Welche Möglichkeiten gibt es, um in Ethereum (ETH) zu investieren, und worauf müssen deutsche Anlegerinnen und Anleger bei der Geldanlage achten?
: Eine Investition in Ethereum erfolgt über den Kauf der Kryptowährung . Ethereum bezeichnet das dezentrale Blockchain-Netzwerk für Smart Contracts; Ether ist hingegen das digitale Zahlungsmittel und der handelbare Vermögenswert dieses Netzwerks.
: Der Erwerb echter Coins erfolgt über regulierte Plattformen wie Bitvavo oder Bison und verlangt die Verwahrung auf einer eigenen Krypto-Wallet. Gewinne aus dem Verkauf sind in Deutschland nach einer Haltefrist von mindestens einem Jahr gemäß § 23 EStG steuerfrei. (Stand: 2026)
Ethereum ist das dezentrale Netzwerk (die Blockchain), während Ether (ETH) die native Kryptowährung ist, die als Zahlungsmittel innerhalb dieses Netzwerks dient. Wer in Ethereum investieren möchte, investiert demnach stets in die Kryptowährung Ether, um an der Wertentwicklung des Netzwerks teilzuhaben.
Die Idee zu Ethereum besteht bereits seit 2013 und wurde zunächst als Pendant zur ersten und größten Kryptowährung Bitcoin entwickelt. Sie funktioniert wie ein dezentrales Betriebssystem und ermöglicht den Betrieb von sogenannten dApps (dezentralen Anwendungen) und Smart Contracts.
DApps laufen auf einer Blockchain und unterliegen somit keiner einzelnen Person oder Gruppe.
Smart Contracts sind digitale Verträge, die sich automatisch ausführen, sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind – ganz ohne Mittelsmann wie eine Bank.
Die dezentrale Organisation der Plattform Ethereum bildet durch diese Technologie Branchen über den reinen Zahlungsverkehr hinaus ab. Hierzu zählen Kaufverträge, nachverfolgbare Lieferketten und komplexe Finanzprodukte .
Mit fortschreitenden Entwicklungen wie dem Glamsterdam-Upgrade und dem Hegota-Upgrade (Einführung nativer Smart Accounts) baut Ethereum seine Rolle als primäre Infrastruktur für das dezentrale Finanzwesen (DeFi) weiter aus, was ein Investment in Ether für viele institutionelle Anlegerinnen und Anleger attraktiv macht.
Sichern Sie sich den entscheidenden Vorteil:
Es gibt im Wesentlichen zwei Wege, wie Anlegerinnen und Anleger in Ether investieren können: das direkte Investment in die Coins oder die indirekte Anlage über börsengehandelte Produkte.
Handelsplatz | Krypto-Börsen (Bitvavo, Coinbase, Bison) | Neo-Broker & Filialbanken (Trade Republic, Scalable) |
Verwahrung | Krypto-Wallet (Hot/Cold Wallet erforderlich) | Klassisches Wertpapierdepot |
Regulierung | MiCA-Verordnung (EU-weit einheitlich) | KWG / BaFin-Wertpapieraufsicht |
Laufende Kosten | Keine Depotgebühren (ggf. Netzwerkgebühren) | Managementgebühr (TER, meist 0,0 % bis 1,5 % p. a.) |
Steuern (DE) | Steuerfrei nach 1 Jahr (§ 23 EStG) | Steuerfrei nach 1 Jahr (bei physischer Besicherung) |
Auf regulierten Kryptobörsen (CEX) oder bei Brokern können Anlegerinnen und Anleger direkt in Ether investieren und Fiatgeld (wie Euro) gegen die Kryptowährung tauschen.
Plattform wählen: Der Anbieter sollte unter der europäischen MiCA-Verordnung lizenziert und reguliert sein.
Konto eröffnen: Nach der Registrierung erfolgt die gesetzlich vorgeschriebene Identitätsprüfung (zum Beispiel über das Videoident-Verfahren).
Einzahlung: Das Investitionskapital wird per SEPA-Überweisung, Kreditkarte oder auch PayPal eingezahlt.
Kauf und Verwahrung: Die erworbenen Coins können auf der Plattform verbleiben oder für mehr Sicherheit auf eine private Hardware-Wallet transferiert werden.
Die Kosten eines Investments hängen maßgeblich von den Gebühren des jeweiligen Anbieters sowie dem aktuellen Marktpreis ab, der durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Hierbei ist ein Vergleich der Transaktionsgebühren und Spreads ratsam.
Wer keine eigene technische Wallet verwalten möchte , kann indirekt in Ether Investieren. Dies geschieht über regulierte Exchange Traded Products (ETPs). Da reine Krypto-Single-Asset-ETFs in der EU für Privatanlegerinnen und Privatanleger aus regulatorischen Gründen (UCITS-Richtlinie) nicht zugelassen sind, kommen hierbei primär Exchange Traded Notes (ETN) zum Einsatz.
ETNs sind börsengehandelte Zertifikate, die als Schuldverschreibungen strukturiert sind und die Wertentwicklung von Ether abbilden. Anstatt aktiv Token zu erwerben und technisch zu verwalten, investieren Anlegerinnen und Anleger hierbei in die Wertentwicklung von Ether. Dies ist besonders für jene attraktiv, die den Komfort gewohnter Handelsstrukturen bevorzugen und auf eine eigene Wallet verzichten möchten.
In Deutschland und der gesamten EU sind reine Single-Asset-Krypto-ETFs (wie reine Bitcoin- oder Ethereum-ETFs) für Privatanlegerinnen und Privatanleger nicht zugelassen, da sie nicht den Diversifikationsregeln der europäischen UCITS-Richtlinien (OGAW) entsprechen. Über internationale Anbieter kann es möglich sein, von Deutschland aus in Krypto-ETFs zu investieren.
