So navigieren Anlegerinnen und Anleger durch den Kryptomarkt
Es gibt viele verschiedene Plattformen im Internet, die den Kauf von Bitcoin oder Investitionen in die Kryptowährungen ermöglichen. Dazu zählen Kryptobörsen und Online-Dienstleister.
Bitcoin kann entweder physisch auf Kryptobörsen gekauft oder indirekt über regulierte Finanzprodukte wie an der klassischen Wertpapierbörse gehandelt werden.
Physisch besicherte ETNs mit Auslieferungsanspruch werden steuerlich oft wie Direktinvestments behandelt (steuerfrei nach einem Jahr Haltedauer gemäß § 23 EStG).
Bitcoin (BTC) ist die älteste, dezentralste und am weitesten verbreitete Kryptowährung der Welt. Sie basiert auf der Blockchain-Technologie. Einem digitalen, fälschungssicheren Kassenbuch, das von einem globalen Netzwerk aus Rechnern verwaltet wird.
Neue Bitcoin entstehen durch das sogenannte Mining (Proof-of-Work), bei dem komplexe Rechenaufgaben gelöst werden. Die wichtigste Eigenschaft von Bitcoin ist seine absolute Knappheit: Die maximale Anzahl ist im Code auf 21 Millionen Coins begrenzt. Im Jahr 2140 wird voraussichtlich der letzte Bitcoin geschürft. Diese Limitierung macht Bitcoin für viele Investoren zu einem digitalen Wertspeicher (oft als „digitales Gold“ bezeichnet).
Der Kurs wird rein durch Angebot und Nachfrage bestimmt und unterliegt starken Schwankungen (Volatilität). Gestartet im Jahr 2009 bei wenigen Cent, durchbrach Bitcoin im März 2024 die Marke von 73.000 $ und markierte Ende 2025 ein neues Allzeithoch bei über 122.000 $.
Im weiteren Verlauf der Jahre 2025 und 2026 setzte sich die hohe Volatilität fort, während gleichzeitig die Akzeptanz durch institutionelle Investoren stetig zunahm. Heute hat sich Bitcoin als eine eigenständige, wenn auch risikobehaftete Anlageklasse im Finanzsektor etabliert.
Anlegerinnen und Anleger haben 2026 verschiedene Optionen, um am Bitcoin-Markt zu partizipieren. Die Wahl hängt unter anderem von der persönlichen Risikobereitschaft, dem technischen Vorwissen und den steuerlichen Präferenzen ab.
Anlageform | Kurzbeschreibung | Verwahrung | Steuer (DE) | Risikoprofil |
Direktkauf (Kryptobörse) | Kauf echter Coins über Exchanges | Eigenverantwortlich (Hot/Cold Wallet) | Steuerfrei nach 1 Jahr Haltefrist | Hoch (Hack- und Verlustrisiko bei Keys) |
Krypto-ETN (Börse) | Börsengehandeltes, reguliertes Wertpapier | Im klassischen Bankdepot (physisch besichert) | Oft steuerfrei nach 1 Jahr (bei Auslieferungsanspruch) | Hoch (Unterliegt der hohen Volatilität des Basiswerts) |
CFD (Broker) | Hochriskantes Spekulieren auf Kursdifferenzen | Keine (reiner Differenzvertrag) | 25 % Abgeltungssteuer | Sehr hoch (Hebelprodukte) |
Generell ist zu beachten, dass Bitcoin und Kryptowährungen eine Geldanlage mit einem hohen Kursrisiko sind. Viele Anlegerinnen und Anleger nutzen Bitcoin als spekulative Beimischung und kombinieren diese mit weiteren Anlageklassen wie Tagesgeld, Festgeld und ETFs, um das Gesamtportfolio breit zu diversifizieren.
Wer die volle Kontrolle über seine digitalen Vermögenswerte wünscht, kauft Bitcoin auf Kryptobörsen. Hier wird Fiatgeld (z. B. Euro) direkt gegen Bitcoin ausgetauscht. Einen ganzen Bitcoin zu kaufen ist dabei nicht nötig. Die Kryptowährung ist auf bis zu acht Nachkommastellen teilbar. Die kleinste Einheit (0,00000001 BTC) nennt man Satoshi.
Kryptobörsen unterstützen in der Regel alle gängigen Zahlungsmittel, wie PayPal, Kreditkarte, ApplePay oder GooglePay. Zudem gibt es einige Handelsplätze, die den Tausch von einer Kryptowährung in eine andere Kryptowährung ermöglichen.
Die Herausforderung der Verwahrung:
Hot Wallet: Digitale Geldbörsen, die mit dem Internet verbunden sind (meist direkt an der Börse). Diese bietet maximalen Komfort und einen schnellen Zugriff für den täglichen Handel. Gleichzeitig ist sie durch die Online-Verbindung anfälliger für Hackerangriffe und Phishing.
Contracts for Difference (CFDs) sind Finanzinstrumente, mit denen man auf steigende (Long) oder fallende (Short) Kurse spekuliert, ohne den zugrundeliegenden Vermögenswert (wie Bitcoin) physisch zu besitzen. Da CFDs oft mit Hebelwirkung (Leverage) gehandelt werden, lassen sich Gewinne, aber auch Verluste, stark vervielfachen. Aufgrund der extremen Volatilität eignet sich diese Anlageform ausschließlich für sehr erfahrene Traderinnen und Trader. Sie gelten zudem als ungeeignet für den langfristigen Vermögensaufbau.
