Entwicklung und Vergleich der Zinsen bei Tagesgeld und Festgeld
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: Die Zinsentwicklung bei Tagesgeld und Festgeld hängt eng mit der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen. Während sich Tagesgeldzinsen täglich ändern können, bleibt der Zinssatz beim Festgeld über die gesamte Laufzeit gleich.
: Neben der Europäischen Zentralbank werden Tagesgeldzinsen und Festgeldzinsen von der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes, dem Sparverhalten von Konsumentinnen und Konsumenten und dem Wettbewerb zwischen Banken beeinflusst.
: Nach einem Anstieg ab 2022 ist die Zinsentwicklung bei Tages- und Festgeld seit 2024 rückläufig. Im Juli 2025 hat die EZB nach sieben Senkungen in Folge eine Zinspause bekannt gegeben. Die Leitzinsen liegen aktuell bei 2,00 % (Stand: 01.2026).
Die Zinspolitik der EZB beeinflusst direkt die Höhe der Zinsen für Geldanlagen. Wenn die EZB die Leitzinsen erhöht, steigen in der Regel die Zinsen, da Banken höhere Kosten für Kredite haben und diesen Zinssatz an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben. Umgekehrt führen Zinssenkungen der EZB zu niedrigeren Zinsen. Für Tagesgeld und Festgeld bedeutet das konkret:
Tagesgeld: Ein Tagesgeldkonto bietet eine variable Verzinsung ohne feste Laufzeit. Die Zinsen können sich jederzeit ändern, oft sogar monatlich. Der Anlagebetrag ist täglich verfügbar. Das macht Tagesgeld attraktiv, wenn Sie kurzfristig sparen und jederzeit über Ihr Geld verfügen möchten.
Festgeld: Bei Festgeld legt die Bank zu Beginn der Laufzeit einen planbaren Zinssatz fest. Dieser Zinssatz bleibt über die gesamte Laufzeit unverändert und ist unabhängig von der aktuellen Zinsentwicklung und den Maßnahmen der Europäischen Zentralbank. Besonders in Zeiten hoher Zinsen ist es sinnvoll, sich einen attraktiven Zinssatz zu sichern, bevor die Festgeldzinsen wieder sinken. Die Zinsgutschrift erfolgt in der Regel am Ende der Laufzeit.
Tagesgeld und Festgeld unterliegen der EU-weit harmonisierten Einlagensicherung, die Beträge bis zu 100.000 € pro Person und Bank absichert. Über Raisin erhalten Sie derzeit Tagesgeldzinsen von bis zu 2,07 % p. a. und Festgeldzinsen von bis zu 3,17 % p. a. Raisin bietet unter anderem Festgeld für 3 Monate, Festgeld für 6 Monate und Festgeld für 2-10 Jahre an.
Mehrere Faktoren beeinflussen die Entwicklung von Festgeld- und Tagesgeldzinsen und damit ebenso die für Sie möglichen Zinsgutschriften. Ein zentraler Einfluss sind die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie sind jedoch lediglich ein Teil eines größeren Gefüges aus ökonomischen Rahmenbedingungen und marktbezogenen Gegebenheiten. Zu den Faktoren gehören:
1. Die Leitzinsen der EZB
Die Leitzinsen sind die Zinssätze, zu denen Banken bei der EZB Geld anlegen oder leihen. Diese Zinssätze haben einen direkten Einfluss auf die Zinsen, die Banken Ihnen als Kundin oder Kunden für Festgeld oder Tagesgeld anbieten.
Sinken die Leitzinsen, können sich Banken günstiger refinanzieren und erhalten weniger Zinsen für Einlagen bei der EZB. In der Folge geben sie diese Entwicklung häufig an ihre Kundinnen und Kunden weiter, sodass auch die Zinsen für Festgeld- und Tagesgeldkonten sinken und hohe Zinsgutschriften ausbleiben.
Steigen die Leitzinsen, verteuern sich die Refinanzierungskosten der Banken. Gleichzeitig steigen die Erträge, die sie für Einlagen bei der EZB erzielen können. Dadurch erhöhen Institute in vielen Fällen auch die Zinsen für Sparprodukte, was zu höheren Zinserträgen für Sparerinnen und Sparer führt.
Mit der Zinswende im Juli 2022 haben die Zinsen für Festgeld, Tagesgeld und andere Bankeinlagen deutlich angezogen. Derzeit liegt der Einlagenzinssatz bei 2,00 % (Stand: 01.2026). Weitere Zinsentwicklungen können Sie über den Zinsradar verfolgen.
2. Angebot und Nachfrage am Kapitalmarkt
Die Zinsentwicklung für Festgeld und Tagesgeld wird zudem vom Angebot und der Nachfrage auf dem Kapitalmarkt bestimmt. Ist die Nachfrage nach Krediten hoch oder wird das Angebot an Kapital knapp, steigen die Zinssätze, um die Nachfrage zu regulieren. Umgekehrt sinken die Zinsen, wenn Banken mehr Liquidität auf dem Markt haben, als sie benötigen.