Die steuerliche Behandlung von Krypto-Assets in Deutschland unterscheidet sich je nach gewählter Anlageform. Beispielsweise gilt beim direkten Ether-Kauf, dass Gewinne aus dem Verkauf echter Ether-Token unter private Veräußerungsgeschäfte gemäß § 23 EStG fallen:
Haltefrist über 1 Jahr (365 Tage): Der Gewinn ist in Deutschland zu 100 % steuerfrei.
Haltefrist unter 1 Jahr: Es gilt eine Freigrenze von 1.000 € (seit dem Wachstumschancengesetz). Wird diese Grenze auch nur um einen Euro überschritten, muss der gesamte Gewinn mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden.
Gewinne mit Krypto-ETPs unterliegen hingegen dem folgenden BFH-Urteil: Nach aktueller Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) werden Gewinne aus zu 100 % physisch besicherten Krypto-ETPs , die der Anlegerin oder dem Anleger einen Auslieferungsanspruch der echten Coins gewähren oder diese garantiert hinterlegen, steuerlich exakt wie Direktanlagen behandelt. Das bedeutet: Auch Gewinne aus qualifizierten physischen Ethereum-ETPs sind nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr komplett steuerfrei und unterliegen nicht der pauschalen Abgeltungsteuer (25 %).
Wer in Ether (ETH) investiert, stößt schnell auf den Begriff „Staking“. Ethereum nutzt den energieeffizienten Proof-of-Stake (PoS)-Mechanismus statt des rechenintensiven Proof-of-Work-Prinzips.
Proof-of-Work-Prinzip: Miner lösen mit der Rechenleistung ihrer Computer bestimmte kryptografische Aufgaben. Sind diese nach dem Einsatz von viel Zeit, Rechenleistung und Energie gelöst, wird ein neuer Block zur existierenden Blockchain hinzugefügt, der Informationen zu allen bisher getätigten Transaktionen auf der Blockchain enthält. Hierbei kommt es auf Schnelligkeit an. Wer die Aufgabe zuerst löst, erhält eine Entlohnung in Form von neu generiertem Ether.
Proof-of-Stake-Prinzip: Bei diesem Prinzip sichern Validatoren das Netzwerk, indem sie Ether hinterlegen („Staking“) und dafür als Rendite zusätzliche ETH erhalten. Es werden neue Blöcke validiert, indem die gehaltenen Anteile der Kryptowährung (stake) genutzt werden. Alle, die am Netzwerk teilnehmen, haben die Chance neue Blöcke zu erstellen. Je mehr Ether von Anlegerinnen und Anleger gestaked werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man den nächsten Block validieren darf.
Im Gegensatz zu Bitcoin, der auf 21 Millionen Coins begrenzt ist, gibt es bei Ethereum keine feste Obergrenze für die Menge an Ether. Das bedeutet, dass theoretisch unbegrenzt Ether erstellt werden kann. Allerdings ist die Menge an Ether, die jährlich produziert wird, begrenzt.
Der Übergang von Ethereum vom Proof-of-Work- (PoW) zum Proof-of-Stake- (PoS) Konsensmechanismus hat den Prozess der Ether-Erstellung geändert. Das Staken erfordert weniger technische Ressourcen im Vergleich zum Mining, kann jedoch mit einem höheren Aufwand verbunden sein, sodass es sinnvoll sein kann, sich vorab gründlich zu informieren.
Nachdem das sogenannte Pectra-Upgrade (technologisches Update des Ethereum-Netzwerks) bereits am 7. Mai 2025 erfolgreich auf dem Ethereum-Mainnet aktiviert wurde, stehen im Jahr 2026 bereits die nächsten Entwicklungsschritte im Fokus. Während Pectra mit der Erhöhung des maximalen effektiven Validator-Guthabens auf 2.048 ETH (EIP-7251) die Staking-Infrastruktur optimierte, konzentriert sich die Roadmap 2026 auf die Upgrades Glamsterdam (geplant für das erste Halbjahr) und Hegota (geplant für das zweite Halbjahr). Diese zielen vor allem auf eine verbesserte Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit (native Smart Accounts) ab. Staking erfordert technisches Know-how, weshalb viele Anlegerinnen und Anleger lieber in Staking-Dienstleister oder Staking-ETPs investieren.
Viele Anlegerinnen und Anleger nutzen Kryptowährungen wie Ether aufgrund der starken Potenziale als spekulative Beimischung im Portfolio. Für einen langfristigen Vermögensaufbau ist ein stabiles Fundament jedoch entscheidend. Eine breite Diversifikation hilft dabei, das Risiko zu streuen und Schwankungen im Gesamtportfolio abzufedern.
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Einlagen auf Tagesgeld- und Festgeldkonten sind innerhalb der Europäischen Union durch die gesetzliche Einlagensicherung des jeweiligen Landes bis zu 100.000 € pro Bank und Person abgesichert. Diese gesetzliche Absicherung macht sie zu einem idealen Ausgleich gegenüber volatilen Anlageklassen.
Hinweis: Dieser Artikel dient zum allgemeinen Verständnis von Kryptowährungen und der Blockchain-Technologie. Er stellt keine Anlage- oder Finanzberatung sowie Steuerberatung dar.
Hinweis: Die Inhalte auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und stellen keine steuerliche Beratung dar. Für detaillierte Informationen oder zur individuellen Klärung steuerrechtlicher Fragen empfehlen wir die Hinzuziehung eines Steuerberaters oder einer anderen gemäß § 2 StBerG befähigten Person.
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