Für Anlegerinnen und Anleger, die den Aufwand und die Sicherheitsrisiken eigener Krypto-Wallets scheuen, sind Exchange Traded Notes (ETNs) die Lösung der Wahl. ETNs sind börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen, die die Wertentwicklung des Bitcoin exakt nachbilden.
Physische Besicherung: Hochwertige Bitcoin-ETNs sind zu 100 % physisch mit echten Bitcoins besichert. Die Coins werden offline bei regulierten institutionellen Verwahrstellen (Custodians) gelagert.
Vorteil im europäischen Markt: Da in der EU aufgrund der UCITS-Richtlinien keine Single-Asset-ETFs (wie in den USA die Spot-ETFs) zugelassen werden dürfen, übernehmen Krypto-ETNs hierzulande exakt diese Funktion.
Kostenstruktur: Bei der Auswahl eines ETNs sollten Anleger auf die Total Expense Ratio (TER) achten – also die jährlichen Verwaltungsgebühren –, die meist zwischen 0,9 % und 2,0 % liegen.
2026
2024
Der Marktzugang hat sich deutlich weiterentwickelt: Während frühe Produkte oft auf Terminkontrakten (Futures) basierten, haben sich international – insbesondere durch die US-Zulassungen im Jahr 2024 – physisch hinterlegte Spot-Produkte als Standard etabliert. In Europa wird diese Struktur durch Krypto-ETNs abgebildet, die 2026 einen bedeutenden Teil des Marktes ausmachen. Diese Produkte ermöglichen eine Partizipation an der Wertentwicklung der Kryptowährung, da sie das Ziel verfolgen, den Bitcoin-Kurs effizient abzubilden.
Die Fundamentaldaten und die zunehmende regulatorische Klarheit sprechen für Bitcoin als etablierten Bestandteil des modernen Finanzsystems. Dennoch bleibt der Kryptomarkt stark volatil. Makroökonomische Faktoren (wie Zinsentscheidungen) oder regulatorische Eingriffe einzelner Staaten können kurzfristig zu starken Kursschwankungen führen.
Gut zu wissen: Finanzexperten und Finanzexpertinnen empfehlen oft, Bitcoin als Beimischung zur Diversifikation zu nutzen, üblicherweise im Bereich von 1 % bis 5 % des Gesamtportfolios. Regulierte Instrumente wie Bitcoin-ETNs machen es Privatanlegern 2026 einfacher denn je, dieses Investment professionell und sicher über das bestehende Aktiendepot abzubilden.
Bei der Besteuerung in Deutschland kommt es maßgeblich auf die Struktur des ETNs an. Physisch besicherte Krypto-ETNs mit einem vertraglich verankerten Auslieferungsanspruch der echten Coins werden steuerlich in der Regel wie Direktinvestments behandelt. Das bedeutet: Nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr sind Kursgewinne steuerfrei (gemäß § 23 EStG). ETNs ohne diesen Auslieferungsanspruch unterliegen hingegen der regulären Kapitalertragsteuer (Abgeltungssteuer) von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls der Kirchensteuer.
Anders als klassische ETFs gelten ETNs (Exchange Traded Notes) rechtlich als Inhaberschuldverschreibungen und nicht als rechtlich isoliertes Sondervermögen. Um das sogenannte Emittentenrisiko – also das Risiko einer Insolvenz des Herausgebers – abzusichern, sind seriöse Bitcoin-ETNs jedoch zu 100 Prozent physisch besichert. Die echten Bitcoins werden dabei von einem unabhängigen, regulierten Treuhänder (Custodian) offline (in Cold Wallets) verwahrt und dienen als verpfändete Sicherheit für die Anleger.
In den USA dominieren seit Januar 2024 die Spot-Bitcoin-ETFs den Markt. In Deutschland und der EU dürfen diese jedoch aus rechtlichen Gründen (aufgrund der UCITS-Richtlinien für Investmentfonds) nicht aufgelegt werden, da ein europäischer Fonds nicht aus nur einem einzigen Basiswert bestehen darf. Krypto-ETNs schließen exakt diese Lücke für europäische Anlegerinnen und Anleger: Sie bieten die gleiche Funktion und Handhabung wie ein ETF, bilden den Bitcoin-Kurs exakt ab und können regulär über das bestehende Aktiendepot gehandelt werden.
Nein. Der größte praktische Vorteil von Bitcoin-ETNs ist die unkomplizierte Verwahrung. Man benötigt weder eine internetbasierte Hot Wallet noch einen physischen Offline-Speicher (Cold Wallet) und müssen sich nicht um die Sicherung von privaten Schlüsseln (Private Keys) kümmern. Ein Krypto-ETN wird exakt wie eine klassische Aktie gekauft und sicher in Ihrem bestehenden Wertpapierdepot bei Ihrer Bank oder Ihrem Broker verwahrt.
Risikohinweis: Investitionen in Kryptowährungen sind mit sehr hohen Risiken verbunden. Bitte beachten Sie unsere Risikohinweise.
Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und stellen keine steuerliche Beratung dar. Für detaillierte Informationen oder zur individuellen Klärung steuerrechtlicher Fragen empfehlen wir die Hinzuziehung eines Steuerberaters oder einer anderen gemäß § 2 StBerG befähigten Person.
© 2026 Raisin SE, Berlin