkapitalisierung, vereinzelt ergänzt um Faktoren wie Liquidität oder Streubesitz. |
Risiken | Unterliegen denselben Markt- und Kursschwankungen wie herkömmliche ETFs. Je nach Filtertiefe ist die Diversifikation geringer. Das kann Kursschwankungen verstärken. | Unterliegen Markt- und Kursschwankungen und die Diversifikation hängt vom jeweiligen Index ab. |
Kosten | Die laufenden Kosten liegen in der Regel höher als bei vergleichbaren klassischen ETFs. | Häufig niedrige laufende Kosten, abhängig vom Index und Anbieter. |
Renditechancen | Nachhaltige Indizes haben in Studien oft vergleichbare Wertentwicklungen gezeigt. In einzelnen Zeiträumen können nachhaltige ETFs besser oder schlechter abschneiden. Vergangene Ergebnisse erlauben keine Aussage über die Zukunft. | Klassische Indizes können je nach Marktphase stärker oder schwächer abschneiden. Auch hier gilt: Vergangenheitswerte lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen zu. |
Diese Ansätze zur Auswahl nachhaltiger ETFs bringen Chancen sowie Herausforderungen mit sich, die aus der jeweiligen Indexkonstruktion entstehen:
Vorteile nachhaltiger ETFs
Herausforderungen

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Nachhaltige ETFs arbeiten oft mit sogenannten Best-in-Class-Ansätzen. Dabei sind nicht nur Unternehmen mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell im ETF enthalten. Auch Firmen, die innerhalb ihrer Branche etwas besser abschneiden, können berücksichtigt werden. Ein Beispiel sind im Vergleich geringere CO₂-Emissionen. Wie streng dieses Auswahlverfahren ist, variiert stark: Manche ETFs beschränken sich auf die besten 25 % eines Index, andere lassen bis zu 85 % der Unternehmen zu.
In solchen Fällen verliert der Filter nach nachhaltigen Kriterien an Aussagekraft. Auch Ausschlusskriterien, etwa für Waffen oder Tabak, bieten keine klare Abgrenzung: Zum Teil gelten Toleranzschwellen von bis zu 30 % Umsatzanteil in kritischen Bereichen, wodurch Unternehmen, die manche Anlegerinnen und Anleger kritisch sehen, trotzdem im ETF vertreten sind. Ob diese Kriterien der eigenen Auffassung von Nachhaltigkeit entsprechen, hängt von persönlichen Vorstellungen ab und stimmt nicht immer mit dem Ansatz der Indexanbieter überein.
Welche Rolle nachhaltige ETFs in der eigenen Anlagestrategie spielen, hängt von persönlichen Präferenzen ab. Sie berücksichtigen ökologische, soziale oder Governance-Kriterien und ermöglichen es, persönliche Wertvorstellungen in der Investmentstrategie abzubilden. Wer zum Beispiel bestimmte Branchen wie Waffen, Tabak oder fossile Energien vermeiden möchte, kann durch die Wahl eines passenden Index diese Bereiche gezielt ausschließen. Gleichzeitig fällt die Diversifikation geringer aus, insbesondere bei Themen-ETFs, die sich auf einzelne Segmente wie Wasser oder erneuerbare Energien konzentrieren.
Für Anlegerinnen und Anleger, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen möchten und gleichzeitig Wert auf planbare Erträge ohne Marktpreisschwankungen legen, kann ein nachhaltiges Festgeld eine ergänzende Option sein. Über Raisin können Sie grüne Sparkonten mit attraktiven Zinsen abschließen. Die Zinsen sind bei nachhaltigen Festgeldkonten über die gesamte Laufzeit fest und planbar. Die Spareinlagen sind im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung des jeweiligen EU-Landes bis zu 100.000 € pro Person und Bank abgesichert.
SFDR steht für Sustainable Finance Disclosure Regulation und ist eine EU-Regulierung. Sie verpflichtet Fondsanbieter in Europa offenzulegen, wie sie Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen. Die SFDR-Klassifizierung bietet Orientierung, ist jedoch kein Qualitätssiegel. Sie zeigt, wie Nachhaltigkeitsmerkmale in die Investmentstrategie eingebunden werden – nicht, wie „nachhaltig“ ein Fonds im individuellen Verständnis ist.
Artikel 6: Ein Fonds unter Artikel 6 verfolgt keine besonderen Nachhaltigkeitsmerkmale. Er kann Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigen, ist aber nicht als nachhaltiges Produkt konzipiert.
Artikel 8: Artikel-8-Fonds berücksichtigen ökologische oder soziale Merkmale. Nachhaltigkeit ist ein Bestandteil des Anlagekonzepts, aber nicht das primäre Ziel. Viele ESG-ETFs fallen in diese Kategorie.
Die laufenden Kosten unterscheiden sich je nach Index und Methodik. Manche nachhaltigen ETFs liegen auf einem ähnlichen Kostenniveau wie ihre konventionellen Varianten, andere sind etwas teurer, vor allem wenn die Filtermethodik komplexer ist. Die Gebühren können Sie der Total Expense Ratio (TER) entnehmen.
Ja. ESG-Indizes berücksichtigen eine breite Auswahl von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien. SRI-Indizes filtern strenger und schließen mehr Unternehmen aus. Klimaorientierte Indizes setzen zusätzliche CO₂- oder Übergangskriterien ein.
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