3. Wirtschaftliche Lage und Finanzpolitik
Die wirtschaftliche Lage eines Landes und dessen Finanzpolitik beeinflussen ebenfalls die Zinsentwicklung von Tagesgeld und Festgeld. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, etwa während einer Rezession, neigen Zentralbanken dazu, die Zinsen niedrig zu halten, um Investitionen zu fördern und die Konjunktur zu stabilisieren.
4. Wettbewerb zwischen Banken und Kreditnachfrage
Neben den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirkt sich auch der Wettbewerb im Bankensektor auf die Zinsentwicklung aus. Um neue Kundinnen und Kunden für ihre Sparprodukte zu gewinnen, erhöhen Banken in Phasen hoher Kreditnachfrage oder intensiver Konkurrenz oft die angebotenen Zinsen für Tagesgeld- und Festgeldanlagen.
5. Einfluss des Anlagebetrags
Für größere Anlagesummen ermöglichen viele Banken höhere Zinsgutschriften, da diese Beträge für sie attraktiver sind. Diese Gutschriften lassen sich in der Regel leichter in Kredite oder andere Investitionen umwandeln, die wiederum die Bank mit höheren Erträgen versorgen. Daher lohnt es sich insbesondere bei einem höheren Anlagebetrag mehrere Angebote zu vergleichen.
Die Zinsentwicklung für Tagesgeld und Festgeld zeigt eine deutliche Veränderung in den letzten Jahren: Nach einer langen Phase niedriger Zinssätze, bedingt durch die Finanzkrise und die Maßnahmen der EZB, sind die Zinsen zunächst stark angestiegen, bevor sie sich stabilisiert haben. Sie bleiben jedoch unter den hohen Werten früherer Jahre.
Starker Rückgang (2008-2022): Nach der Finanzkrise fielen die Zinssätze für beide Produkte über Jahre hinweg auf historisch niedrige Werte, besonders in den frühen 2020er Jahren. Dies war eine Folge der Zinsphase der EZB im Niedrig- oder Nullbereich, die zur Unterstützung der Wirtschaft eingesetzt wurden.
Zinswende: 2022 begann die EZB, die Leitzinsen zu erhöhen, was die Zinsentwicklung für Tagesgeld und Festgeld positiv beeinflusste. Diese Erhöhungen ermöglichten es Ihnen als Sparerin oder Sparer, von attraktiven Konditionen zu profitieren.
Die folgende Tabelle veranschaulicht die Unterschiede zwischen Festgeld und Tagesgeld und hilft Ihnen dabei, die Vor- und Nachteile der beiden Geldanlagen im Kontext der aktuellen Zinsentwicklung zu vergleichen. So können Sie als Sparerin oder Sparer entscheiden, welche Anlageform Ihren individuellen Bedürfnissen und Zielen am besten entspricht.
Flexibilität | unflexibel | flexibel |
Zinsen | fest, eher höher | variabel, eher niedriger |
Laufzeit | fest | variabel |
Kündigung | unter Umständen | jederzeit |
Einlagensicherung | Einlagensicherung bis zu 100.000 € pro Person und Bank | Einlagensicherung bis zu 100.000 € pro Person und Bank |
Besonderheiten | Sie legen einen festen Betrag über einen festgelegten Zeitraum zu einem vorher festgelegten Zinssatz an | Sie legen einen Betrag über einen flexiblen Zeitraum zu einem variablen Zinssatz an |
Da die Zinsentwicklung für Tagesgeld und Festgeld hierzulande trotz der Zinswende aktuell moderat ist, können Sie sich nach Tagesgeldkonten und Festgeldanlagen im EU-Ausland umsehen. Tagesgeld- und Festgeldkonten haben dort in der Regel höhere Zinsen, da das unterschiedliche Spar- und Anlageverhalten sowie der Wettbewerb der Kreditinstitute im jeweiligen Land die Zinsdifferenz beeinflussen. So können die ausländischen Partnerbanken von Raisin oft höhere Zinsen für Tagesgeld und Festgeld bieten.
Über Raisin vergleichen und sichern Sie sich attraktive Zinsen für Tages- und Festgeld. Unsere Plattform arbeitet dafür eng mit ausgewählten Partnerbanken aus dem europäischen Ausland zusammen, die oft höhere Zinssätze für Spareinlagen ermöglichen als Banken hierzulande. Jede Partnerbank unterliegt zudem der EU-weit harmonisierten Einlagensicherung, die bis zu 100.000 € pro Person und Bank absichert. Manche Länder außerhalb der EU, wie beispielsweise Norwegen oder Großbritannien, unterliegen ebenfalls einer eigenen gesetzlichen Einlagensicherung.
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